Physiker der Bergischen Uni untersuchen Klebebänder auf Röntgenstrahlung

20.11.2008

Physiker der Bergischen Uni untersuchen Klebebänder auf Röntgenstrahlung

Entwickelten ein Detektorsystem, das Röntgenstrahlung beim Abrollen von Klebebändern misst: (v.l.n.r.) Prof. Dr. Ronald Frahm und Daniel Krämer.
 Entwickelten ein Detektorsystem, das Röntgenstrahlung beim Abrollen von Klebebändern misst: (v.l.n.r.) Prof. Dr. Ronald Frahm und Daniel Krämer. Klick auf das Foto: Größere Version
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Foto Jennifer Abels

Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Ronald Frahm und seinem Mitarbeiter Daniel Krämer vom Fachbereich Mathematik und Naturwissenschaften (Fachgebiet Kondensierte Materie: Röntgenphysik) erforscht die Entwicklung einer neuartigen Quelle für Röntgenstrahlung auf der Basis von Klebebändern. Die Wissenschaftler haben ein Detektorsystem entwickelt, das Röntgenstrahlung beim Abrollen von Klebebändern misst.

In einem Artikel der Fachzeitschrift „Nature“ hatte eine Arbeitsgruppe der University of California Los Angeles (UCLA) im Oktober ein Gerät vorgestellt, das beim Abrollen eines Klebebandes im Vakuum Röntgenstrahlung misst. Auf der Grundlage dieses Versuches entwickelte Daniel Krämer unter der Leitung von Prof. Dr. Frahm nun ebenfalls ein Detektorsystem, das die Untersuchungsergebnisse der UCLA bestätigt.

Dass in einem abgedunkelten Raum Lichteffekte – so genanntes Reibungslicht – beim Abrollen von Klebeband entstehen, ist schon lange bekannt. Das blaue Leuchten ist auf den Effekt der Ladungstrennung zurückzuführen. Dass bei diesem Vorgang zusätzlich Röntgenstrahlung entsteht, hatte man in den 1950er Jahren ebenfalls schon entdeckt – wie auch bei elektrostatischen Effekten treten Spannungen und Feldstärken auf. Bisher wurde die Stärke der Spannung allerdings als gering erachtet, was die Arbeitsgruppe der UCLA und die Bergische Universität mit ihren Detektorensystemen jetzt widerlegten. Prof. Dr. Frahm und sein Mitarbeiter Daniel Krämer sehen in dem Versuch den Anfang einer umfangreichen Forschungsreihe.

Kontakt:
Prof. Dr. Ronald Frahm
Fachbereich Mathematik und Naturwissenschaften
Tel.: 0202/439-3100, -3102
E-Mail: frahm@uni-wuppertal.de

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