Nobelpreisträger Prof. Grünberg zu Gast

12.01.2009

Nobelpreisträger Prof. Grünberg zu Gast

Begrüßten den Nobelpreisträger Prof. Dr. Peter Grünberg (2.v.r.) an der Bergischen Universität (v.l.n.r.): Prof. Dr. Christian Zeitnitz, Prof. Dr. Ralf Koppmann, Prodekan des Fachbereichs Mathematik und Naturwissenschaften, Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch und Prof. Dr. Ronald Frahm. Begrüßten den Nobelpreisträger Prof. Dr. Peter Grünberg (2.v.r.) an der Bergischen Universität (v.l.n.r.): Prof. Dr. Christian Zeitnitz, Prof. Dr. Ralf Koppmann, Prodekan des Fachbereichs Mathematik und Naturwissenschaften, Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch und Prof. Dr. Ronald Frahm.Klick auf das Foto: Größere Version (2500 x 1389 pix; 1,83 MB)
Foto Michael Mutzberg

Prof. Dr. Peter Grünberg vom Forschungszentrum Jülich, der vor zwei Jahren den Nobelpreis für Physik erhielt, war am Montag zu Gast an der Bergischen Universität. Auf Einladung seiner Wuppertaler Physikerkollegen Prof. Dr. Ronald Frahm und Prof. Dr. Christian Zeitnitz hielt Prof. Grünberg im Rahmen des Physikalischen Kolloquiums einen Fachvortrag. Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch begrüßte den prominenten Gast.

Unabhängig voneinander (!) hatten Prof. Grünberg und der französische Physiker Prof. Dr. Albert Fert (Paris) 1988 einen völlig neuen physikalischen Effekt entdeckt, den Riesenmagnetowiderstand („Giant Magnetoresistance“ - GMR). Dies brachte den Durchbruch zu einer drastischen Miniaturisierung von Computer-Festplatten, auf denen Daten magnetisch gespeichert sind.

Die erste Festplatte mit einem GMR-Lesekopf kam 1997 auf den Markt. Seitdem haben sich die Speicherkapazitäten zu Terrabyte (1000 GB) entwickelt. In knapp 10 Jahren zog damit der GMR-Effekt vom Labor in die millionenfache Anwendung. Ständig fallende Preise für Festplatten ermöglichen es immer kostengünstiger, Sammlungen von Digitalphotos und MP3-Musik zu speichern. Auch die Ablösung der Videobänder durch Festplatten-Recorder wurde durch die Entdeckung möglich.

Selbst die neuesten Technologien sind Weiterentwicklungen des von Prof. Grünberg entdeckten GMR-Effektes – insofern hat jeder PC-Besitzer mit seiner Festplatte seinen Nobelpreis-Effekt zuhause. Gemeinsam mit Albert Fert legte Peter Grünberg die Basis für die Zukunftstechnologie Spintronik, die den quantenmechanischen Spin der Elektronen für die Mikro- und Nanoelektronik nutzbar macht.

Der GMR-Effekt bescherte dem Forschungszentrum Jülich, an dem Prof. Grünberg tätig ist, durch Patente Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe. Prof. Grünberg erhielt für seine Entdeckung 1998 den Zukunftspreis des Bundespräsidenten, 2006 den Erfinderpreis der Europäischen Kommission sowie viele weitere Auszeichnungen bis hin zur Krönung aller Preise, dem Nobelpreis.

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