Wuppertaler Atmosphärenforscher bereiten Missionen mit HALO vor

06.02.2009

Vor neuen Erkenntnissen des Klimawandels?

Wuppertaler Atmosphärenforscher bereiten Missionen mit HALO vor

Physikstudenten nehmen an der Uni Wuppertal an anspruchsvollen Forschungsprojekten teil: Elisabeth Hösen (Abi am St. Anna-Gynmasium) ist Diplomandin in der Arbeitsgruppe Atmosphärenphysik bei Prof. Dr. Ralf Koppmann (links) und Prof. Dr. Michael Volk. Im vergangenen Oktober 2008 nahm sie an einer Zeppelin-Messkampagne zur Untersuchung der Chemie und Dynamik der untersten Atmosphäre teil. Der auf dem Zeppelin eingesetzte Luftprobensammler sowie die Analyse- und Auswertemethoden sind Grundlage für Entwicklung und Einsatz eines ähnlichen Systems auf HALO. Physikstudenten nehmen an der Uni Wuppertal an anspruchsvollen Forschungsprojekten teil: Elisabeth Hösen (Abi am St. Anna-Gynmasium) ist Diplomandin in der Arbeitsgruppe Atmosphärenphysik bei Prof. Dr. Ralf Koppmann (links) und Prof. Dr. Michael Volk. Im vergangenen Oktober 2008 nahm sie an einer Zeppelin-Messkampagne zur Untersuchung der Chemie und Dynamik der untersten Atmosphäre teil. Der auf dem Zeppelin eingesetzte Luftprobensammler sowie die Analyse- und Auswertemethoden sind Grundlage für Entwicklung und Einsatz eines ähnlichen Systems auf HALO.Foto Maren Wagner

Letzte Woche wurde das neue Forschungsflugzeug HALO an das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgeliefert. Die Maschine steht künftig Instituten der Helmholtz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und einigen Universitäten für die Atmosphärenforschung zur Verfügung. Prof. Dr. Ralf Koppmann, Atmosphärenphysiker an der Bergischen Universität Wuppertal, war an der Konzeption von HALO beteiligt. Seine Arbeitsgruppe wird bei drei der ersten vier geplanten Missionen dabei sein. "HALO" steht für "High Altitude and Long Range Research Aircraft". Die Wissenschaftler erwarten von den Forschungsergebnissen ein besseres Verständnis der grundlegenden Prozesse der Ozonzerstörung in der Stratosphäre und des Klimawandels.

Das Flugzeug vom Typ Gulfstream G550 ist eigentlich ein Jet in der Topklasse der Geschäftsreiseflugzeuge; der US-Flugzeughersteller Gulfstream gehört zum Rüstungskonzern General Dynamics. Mit einer Reichweite von mehr als 8.000 Kilometern und einer Gipfelhöhe von mehr als 15 Kilometern kann HALO bis zu drei Tonnen wissenschaftliche Nutzlast auch in bisher nicht erreichbare Regionen über den Ozeanen oder zu den Polen transportieren. HALO übertrifft deutlich das bisherige Atmosphären-Forschungsflugzeug „Falcon“ des DLR. 15 eingebaute Messgestelle können je bis zu 150 Kilogramm schwere wissenschaftliche Instrumente aufnehmen. Auch unter dem Rumpf und unter den Tragflächen befinden sich zusätzliche Befestigungspunkte zum Anbringen weiterer Messgeräte.

Die Arbeitsgruppe Atmosphärenphysik der Bergischen Universität um Prof. Dr. Ralf Koppmann und Prof. Dr. Michael Volk bereitet sich derzeit auf die ersten Messflüge vor. Für die allererste Mission im Sommer wird derzeit ein spezieller Luftprobensammler entwickelt, mit dem großvolumige Luftproben genommen werden können, die anschließend im Wuppertaler Labor auf „Fingerabdrücke“ von Spurengasen untersucht werden. Ziel ist, die Selbstreinigungsfähigkeit der Atmosphäre zu untersuchen.

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Bei der zweiten Messkampagne im Februar 2010 wird vom nordschwedischen Kiruna aus mit einem ebenfalls in der Entwicklung befindlichen Messgerät der Transport von Spurenstoffen in den polaren Wirbel der Arktis gemessen. Die Forscher wollen herausfinden, wie die Vorgänge ablaufen, die die polare Ozonchemie beeinflussen.Wuppertaler Atmosphärenforscher bereiten Missionen mit HALO vor Bei dieser Messkampagne wird zusätzlich zu HALO auch das russische Höhenforschungsflugzeug „Geophysika“ eingesetzt, auf dem die Wuppertaler Atmosphärenforscher mit zwei verschiedenen Messinstrumenten die Konzentration von Treibhausgasen messen wollen.

Beim dritten Flug im Frühjahr 2010 geht es um den Austausch von Spurengasen zwischen der untersten Schicht der Atmosphäre, der Troposphäre, und der Stratosphäre, in der sich die Ozonschicht befindet. Hier haben die Atmosphärenforscher die Austauschprozesse im Fokus, die ozonzerstörende Gase in die Stratosphäre bringen. Dazu wird von der Bergischen Universität Wuppertal in einem gemeinsamen Projekt mit dem Forschungszentrum Jülich, dem Max-Planck-Institut Mainz und der Universität Frankfurt ein neues Messgerät entwickelt, das mit höchster Präzision Spurengase selbst in extrem geringen Konzentrationen nachweisen kann.

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Weitere Fotos finden Sie hier.

Kontakt:
Prof. Dr. Ralf Koppmann
Telefon 0202/439-2605

Prof. Dr. C. Michael Volk
0202/439-2603
Mobilruf 0171/919 7323

Bernd Winter, Sekretariat
Telefon 0202/439-2741

www.atmos.physik.uni-wuppertal.de
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