Forschungsprojekt zur Entstehung des "Blauen Dunstes" ein "Highlight"

24.02.2009

Forschungsprojekt zur Entstehung des "Blauen Dunstes" ein "Highlight"

Eine Publikation über die Ergebnisse eines Forschungsprojekts zum Feinstaub, das im Rahmen der Kooperation zwischen der Arbeitsgruppe Atmosphärenphysik der Bergischen Universität und dem Forschungszentrum Jülich durchgeführt wurde, ist von der American Geophysical Union als "Journal Highlight" ausgewählt worden.

Wenn organische Verbindungen in der Atmosphäre über chemische Reaktionen z.B. mit Ozon abgebaut werden, entstehen unter anderem Schwebeteilchen, so genannte "sekundäre organische Aerosole". Diese "Feinstaub"-Teilchen können gesundheitsschädlich sein und das Klima beeinflussen. Über die Entstehungsprozesse und die Zusammensetzung der Teilchen weiß man aber nur wenig. Dazu ist eine gleichzeitige Untersuchung der Isotopenzusammensetzung der gasförmigen Verbindungen und der Schwebeteilchen erforderlich.

Am Forschungszentrum Jülich wurden in einer Aerosolkammer erstmals solche Untersuchungen durchgeführt, mit denen verfolgt werden konnte, wie die Reaktion von "beta-Pinen", einer natürlichen, von Nadelbäumen abgegebenen Verbindung, mit Ozon zur Bildung von Aerosolen führt und welche Abbauprodukte dabei eine Rolle spielen. Solche Aerosole werden in der Atmosphäre auch ohne menschliches Zutun gebildet und sind an klaren Sommertagen in der Natur über großen Waldgebieten als blauer Dunst ("blue haze") zu beobachten.

An dem Projekt waren Prof Dr. Ralf Koppmann und sein Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter Holger Spahn beteiligt. Die American Geophysical Union hebt in ihrer Bewertung der Arbeit hervor, dass damit in Zukunft eine Möglichkeit bestehen wird, aus der Zusammensetzung der Aerosole auf die Herkunft der organischen Verbindungen zu schließen, die für ihre Entstehung verantwortlich waren. Dies wäre ein wichtiger Schritt zu möglichen Maßnahmen, um die Feinstaubbelastung in der Atmosphäre zu vermindern, sofern diese durch menschliche Aktivitäten verursacht wird.

Kontakt:
Prof. Dr. Ralf Koppmann
Telefon 0202/439-2605
E-Mail koppmann@uni-wuppertal.de

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Druckversion von http://www.presse.uni-wuppertal.de/2009/0224_koppmann.html