Stiftung Mercator: 2,1 Mio. Euro zur Sicherung des Förderunterrichts

24.03.2009

Studie: Wirksame Sprachförderung durch Lehrer mit Migrationshintergrund

Stiftung Mercator: 2,1 Mio. Euro zur Sicherung des Förderunterrichts

Prof. Dr. Charlotte Röhner Prof. Dr.
Charlotte Röhner

Schüler mit Migrationshintergrund, die im Rahmen des Projekts "Förderunterricht für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund" der Stiftung Mercator (Essen) sprachlich und fachlich unterstützt werden, haben ihre Leistungen deutlich verbessert. So konnten sich 70 Prozent der Förderschüler mit anfangs mangelhaften oder gar ungenügenden Noten in Deutsch und Mathematik um mindestens eine Note steigern. Insbesondere konnten Schüler von der Förderung profitieren, die von Förderlehrern mit gleicher ethnischer Herkunft unterrichtet werden. Lehramtsstudierende fühlen sich durch die Unterrichtspraxis besser auf ihren künftigen Beruf vorbereitet, sowohl im Bezug auf ihre didaktischen und pädagogischen Kompetenzen als auch im Umgang mit kultureller Vielfalt. Das belegt eine Studie des "europäischen forums für migrationsstudien" (efms) der Universität Bamberg im Auftrag der Stiftung Mercator. Seit 2005 fördert die Stiftung das Projekt "Förderunterricht" an der Bergischen Universität in Kooperation mit dem Ressort Zuwanderung und Integration der Stadt Wuppertal.

„Es freut uns, dass die Evaluation des Förderunterrichts die Erfahrungen und die Ergebnisse des Projekts in Wuppertal widerspiegelt. Dadurch fühlen wir uns in unserer Arbeit bestätigt und möchten das Projekt weiterentwickeln. Die Ausschreibung der Stiftung Mercator bedeutet für uns eine große Chance, den Förderunterricht in Wuppertal zu verstetigen. Wir werden also auf die Kommune zugehen und gemeinsam mit ihr ein entsprechendes Konzept bei der Stiftung Mercator einreichen“, so Prof. Dr. Charlotte Röhner, die im Fachbereich Bildungswissenschaften der Bergschen Universität das Fach Pädagogik der frühen Kindheit und der Primarstufe vertritt.

„Wir freuen uns, dass die Zielsetzung unseres Projekts, die Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu erhöhen, durch die Evaluationsergebnisse bestätigt wird. Der Erfolg des Konzepts bestärkt uns, das Modell Förderunterricht fortzuführen. Daher stellt die Stiftung Mercator einen Matching Fund in Höhe von 2,1 Millionen Euro zur Verfügung. Damit sollen die Standorte nachhaltig gesichert werden“, so Dr. Bernhard Lorentz, Vorsitzender der Stiftungs-Geschäftsführung. Im Rahmen des Matching Funds wird den Projektpartnern des Förderunterrichts eine zweijährige Anschlussfinanzierung in Aussicht gestellt.

Rund 6.500 Schüler bundesweit werden seit fünf Jahren individuell von 1.500 Lehramtsstudierenden gefördert. Im Rahmen des Projekts erhalten sie kostenfreien, außerschulischen Förderunterricht. Insgesamt unterstützt die Stiftung Mercator das Projekt mit zehn Millionen Euro.

Internationale Studien belegen, dass junge Menschen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem benachteiligt sind. Die Grundlage für Bildungserfolg sind gute Sprachkenntnisse. Während die frühkindliche Sprachförderung bei Kindern aus Migrantenfamilien mittlerweile greift, fehlen entsprechende Angebote für Schüler der Sekundarstufen I und II. Diese Lücke will das von der Stiftung Mercator initiierte Projekt schließen.

In Wuppertal startete das Projekt „Förderunterricht“ im Oktober 2005 an sechs Schulen der Sekundarstufe I. Im November 2006 wurde das Projekt auf die Sekundarstufe II ausgeweitet. Gegenwärtig findet der Förderunterricht an neun Schulen – alle Schulformen einschließlich Förderschule – der Sekundarstufe I sowie an sechs Schulen der Sekundarstufe II – vier Berufskollegs, ein Gymnasium, eine Gesamtschule – statt. An jeder Schule steht den Förderlehrern ein Lehrer als Ansprechpartner zur Verfügung.

Der Förderunterricht ist als duale Förderung in Deutsch und in den Lernbereichen Mathematik, Natur- und Sozialwissenschaften sowie Fremdsprache angelegt. Deutsch als Zweitsprache wird so in enger Verzahnung mit den Unterrichtsinhalten vermittelt, wozu auch die direkte Ansiedlung des Unterrichts an den Schulen und der Austausch mit den dort tätigen Lehrer/innen beitragen. Zur Förderarbeit gehört die regelmäßige systematische Erfassung des Sprachentwicklungsstands. Die Gestaltung des Förderunterrichts sowie die Begleitung der Förderlehrer werden in regelmäßigen Abständen von der Bergischen Universität Wuppertal evaluiert.

Die Stiftung Mercator gehört zu den großen deutschen Stiftungen. Sie initiiert und unterstützt Projekte für bessere Bildungsmöglichkeiten an Schulen und Hochschulen.

Kontakt:
Prof. Dr. Charlotte Röhner
Telefon 0202/439-2368/2313
E-Mail roehner@uni-wuppertal.de

Siegmar Schnabel
Ressort Zuwanderung und Integration der Stadt Wuppertal
Telefon 0202/563-2097
E-Mail siegmar.schnabel@stadt.wuppertal.de

Homepage Prof. Röhner
www.stiftung-mercator.org
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Druckversion von http://www.presse.uni-wuppertal.de/2009/0324_roehner.html