Physiker Prof. Kampert in Wissenschaftlichen Rat berufen

12.05.2009

Physiker Prof. Kampert in Wissenschaftlichen Rat berufen

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Prof. Dr. Karl-Heinz Kampert, Experimentalphysiker an der Bergischen Universität, ist als externes Mitglied in den Wissenschaftlichen Rat der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) Darmstadt berufen wurde.

Das GSI betreibt eine weltweit einmalige Beschleunigeranlage für Ionenstrahlen mit einem breiten Forschungsprogramm, das von Kern- und Atomphysik über die Plasma- und Materialforschung bis hin zur Tumortherapie reicht. Gegenwärtig beschäftigt die GSI über 1000 Mitarbeiter, darunter 300 Wissenschaftler und Ingenieure. Die überwiegende Nutzung der GSI-Anlagen erfolgt durch auswärtige Einrichtungen, vor allem von deutschen Universitäten mit gegenwärtig über 1000 Wissenschaftlern. Der international besetzte Wissenschaftliche Rat berät das Direktorium der GSI in allen wissenschaftlichen und technischen Fragen, bewertet aktuelle Forschungsvorhaben und spricht Empfehlungen für das zukünftige Programm aus. Er ist mit dem Hochschulrat an Universitäten vergleichbar.

Als Forscher ist Prof. Kampert u.a. am Pierre Auger Observatorium in Argentinien, dem größten wissenschaftlichen Experiment, das je gebaut wurde, zum Nachweis höchstenergetischer Teilchen des Universums beteiligt. Die Energien dieser Teilchen sind mehr als 10 Millionen Mal höher als die des Large Hadron Colliders (LHC) am europäischen Forschungszentrum CERN. Bislang gab es keine Einigkeit darüber, woher diese Teilchen stammen und wie sie auf so hohe Energien beschleunigt werden können.

Die Pierre Auger Forschergruppe hatte bereits vor der Fertigstellung des Observatoriums 2008 erste Ergebnisse veröffentlicht, die von internationalen Wissenschaftsjournalisten nach der Gen- und Stammzellenforschung als drittwichtigster wissenschaftlicher Durchbruch des Jahres 2007 bewertet worden waren und – so Prof. Kampert – ein neues Fenster zum Universum eröffneten: Höchstenergetische Teilchen gelangen nicht gleichmäßig aus allen Himmelsrichtungen zu uns, sondern weisen eine Richtungskorrelation zu nahen benachbarten Galaxien auf, in denen sich außerordentlich massereiche schwarze Löcher befinden.

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Druckversion von http://www.presse.uni-wuppertal.de/2009/0512_kampert.html