OUTPUT ist da: Bergische Universität gibt Forschungsmagazin heraus

07.07.2009

OUTPUT ist da: Bergische Universität gibt Forschungsmagazin heraus

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Die Bergische Universität hat ein Forschungsmagazin aus der Taufe gehoben: OUTPUT wird zweimal jährlich – oder einmal pro Semester! – aktuelle Forschungsprojekte darstellen. Autoren sind Wissenschaftler der Universität. Prof. Dr. Michael Scheffel, Prorektor für Forschung, Drittmittel und Graduiertenförderung, in seinem Vorwort: „BUW.OUTPUT will die Sichtbarkeit von Forschung über Fachgrenzen hinweg erhöhen und mehr öffentliche Transparenz schaffen und einen Einblick in die vielfältige Forschungslandschaft an der Bergischen Universität geben.“

In der ersten Ausgabe, die soeben erschienen ist, berichtet der Astrophysiker Prof. Dr. Karl-Heinz Kampert von den höchstenergetischen Teilchen des Universums, nach denen am Pierre Auger Observatorium in der argentinischen Steppe – dem größten Experiment der Welt – unter Wuppertaler Beteiligung gesucht wird. Die Pierre Auger Forschergruppe konnte bereits vor der Fertigstellung des Observatoriums erste Ergebnisse veröffentlichen: Die höchstenergetischen Teilchen gelangen nicht gleichmäßig aus allen Himmelsrichtungen zu uns, sondern weisen stattdessen eine Richtungskorrelation zu nahen benachbarten Galaxien auf, in denen sich außerordentlich massereiche schwarze Löcher befinden. Dieses Ergeb-nis, das ein neues Fenster zum Universum eröffnete, bewerteten internationale Wissenschaftsjournalisten nach der Gen- und Stammzellenforschung als drittwichtigsten wissenschaftlichen Durchbruch des Jahres 2007.

Verwandt mit dieser Thematik ist, worüber die junge Physikerin Anna Franckowiak, ehemalige Diplomandin von Prof. Kampert und jetzt Doktorandin an der Humboldt-Universität in Berlin, schreibt: Die Neutrinojagd am Südpol, wo es ebenfalls um die Geheimnisse hochenergetischer Teilchen aus astrophysikalischen Quellen geht.

Quarks, Gluonen und die Quantenchromodynamik QCD sind Thema der Theoretischen Physiker Prof. Dr. Zoltan Fodor und Dr. Christian Hoelbling. Mit ihren Arbeiten, zu deren Durchführung eine Rechenleistung von ca. 100 Trillionen Rechenoperationen erforderlich war, konnte nach über 30jähriger Forschung endgültig geklärt werden, dass der überwiegende Teil der Masse des sichtbaren Universums tatsächlich in der Bewegungs- und Bindungsenergie von Quarks und Gluonen seinen Ursprung hat. Die Arbeiten um Prof. Fodor zu den leichten Hadronen wurden von der Redaktion des US-Wissenschaftsmagazins "Science" zu einer der 10 wichtigsten wissenschaftlichen Durchbruchsarbeiten des Jahres 2008 erklärt.

Im vierten Beitrag von OUTPUT 1/2009 geht es um Empirie und Mathematik in den Naturwissenschaften – historisch und philosophisch. Der Wissenschaftshistoriker Prof. Dr. Friedrich Steinle stellt das Interdisziplinäre Zentrum für Wissenschafts- und Technikforschung IZWT vor. Er schreibt: „Am IZWT wird eine der zentralen Fragestellungen untersucht, die Geschichte und Philosophie gleichermaßen betrifft. Wie lässt es sich verstehen, dass die theoretisch behauptete Hypothetizität ein historisch weit zurückreichendes Phänomen ist, das erst für die moderne Wissenschaftsauffassung kennzeichnend wird, zugleich aber am Material der Wissenschaftsgeschichte Bestätigung zu finden vermag?“

Der fünfte Beitrag ist dem neuen Bergischen Kompetenzzentrum für Gesundheitsmanagement und Public Health gewidmet, das diese Woche erstmals öffentlich vorgestellt wurde. Der Arbeitspsychologe Prof. Dr. Rainer Wieland und die Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Dr. Kerstin Schneider skizzieren unter der Headline „Gesundheit der Zukunft – Zukunft der Gesundheit“ nicht nur das Konzept, sondern stellen das Vorhaben in einen Kontext zur „Theorie der langen Zyklen“ des russischen Ökonomen Kondratieff: Im Zeitalter des (sechsten) Kondratieff-Zyklus, so die Prognose, werden Biotechnologie und psychosoziale Gesundheit die vorherrschenden Themen sein. Damit würden gravierende Veränderungen struktureller, finanzieller und kultureller Art im Gesundheitswesen einhergehen.

OUTPUT berichtet in Kurzmeldungen über zahlreiche weitere aktuelle Forschungsprojekte aus unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen der Bergischen Universität und listet schließlich die weiteren, neben dem IZWT entstandenen Interdisziplinären Zentren auf, die Institute, Sonderforschungsbereiche, Forschungszentren und Graduiertenkollegs.

Konzeption und Redaktion von OUTPUT lagen unter der Federführung des Prorektors für Forschung bei Susanne Hans (bisher UNImarketing, jetzt Energieagentur NRW) und Uni-Pressereferent Michael Kroemer, die Gestaltung bei der Agentur Engel und Norden – Visuelle Kommunikation. Das Forschungsmagazin hat eine Startauflage von zunächst 2.000 Exemplaren, das erste Heft 44 Seiten Umfang.

OUTPUT ist mit englisch-sprachigen abstracts versehen und steht komplett im Internet (in Kürze dort auch in englischsprachiger Langfassung, Übersetzung Joseph Swann), ist aber als Printausgabe kostenlos erhältlich in der Wissenschaftstransfer-stelle, Campus Grifflenberg, Gebäude P, Ebene 08, oder der Universitätspressestelle, ebenfalls dort, und kann per E-Mail angefordert werden: 
transfer@uni-wuppertal.de oder presseservice@uni-wuppertal.de.

www.buw-output.de
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