Spektakuläre Ausstellung im Kolkmannhaus

09.07.2009

Die Geheimnisse des Barcelona Chairs:

Spektakuläre Ausstellung im Kolkmannhaus

Prof. Dr. Friederike Deuerler (links), Materialwissenschaftlerin, und Prof. Dr. Gerda Breuer, Kunsthistorikerin:
Wissenschaftliche Verbindung über ein berühmtes Sitzmöbel, den Barcelona Chair von 1929. Bei dem Sessel links handelt es sich um eine Leihgabe des Versandhauses BADER in Pforzheim. Er wurde 1959 zum 30. Firmenjubiläum hergestellt und ist galvanisch vergoldet. Prof. Dr. Friederike Deuerler (links), Materialwissenschaftlerin, und Prof. Dr. Gerda Breuer, Kunsthistorikerin: Wissenschaftliche Verbindung über ein berühmtes Sitzmöbel, den Barcelona Chair von 1929. Bei dem Sessel links handelt es sich um eine Leihgabe des Versandhauses BADER in Pforzheim. Er wurde 1959 zum 30. Firmenjubiläum hergestellt und ist galvanisch vergoldet.Klick auf das Foto: Größere Version
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Foto Friederike von Heyden

Die Kunst- und Designhistorikerin Prof. Dr. Gerda Breuer und Materialwissenschaftlerin Prof. Dr.-Ing. Friederike Deuerler haben gemeinsam ein spektakuläres Projekt bearbeitet: Den Barcelona Chair von LUDWIG MIES VAN DER ROHE. Wie das? Der Barcelona-Sessel des berühmten Architekten wird 80 – Mies hatte den Sessel für den Ausstellungspavillon des Deutschen Reiches auf der Weltausstellung in Barcelona 1929 entworfen. Im Laufe der Jahre wurde daraus eine Design-Ikone, die Prof. Deuerler zunächst aus privatem Interesse in den Röntgenfokus genommen hatte: Die Professorin für Werkstofftechnik führte in Kooperation mit der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (Berlin) sowie den Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalten in Duisburg und München röntgenologische Untersuchungen der ältesten bekannten Pavillon-Sessel durch, um – zerstörungsfrei! – zu klären, wie die Stil-Ikone der Sitzmöbel des 20. Jahrhunderts überhaupt hergestellt wurde.

Der „Barcelona-Sessel“ ist seit 1929 ein repräsentatives Sitzmöbel im International Style. Die Untersuchungen ergaben: Er wurde auf unterschiedliche Art und Weise aus sieben Stücken Flachstahl zusammengesetzt, teils verschweißt, teils verschraubt und genietet. Prof. Deuerler gelang es erstmals, den Produktionszeitpunkt des berühmten Sitzmöbels einzugrenzen und zu bestimmen, wie nahe es dem Status des Prototypen, also des Originals, ist.

Prof. Breuer und Prof. Deuerler zeigen in einer ab Mitte Juli im Kolkmannhaus zu sehenden Ausstellung Beispiele des Möbelklassikers – ein Spektrum von der frühen Produktion, möglicherweise sogar Sessel aus dem Pavillon von 1929, bis zum stapelbaren Barcelona Chair aus Kunststoff. Ein Teil der Exponate wurde von der Galerie Geltinger, München, und dem Versandhaus BADER in Pforzheim zur Verfügung gestellt, ein Stück von der Stiftung Bauhaus Dessau, einige aus privaten Beständen. Prof. Breuer: „Wir zeigen Beispiele von den unterschiedlichen gestalterischen Auseinandersetzungen mit dem Möbelklassiker, einerseits Versuche, in einen Dialog mit dem Vorbild zu treten, andererseits Bemühungen, dem Original möglichst nahe zu kommen, um so von seiner Einzigartigkeit zu zehren.“

Zur Ausstellungseröffnung am 14. Juli wird der fast 90jährige TOBY E. RODES erwartet, Jurist und Journalist, international renommierter Public Relations-Fachmann und von 1955 bis 1966 als Mitglied der Geschäftsleitung von Knoll International Chef der Knoll-Töchter in Deutschland, Frankreich, Italien, der Schweiz und Liechtenstein.

(Galerie im Kolkmannhaus, Hofaue 51-55, Wuppertal-Elberfeld, geöffnet SA/SO 11-16 Uhr; bis 23. August 2009.)

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Druckversion von http://www.presse.uni-wuppertal.de/2009/0709_barcelona.html