Kanzlerwechsel an der Bergischen Universität

08.10.2009

Kanzlerwechsel an der Bergischen Universität

Kanzlerwechsel an der Bergischen Universität: Im großen Hörsaalzentrum auf dem Campus Freudenberg fand die offizielle Amtsübergabe von Hans-Joachim von Buchka auf Dr. Roland Kischkel statt. Dr. Roland Kischkel (50) hat am 1. Oktober 2009 sein Amt angetreten. Er war bisher Kanzler der Technischen Universität Dortmund.

Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch dankte Hans-Joachim von Buchka für faire und offene Zusammenarbeit in einer Zeit, in der sich das Arbeitsfeld des Uni-Kanzlers „dramatisch verändert“ habe. Die Bergische Universität befinde sich in einer sehr dynamischen Phase, der Steuerwechsel müsse „bei voller Fahrt“ vorgenommen werden.

Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung verwies auf die gute Zusammenarbeit zwischen Universitätsverwaltung und Stadtverwaltung in der schwierigen, wechselhaften Amtszeit von Buchkas und sagte seinem Nachfolger Dr. Kischkel faire Zusammenarbeit zu. „Mir ist wichtig, dass die Bergischen Städte ihre Universität unterstützen“, so Jung.

Dr.h.c. Josef Beutelmann, Vorsitzender des Hochschulrates der Bergischen Universität, hob hervor, von Buchka habe die Universität sicher durch alle wirtschaftlichen und personellen Herausforderungen geführt. Letztlich sei es auch ihm zu verdanken, dass der Rektoratswechsel 2008 so reibungslos verlaufen sei.

Der Bielefelder Uni-Kanzler Hans-Jürgen Simm, stellvertretender Sprecher der Kanzler der NRW-Universitäten, dankte von Buchka für kollegiale Hilfestellung und vielfältige Unterstützung im Arbeitskreis der Uni-Kanzler. Simm betonte aber auch, von Buchka könne beruhigt in den Ruhestand gehen, seine Nachfolge sei mit Dr. Kischkel optimal geregelt.

Oberbürgermeister Peter Jung hatte die Lacher auf seiner Seite: Als die Einladung zum Oberbürgermeister Peter Jung hatte die Lacher auf seiner Seite: Als die Einladung zum "Kanzlerwechsel" im Rathaus eintraf, stand die Bundestagswahl noch bevor - da habe er einen Schrecken bekommen (v.l.n.r.): Uni-Ehrenbürger Bernhard Boll, Verleger des Solinger Tageblattes, Festredner Prof. Dr. Peter Strohschneider, Vorsitzender des Wissenschaftsrates, Cornelia Schmelz mit ihrem Ehemann Dr. Roland Kischkel, Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch, Hochschulratsvorsitzener Dr.h.c. Josef Beutelmann, Alt-Kanzler Hans-Joachim von Buchka, seine Ehefrau Ingrid von Buchka, Hans-Jürgen Simm, Kanzler der Universität Bielefeld und stellvertretender Sprecher der NRW-Uni-Kanzler und Uni-Ehrenbürger Reinhard Grätz, Vorsitzender des WDR-Rundfunkrates; in der Reihe dahinter von rechts Alt-Kanzler Dr. Klaus Peters, der ehemalige Forschungs-Prorektor Prof. Dr. Wolfgang Spiegel und Haushalts-Prorektor Prof. Dr. Heinz-Reiner Treichel.

Hans-Joachim von Buchka (61) studierte Rechtswissenschaft an der Universität Bonn und war von 1977 bis 1984 an der Universität Dortmund tätig, wo er mehrere Dezernate der Hochschulverwaltung leitete, bevor er 1988 zum Kanzler der Fachhochschule Dortmund ernannt wurde. 2001 wechselte er als Kanzler an die Bergische Universität.

Während seiner mehr als 32jährigen Tätigkeit in und für Hochschulverwaltungen engagierte sich von Buchka in verschiedenen landes- und bundesweiten Arbeitskreisen, die sich u.a. mit den Themen Verwaltungsmodernisierung und Finanzierungsmodelle für Hochschulen beschäftigten. 1994 bis 2000 war von Buchka Sprecher der NRW-Fachhochschulkanzler, 2006 bis 2007 Vorsitzender des Länderübergreifenden DV-Arbeitskreises der Universitäts-Kanzler.

Von Buchka dankte Rektoratsmitgliedern, Verwaltungsmitarbeitern und -kollegen für jahrelange Unterstützung und wünschte der Bergischen Universität, dass ihre Umstrukturierung erfolgreich weiterbetrieben werden könne, „hin zu einer regional für Lehre, Forschung und Wissens- wie Technologietransfer bedeutsamen, national und international vernetzten und in einigen Teilbereichen hervorragenden Universität, die sich im schwierigen Wettbewerb behaupten kann.“

Seinem Nachfolger wünschte von Buchka Glück und Erfolg, den Verantwortlichen der Bergischen Universität eine glückliche Hand und versprach, aufmerksamer Beobachter der Hochschulszene zu bleiben.

Als Festredner war Prof. Dr. Peter Strohschneider, Germanist an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Vorsitzender des Wissenschaftsrates, nach Wuppertal gekommen. Sein Festvortrag: „Welche Geschichte über sich erzählen? Zur Selbsterfindung der Bergischen Universität in exzellenten Zeiten“ beschäftigte sich mit der – auch künstlichen – akademischen „Zeremonialkultur“.

Er erinnerte daran, dass die Wuppertaler Hochschule 1972 als Gesamthochschule (übrigens damals eine Empfehlung des Wissenschaftsrates, d. Red.) gegründet worden sei, aus heutiger Sicht der Bergischen Universität eine Episode. Prof. Strohschneider lobte ausdrücklich ihr Leitbild, zumal es mit der Exzellenzthematik sparsam umgehe.

Dr. Roland Kischkel brachte sein Amtsverständnis als neuer Kanzler der Bergischen Universität mit einem kurzen Satz auf den Punkt: „Möglich machen, was andere treiben!“ Er sei stolz darauf, Hans-Joachim von Buchkas Nachfolger zu sein.

Sie gaben den musikalischen Rahmen, das Sie gaben den musikalischen Rahmen, das "dubicki-van quartet" aus Brüssel.

Von seiner neuen Wirkungsstätte fordere er „Mut zum Selbstanalyseprozess“ und wandte sich gegen die uniformen Selbstbeschreibungen von Universitäten, in denen er häufig den Mut vermisse, Individualität zu formulieren. An der Bergischen Universität sei er schon in seinen ersten Tagen auf eine motivierende und einladende Stimmung gestoßen.

Der Hochschulrat hatte den Wissenschaftsmanager im Mai einstimmig berufen, der Senat der Universität die Wahl von Dr. Kischkel ebenfalls einstimmig bestätigt. Der neue Kanzler, der seit 2001 dieses Amt an der TU Dortmund innehatte, studierte Germanistik und Pädagogik, war wissenschaftlicher Mitarbeiter eines Drittmittelprojekts an der TU Darmstadt und promovierte 1991 an der Uni Bielefeld über das Thema „Sprache-Recht-Politik – Studien zur rechtlichen und politischen Beschreibung von Sprache“ mit „magna cum laude“.

Danach war Dr. Kischkel Mitarbeiter der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), zuletzt als Referatsleiter und Programmdirektor der Abteilung Sonderforschungsbereiche. Nach zehn Jahren bei der DFG ging er als Kanzler an die TU Dortmund. Er wohnt inzwischen in Wuppertal.

Der Festvortrag von Prof. Dr. Peter Strohschneider im Wortlaut
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