Lebensmittelchemiker Prof. Dr. Helmut Guth gestorben

12.01.2010

Lebensmittelchemiker Prof. Dr. Helmut Guth gestorben

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Prof. Dr. Helmut Guth, Lebensmittelchemiker an der Bergischen Universität, ist im Alter von erst 49 Jahren plötzlich gestorben.

Am 8. August 1960 in München geboren, folgte er nach Schule und Wehrdienst bei der Luftwaffe seinem naturwissenschaftlichen Interesse und studierte in München und Stuttgart Chemie und Lebensmittelchemie. Mit abgeschlossenem lebensmittelchemischen Staatsexamen kehrte er an die TU München und die Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie zurück, um eine Doktorarbeit über den Verderb von Sojaöl und dabei entstehende Aromastoffe zu schreiben. Anschließend habilitierte Dr. Guth über den Einfluss von Rebsorten und Verarbeitungstechnologie auf Aroma- und Geschmackstoffe in Wein.

In den letzten Jahren wurde Prof. Guth einer breiten Öffentlichkeit mit dem „Wuppertaler Synthesewein“ bekannt. 2008 konnte er in „Quarks & Co“ im WDR-Fernsehen mit seinem künstlich hergestellten Gewürztraminer zwei prominente Sommeliers täuschen – sie zogen bei einer verdeckten Verkostung Prof. Guths Synthesewein einem authentischen Gewürztraminer vor. Danach riss die Nachfragen von TV-Sendern nach dem Wuppertaler Professor und seinem Synthesewein nicht ab. „Seine“ letzte Sendung, eine Folge von „Sag die Wahrheit“ mit Supernase Mike Krüger, ist am 1. Februar 2010 um 22 Uhr im SWR-Fernsehen zu sehen.

1997 war Dr. Guth an die Bergische Universität Wuppertal berufen worden. Sein Forschungsschwerpunkt blieb die Aromaforschung, von der sensorischen Analytik, die Aromafreisetzung aus unterschiedlichsten Lebensmitteln bis zur Herstellung synthetischer Aromastoffe. Beim „Sniffing“, dem Abriechen von Aromen, gelang es kaum einem seiner Studenten oder Mitarbeiter, mit einer ähnlich empfindlichen und die verschiedensten Aromaeindrücke differenzierenden Nase aufwarten zu können wie Prof. Guth sie hatte.

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Sein Fachkollege Prof. Dr. Michael Petz: „Keineswegs war es sein Anliegen, natürliche Lebensmittel durch künstlich hergestellte zu ersetzen. Sondern er wollte durch möglichst genaue Charakterisierung erwünschter Aromaprofile dazu beizutragen, dass konventionelle und neuartige lebensmitteltechnologische Verfahren und Landbaumethoden so modifiziert werden, dass optimale natürliche Produkte entstehen.“

Prof. Dr. Helmut Guth wurde in seiner Heimatstadt Germering bei München beigesetzt. Prof. Petz: „Wir verlieren einen Menschen, dessen Humor, Charme und Kreativität einen in den Bann ziehen konnten.“

ARD berichtet über den Wupper-Wein
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