Ältester Emeritus Prof. Fritz Bärmann im Alter von 96 Jahren gestorben

18.01.2010

Ältester Emeritus Prof. Fritz Bärmann im Alter von 96 Jahren gestorben

Kurz vor Vollendung seines 97. Lebensjahres ist der älteste Emeritus der Bergischen Universität, der Pädagoge Professor Dr. Fritz Bärmann, gestorben. Vergangene Woche konnte er noch die Verlagsankündigung seines großen Werkes "Gedächtnis - Kulturgedächtnis - Gedächtniskultur" wahrnehmen.

1956 war Bärmann, damals Rektor einer Volksschule in Hessen, auf eine neu eingerichtete Professur für Schulpädagogik an die Pädagogische Akademie Wuppertal berufen worden, eine der Vorgängereinrichtungen der späteren Universität. 1977 wurde Bärmann der erste Ehrendoktor der 1972 gegründeten Hochschule. 1978 wurde er emeritiert.

Ganze Schülergenerationen lernten Mathe mit den Lehrwerken von Prof. Bärmann, z.B. der "Zauberfibel". Mathematik für Grundschüler war eines seiner Forschungsgebiete. Er war Ko-Autor eines vierbändigen Lehrwerks, das 1973 gleichzeitig in griechischen, niederländischen, österreichischen und Schweizer Ausgaben erschien. Seine Forschungen befassten sich aber auch mit dem Schreibenlernen. Als Experte für die Wirksamkeit von Sprache im Unterricht arbeitete er an Lesewerken für Grund- und Hauptschulen in Hessen und Nordrhein-Westfalen mit.

2008, Besuch beim Urgestein der Pädagogik zu seinem 95. Geburtstag (v.l.n.r.): Akad. Direktor Walter Thomann, damaliger Geschäftsführer des Instituts für Schulforschung und Lehrerbildung der Bergischen Universität, der damalige Uni-Rektor Prof. Dr. Volker Ronge, Prof. Dr.h.c. Fritz Bärmann und Prof. Dr. Dr.h.c. Jörg Ruhloff. 
2008, Besuch beim Urgestein der Pädagogik zu seinem 95. Geburtstag (v.l.n.r.): Akad. Direktor Walter Thomann, damaliger Geschäftsführer des Instituts für Schulforschung und Lehrerbildung der Bergischen Universität, der damalige Uni-Rektor Prof. Dr. Volker Ronge, Prof. Dr.h.c. Fritz Bärmann und Prof. Dr. Dr.h.c. Jörg Ruhloff. Foto Holger Steffe

Das von Prof. Bärmann entwickelte so genannte "Wuppertaler Modell" der Lehrerausbildung verknüpfte schulpraktische Studien angehender Lehrer mit wissenschaftlichen Studien.

Bärmanns Pädagogik-Kollege Prof. Dr. Dr.h.c. Jörg Ruhloff: "Professor Bärmann ist Teil des kulturellen Gedächtnisses der Bergischen Universität." Das Gedächtnis selbst war Bärmanns Lebensthema. Prof. Bärmanns eigenes phänomenales Gedächtnis, seine Erzähl-Kunst, sein Witz und Humor blieben ihm bis ins hohe Alter erhalten. Am 17. Februar 2010 wäre er 97 Jahre alt geworden. Sein Buch "Gedächtnis, Kulturgedächtnis, Gedächtniskultur – Aufzeichnungen in schulpädagogischer Absicht“, herausgegeben von Prof. Ruhloff, wird voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte bei Schöningh, Paderborn, erscheinen.

Prof. Fritz Bärmann wird am Freitag in seiner Wahlheimat im westfälischen Ahaus beigesetzt.

Zum 95. Geburtstag von Prof. Dr.h.c. Fritz Bärmann lesen Sie hier einen Artikel von Prof. Dr. Dr.h.c. Jörg Ruhloff

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Druckversion von http://www.presse.uni-wuppertal.de/2010/0118_baermann.html