Mit Heizen Geld verdienen

19.01.2010

Mit Heizen Geld verdienen

Mit zwei Pilotprojekten wollen die Wuppertaler Stadtwerke AG gemeinsam mit einer Forschergruppe der Bergischen Universität unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Karsten Voss (Fach Bauphysik/Technische Gebäudeausrüstung) und dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE, Freiburg) exemplarisch zeigen, dass sich speziell in Wohnhäusern aus der Gründerzeit durch kleine Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Verbindung mit innovativer Regelungstechnik nicht nur umweltfreundlich heizen, sondern auch Geld verdienen lässt. Eigentümer solcher Gebäude in Wuppertal sollen sich bis Mitte Februar 2010 bei den Stadtwerken Wuppertal melden! Das Projekt wird mit Mitteln der WestLB-Stiftung "Zukunft NRW" unterstützt.

Energieeinsparung und Klimaschutz sind wirkungsvoll und wirtschaftlich attraktiv umsetzbar, wenn Wohnhäuser in großer Zahl saniert werden. Wohnhäuser aus der Gründerzeit prägen in vielen Städten das Stadtbild, in Wuppertal in großer Dichte vor allem in der Elberfelder Nordstadt, auf dem Rott und in Wichlinghausen.

Wegen des Denkmalschutzes sind umfangreiche energetisch-bauliche Sanierungen aber oft unwirtschaftlich bis unmöglich. Gründerzeithäuser eignen sich jedoch für den Einsatz kleiner Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, so genannter KWK-Anlagen: Die Wärmeversorgung wird durch die Abwärme der netzgekoppelten Stromerzeugung im Heizungskeller gewährleistet. Anders als bei der Stromerzeugung in Kraftwerken werden über 90 Prozent der im Brennstoff - meist Erdgas - verfügbaren Energie genutzt.

Weil kleine KWK-Anlagen erst seit einigen Jahren verfügbar sind, gibt es noch nicht so viele davon, in Wuppertal derzeit rund 30. Diese Anlagen laufen zwischen 3000 und 5000 Stunden pro Jahr. Ihr Betrieb ist ausschließlich wärmegeführt, d.h. Strom wird dann erzeugt, wenn Wärme benötigt wird. Der Großteil des erzeugten Stroms wird also „exportiert“ und nicht in erster Linie für den Eigenbedarf produziert.

Genau hier setzen die Arbeiten der Wuppertaler Forscher an. Wirtschaftlich interessant ist vor allem die Deckung des eigenen Stromverbrauchs. Außerdem wird bei den Stadtwerken darüber nachgedacht, den Preis für eingespeisten Strom künftig zeitlich variabel zu gestalten. So entsteht ein wirtschaftlicher Anreiz dafür, die KWK-Anlage im Heizungskeller auch dann in Betrieb zu nehmen, wenn – beispielsweise in der Mittagszeit – eingespeister Strom höher vergütet wird. Dazu bedarf es eines Wärmespeichers und einer intelligenten Regelungseinheit. Im Rahmen einer gerade abgeschlossenen Studie haben die Forscher um Prof. Voss gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut Details der Dimensionierung, der Betriebsführung und Wirtschaftlichkeit analysiert.

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Jetzt werden Hauseigentümer gesucht, die ihre Zentralheizung in einem Gründerhaus in Wuppertal auf eine Kraft-Wärme-Kopplung umrüsten und den Praxistest antreten wollen. Interessenten melden sich bei den WSW unter 569-4096 (Thomas Daubner).

Eine Kurzfassung der Studie steht im Internet unter http://www.btga.uni-wuppertal.de/Aktuelle_Forschung/KWK/ zur Verfügung.

Kontakt:
Frank Schwarz
WSW Energie & Wasser AG
Telefon 0202/569-3717

Eike Musall, M.Sc.arch.
Bergische Universität Wuppertal
Telefon 0202/439-4292

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Druckversion von http://www.presse.uni-wuppertal.de/2010/0119_heizen.html