Titandioxid baut Autoabgase ab: Straßenbeläge als Katalysatoren

01.02.2010

Titandioxid baut Autoabgase ab: Straßenbeläge als Katalysatoren

Ein großes europäisches Forschungsprojekt unter Beteiligung der Bergischen Universität soll die Wirksamkeit von so genannten photokatalytischen Oberflächen auf die Reduktion von Luft-Schadstoffen, vor allem Autoabgasen demonstrieren. Dabei wird z.B. Straßenbelägen, Wandfarben in Tunneln oder Bedachungen an stark befahrenen Straßen ein Stoff beigefügt, der mit Hilfe von Sonnenlicht schädliche Schadstoffe chemisch abbauen kann. Im Prinzip wird dabei derselbe Stoff wie in Sonnencremes verwendet – Titandioxid. Titandioxid kann bei Einstrahlung von ultraviolettem Licht chemische Reaktionen beschleunigen, also als Katalysator eingesetzt werden und dafür sorgen, dass die Luft sauberer wird. Das spektakuläre Projekt läuft über vier Jahre mit einem Gesamtbudget von ca. 4 Millionen Euro. Davon hat die Bergische Universität Wuppertal einen Anteil von knapp 500.000 Euro.

Im Projekt PhotoPaq (Demonstration of Photocatalytic Remediation Processes on Air Quality) geht es vorrangig um die Reduktion von Schadstoffen wie Stickstoffdioxid, Kohlenwasserstoffe (z.B. krebserregendes Benzol) sowie von Feinstaub. Dazu werden in zwei europäischen Städten ein Tunnel und eine Straße mit dem neuartigen Photokatalysator ausgestattet. Am Projekt nehmen sieben Forschergruppen aus Frankreich, Belgien, Griechenland und Deutschland unter Beteiligung eines italienisch/französischen Industrieunternehmens teil. Der erste Feldversuch in einem Tunnel in Brüssel ist für 2011 geplant.

Neben den Feldversuchen sollen die Katalysator-Oberflächen auch im Labor auf ihre Reinigungswirkung, aber auch auf u. U. entstehende schädliche Folgeprodukten, untersucht werden. Daneben wird der Prozess auch theoretisch (anhand von Modellen) beschrieben und so die Vorhersage künftiger Schadstoffreduktionen beim Einsatz photokatalytischer Oberflächen ermöglicht. Projektverantwortlicher im Fach Physikalische Chemie ist Privatdozent Dr. Jörg Kleffmann.

Kontakt:
Privatdozent Dr. Jörg Kleffmann
Telefon 0202/439-3534
E-Mail kleffman@uni-wuppertal.de

Prof. Dr. Peter Wiesen
Telefon 0202/439-2515, Mobilruf 0174 911 0339
E-Mail wiesen@uni-wuppertal.de

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