„Planungszelle“: 54 zufällig ausgewählte Personen diskutierten

03.02.2010

Studierende legen Gutachten zum Umbau der Uni vor

„Planungszelle“: 54 zufällig ausgewählte Personen diskutierten

Studierende aller sieben Fachbereiche haben ein von ihnen erarbeitetes Gutachten zum Umbau der Bergischen Universität offiziell dem Rektorat übergeben. Die Empfehlungen sind Ergebnis einer von der Universität beauftragten Arbeit im Rahmen einer viertägigen Planungszelle. Dazu waren 54 Studentinnen und Studenten per Zufallsverfahren ausgewählt worden. Im Mittelpunkt stehen konkrete Vorschläge für eine Anpassung der Raumstrukturen an neue Anforderungen im Studium.

Die Studierenden befragten Experten und tauschten sich in Kleingruppen über ihre Vorstellungen zur Zukunft der Universität aus, um am Ende Vorschläge zu bevorstehenden Umstrukturierungsmaßnahmen zu entwickeln. Das Gutachten enthält eine Vielzahl konkreter Verbesserungsvorschläge – von ergonomischeren Stühlen, besser gestalteten Aufenthaltsräumen, verbesserte Instandhaltungsmaßnahmen bis zu optimierten Streckenführungen der Campus-Busse.

Im Mittelpunkt stand, wie sich veränderte Anforderungen an das neue Bachelor-/Master-Studium in die Gestaltung von Lern- und Arbeitsräumen niederschlagen sollten. Kommunikationsfähigkeit wird zur Schlüsselqualifikation, doch dafür fehlen bisher die notwendigen Infrastrukturen. Die Studierenden entwickelten Konzepte, wie Räume flexibler genutzt werden könnten.

Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch: „Bei allen Vorschlägen ist bemerkenswert, wie intensiv und ernsthaft sich die Studierenden in die Materie eingearbeitet haben. Es ist gut zu sehen, dass das Verfahren selbst die Teilnehmer nicht unberührt lässt, sondern zusätzliche Identifikationsmomente schafft. Insofern steht es auch für eine ‚offene Universität’ und eine Partizipations- und Diskussionskultur, die Lern- und Arbeitsumgebung gemeinschaftlich weiterentwickelt.“

Prof. Dr.Hans J. Lietzmann Prof. Dr.
Hans J. Lietzmann

Das Instrument der Planungszellen ist ein in den 1970er Jahren an der Bergischen Universität von dem Soziologen Prof. Dr. Peter C. Dienel entwickeltes Beteiligungsverfahren, bei dem per Zufall ausgewählte Bürger an der Lösung konkreter Probleme mitarbeiten.

Prof. Lietzmann, Leiter der Forschungsstelle Bürgerbeteiligung: „Im In- und Ausland wurde dieses erfolgreiche Bürgerbeteiligungsverfahren zwar schon weit mehr als einhundert Mal angewandt, doch die Wuppertaler Politik und die Wuppertaler Bürgerinnen hatten es bislang noch nicht für sich zu nutzen verstanden. Ich freue mich daher besonders, dass das Rektorat der Bergischen Universität den bevorstehenden Umbau zum Anlass genommen hat, die Studierenden durch eine Planungszelle daran zu beteiligen und, wie das Gutachten mit seinen Empfehlungen und Vorschlägen zeigt: Mit einzigartigem Erfolg!“

Kontakt:
Prof. Dr. Hans J. Lietzmann
Forschungsstelle für Bürgerbeteiligung
Telefon 0202/439-2429
E-Mail hans.j.lietzmann@uni-wuppertal.de

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