Gebürtige Elberfelder Max Burchartz und Werner Graeff in Meisterhäusern

12.02.2010

Kunsthistorikerin Prof. Gerda Breuer konzipierte Ausstellung für Dessau

Gebürtige Elberfelder Max Burchartz und Werner Graeff in Meisterhäusern

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Eine Doppelausstellung „Es kommt der neue Ingenieur! Max Burchartz und Werner Graeff am Bauhaus“, konzipiert von der Wuppertaler Kunst- und Designhistorikerin Prof. Dr. Gerda Breuer, wird am 19. Februar in den Meisterhäusern Kandinsky/Klee in Dessau eröffnet. Dazu erscheint ein jeweils 340 Seiten starker Katalog. Die Ausstellung wird von Hochtief und vom Kulturamt der Stadt Dessau unterstützt.

Werner Graeff, 1901 in Sonnborn geboren, kam 1921 ans Bauhaus und zählte zur Avantgarde seiner Zeit. Er verfasste Texte wie „Es kommt der neue Ingenieur“ und „Wir wollen nicht länger Analphabeten sein“. 1927 war er PR-Chef einer Architekturausstellung in Stuttgart mit den heute berühmtesten modernen Architekten Europas (Mies van der Rohe, Le Corbusier, Walter Gropius) und veröffentlichte die Bücher „Bau und Wohnung“, „Innenräume“ und die Schrift „Es kommt der neue Fotograf!“. 1934 emigrierte er nach Spanien, später von dort in die Schweiz. Wie Burchartz wurde Graeff nach dem Krieg Lehrer für Fotografie und Grafik an der Folkwangschule in Essen und widmete sich in seinem Spätwerk der Malerei und der künstlerischen Gestaltung des Ruhrgebiets.

Max Burchartz, 1887 in Elberfeld geboren, kam nach seiner Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf 1921 nach Weimar. Wie Graeff nahm er an entscheidenden Aktivitäten der Avantgarde teil und wie dieser gab er seine Malerei auf, um sich ganz der neuen Gestaltung in Typografie und Werbung zu widmen. 1924 zog er ins Ruhrgebiet und gründete eine Werbeagentur. Es entstand eine für jene Zeit „radikale“ Typografie. 1926 begann seine Lehrtätigkeit an der Folkwangschule. Burchartz’ Kunst wurde 1937 auf der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München gezeigt, seine Malerei als „bolschewistische Entartung“ diskreditiert. Nach dem Krieg wurde er wieder Lehrer an der Folkwangschule. 1961 starb er in Essen; posthum erschien seine Gestaltungslehre „Schule des Schauens“.

Die Doppelausstellung (Laufzeit bis 18. April) zeigt Grafik, Ölmalerei der 20er und 50er Jahre, Fotografien, Werbung, Bücher, Industrieprodukte und ein Architekturmodell. Bei der Ausstellungseröffnung in den Meisterhäusern sprechen Prof. Philipp Oswalt, Leiter der Stiftung Bauhaus Dessau, Gerhard Lambrecht, Leiter des Amtes für Kultur und Sport der Stadt Dessau-Roßlau, und Prof. Breuer.

Parallel zur Ausstellung erscheinen im jovis Verlag, Berlin, zwei Buchkataloge, herausgegeben von Prof. Breuer: „Max Burchartz. Künstler. Typograf. Pädagoge“ und „Werner Graeff. Der Künstleringenieur“.

Kontakt:
Prof. Dr. Gerda Breuer
Telefon 0202/439- 5703
E-Mail breuer@uni-wuppertal.de

www.meisterhaeuser.de
www.jovis.de nächste

Druckversion von http://www.presse.uni-wuppertal.de/2010/0212_breuer.html