Kirchen ehren auf der Berlinale Filmwissenschaftler Prof. Thomas Koebner

16.02.2010

Kirchen ehren auf der Berlinale Filmwissenschaftler Prof. Thomas Koebner

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Der Filmwissenschaftler Prof. Dr. Thomas Koebner, bis 1983 an der Bergischen Universität tätig, hat anlässlich der 60. Berlinale einen Sonderpreis der Kirchen erhalten.

Die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ehrten Prof. Koebner "für seine Verdienste um die Wahrnehmung und Anerkennung des Films als Kunstform". Koebner habe in außergewöhnlicher Weise das Verständnis für den Rang des Films und die Leistung von Filmkünstlern erschlossen, zur Etablierung des Films als Forschungsgegenstand in Deutschland maßgeblich beigetragen und durch seine zahlreichen Publikationen einem breiten Publikum den ästhetischen Reichtum des Films vermittelt.

Die Preisverleihung fand im EKD-Haus am Gendarmenmarkt statt. Prof. Koebner beklagte, dass es nach wie vor eine "kategorische Verachtung" des Films als Kunstform im konservativen deutschen Bildungsmilieu gebe. Zugleich sei aber auch der Einfluss eines „aristokratischen Kunstverständnisses“ des deutschen Philosophen der "Frankfurter Schule", Theodor W. Adorno, für diese Geringschätzung mitverantwortlich. Es sei offenbar aussichtslos, den Film, obgleich längst kulturelles Leitmedium, als Schulfach zu etablieren.

Von 1973 bis 1983 hatte Koebner eine Professur für Germanistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Bergischen Universität Wuppertal inne und den damaligen Fachbereich Sprach- und Literaturwissenschaften mit aufgebaut. 1983 wurde er für Neuere Deutsche Literatur mit Schwerpunkt Medienwissenschaft an die Universität Marburg berufen.

Von 1989 bis 1992 war er außerdem Direktor der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Ab 1993 an der Universität Mainz Professor für Filmwissenschaft, wurde Thomas Koebner 2007 emeritiert und lebt jetzt in München. Der Evangelische Pressedienst bezeichnete Koebner vor einigen Jahren als den wohl „produktivsten deutschen Filmprofessor". Ein Kritiker urteilte: " Wir kennen Filmjournalisten, die in ihrem ganzen Leben nicht so viele Bücher lesen wie Koebner schreibt.“

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Druckversion von http://www.presse.uni-wuppertal.de/2010/0216_koebner.html