UniTal startet in die nächste Runde

18.02.2010

UniTal startet in die nächste Runde

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Die Vorlesungsreihe UniTal geht am heutigen Donnerstag, 18. Februar, in die nächste Runde. Erster Referent ist der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Michael Fallgatter. Sein Thema: „Irrationalität zum Anfassen – Überraschendes und Ernüchterndes bei Alltagsentscheidungen.“ Die Besucher erwartet ein Abend voller persönlicher Eindrücke, denn diesmal sind sie zum Mitmachen aufgefordert.

Los geht es wie immer um 19.30 Uhr in der CityKirche Elberfeld am Kirchplatz. Der Eintritt ist frei. UniTal ist eine Vortragsserie von Professoren der Bergischen Universität für Wuppertal, veranstaltet von der Gesellschaft der Freunde der Bergischen Universität (GFBU) und der Westdeutschen Zeitung.

„Das Rationale am Menschen sind seine Einsichten, das Irrationale, dass er nicht danach handelt.“ Der Erkenntnis von Friedrich Dürrenmatt kann Prof. Fallgatter nur zustimmen. Warum, das wird er in seinem Vortrag zur Eröffnung von UniTal erläutern. Dabei können sich die Zuhörer auf Einiges gefasst machen, denn Fallgatter verspricht: Jeder handelt irrational, wenn es die Situation erlaubt. Deshalb lautet sein Thema „Irrationalität zum Anfassen – Überraschendes und Ernüchterndes bei Alltagsentscheidungen“. Das Publikum wird hautnah erleben können, wird mit dem Bauch, nicht mit dem Kopf entscheiden, jede Logik über Bord werfen.

Prof. Dr.Michael Fallgatter Prof. Dr.
Michael Fallgatter

Was das alles mit Wirtschaft zu tun hat? „Sehr viel“, sagt Fallgatter, denn irrational handeln auch Politiker und Wirtschaftslenker. Letztere sorgen dabei mitunter für spektakuläre Schlagzeilen. Die Übernahme von Mannesmann durch Vodafone war so ein Fall. „Da ging es um horrende Summen, die allerdings nichts mehr mit den Unternehmenswerten zu tun hatten.“ Aber warum handeln Menschen irrational, wenn ihnen der Verstand doch eigentlich davon abrät? Darauf weiß die Forschung auch noch keine abschließende Antwort. „Wahrscheinlich hat uns das in der Evolution irgendwann einmal einen Vorteil gebracht. Dieser Instinkt hat sich bis heute erhalten“, lautet Fallgatters Erklärung.

Mit zum Teil fatalen Auswirkungen. Das global eindrucksvollste Beispiel ist das Wettrüsten. „Rational wäre es, wenn beide Seiten auf einen Gleichstand hinarbeiteten und dieses beizubehalten versuchten. Stattdessen werden immer mehr Waffen aufgehäuft, wird die Spirale immer weiter gedreht.“ „Eskalierende Selbstbindung“ nennt Fallgatter das mit Blick auf die Forschung. Die kennt zwar weniger die Ursprünge, dafür die Verhaltensmuster umso besser. Der Dekan des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaft, Schumpeter School of Business and Economics, weiß zum Beispiel, dass die Risikofreude bei Entscheidungen wächst, wenn Verluste drohen. „Bei der Aussicht auf Gewinne wird eher weniger auf Risiko gespielt.“

Nächster Referent der UniTal-Staffel 2010 ist der Sportmediziner Prof. Dr. Thomas Hilberg. Er stellt klar: Sportmedizin ist mehr als die Erste Hilfe beim Fußball-Foul im Stadion. In die „Welt der Sportmedizin“ entführt Prof. Hilberg am 22. April.

Weiter geht es mit Prof. Dr. Peter Mättig. Der Teilchenphysiker erforscht nichts Geringeres als den Ursprung allen Seins. Dafür arbeitet er am größten Teilchenbeschleuniger, in Genf. Was dort 100 Meter unter der Erde geschieht, erfahren die UniTal-Zuhörer am 17. Juni.

„Romdeutsch“ ist das Thema von Prof. Dr. Karl-Wilhelm Weeber. Der Direktor des Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasiums nimmt am 2. September dem Lateinischen seinen Schrecken und erklärt, wie sehr die totgesagte Sprache in unserer Alltags-Konversation lebendig bleibt.

WZ-Redakteur Andreas Lukesch betreut die Vortragsreihe UniTal. WZ-Redakteur Andreas Lukesch betreut die Vor-
tragsreihe UniTal.

Im Thema bleibt Prof. Dr. Cornelia Gräsel, empirische Bildungsforschung. Ihr Vortrag am 11. November ist kein Karnevalsscherz, sondern Pflichttermin nicht nur für Pädagogen: Nach dem Referat „Notengebung von Lehrern“ erscheint so manches „ausreichend“ in ganz neuem Licht.

ANDREAS LUKESCH

Kontakt
Andreas Lukesch
Westdeutsche Zeitung Redaktion Wuppertal
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Prof. Dr. med. Johannes Köbberling
Telefon 0202/436680
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