Evaluation der Junior Uni Wuppertal: Erste Ergebnisse

24.02.2010

Evaluation der Junior Uni Wuppertal: Erste Ergebnisse

Evaluation der Junior Uni (v.l.n.r.): Junior Uni-Geschäftsführer Jochen Siegfried, Dr. Ina Krumsiek, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Junior Uni, Junior Uni-Initiator und Geschäftsführer Prof. Dr.h.c. Ernst-Andreas Ziegler, Dipl.-Ök. Anna Makles, Prof. Dr. Kerstin Schneider und Prof. Dr. Burckhard Mönter, Vorsitzender des Beirates der Junior Uni Wuppertal. Evaluation der Junior Uni (v.l.n.r.): Junior Uni-Geschäftsführer Jochen Siegfried, Dr. Ina Krumsiek, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Junior Uni, Junior Uni-Initiator und Geschäftsführer Prof. Dr.h.c. Ernst-Andreas Ziegler, Dipl.-Ök. Anna Makles, Prof. Dr. Kerstin Schneider und Prof. Dr. Burckhard Mönter, Vorsitzender des Beirates der Junior Uni Wuppertal.Foto Friederike von Heyden

Erstmals seit ihrer Gründung vor gut einem Jahr ist die Arbeit der Junior Uni Wuppertal wissenschaftlich untersucht worden. Dabei standen zwei Fragen im Vordergrund: Erreicht die Junior Uni Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Haushalten? Antwort: Ja, Kinder und Jugendliche aus sozialen Brennpunkten werden erreicht. Und: Haben Kinder und Jugendliche Spaß an der Junior Uni und lernen sie etwas? Antwort: Ja – durchweg in allen Altersgruppen zwischen 6 und 18 Jahren. Die Bildungsökonomin Prof. Dr. Kerstin Schneider und Dipl.-Ök. Anna Makles stellten heute erste Ergebnisse vor. Dabei hoben Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch und Junior Uni-Geschäftsführer Prof. Dr. Ernst-Andreas Ziegler die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen beiden Institutionen hervor. Prof. Koch: „Was die Junior Uni betreibt, nenne ich eine Pädagogik der Begeisterungsfähigkeit!“

Im Zentrum des Interesses stand bei der ersten Auswertung die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Lernen und Spaß, der Motivation zur Teilnahme sowie die Frage, ob sich die Junior Uni auf Dauer etablieren kann.

10- bis 14jährige sind mit mehr als einem Drittel Hauptgruppe der Teilnehmer. Zweitstärkste Gruppe waren die 6- bis 10jährigen mit 30 Prozent, knapp über 20 Prozent waren 4- bis 6jährige Kinder. Den geringsten Zulauf hatten Kurse für Jugendliche zwischen 14 und 18 mit knapp 14 Prozent der Anmeldungen. 63 Prozent waren Jungen, 37 Prozent Mädchen, wobei der Mädchen-Anteil bisher mit jedem Semester anstieg. Über 20 Prozent der Teilnehmer haben bereits mehr als einen Kurs besucht, einzelne sogar bis zu sieben Kurse!

Etwa 82 Prozent der Teilnehmer kommen aus Wuppertal, fünf Prozent aus Remscheid, 3.5 Prozent aus Solingen. Die restlichen ca. 10 Prozent kommen aus umliegenden Gemeinden, z. B. aus Velbert und Haan. Die Teilnehmer aus Wuppertal kommen zu über 41 Prozent aus Barmen/Oberbarmen und Elberfeld. Ein Großteil der Teilnehmer stammt somit aus Bezirken mit hoher Arbeitslosigkeit und hohem Migrantenanteil. Insgesamt stellen die Teilnehmer der Junior Uni Wuppertal hinsichtlich ihrer sozialen Herkunft einen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung Wuppertals dar.

Wie bewerten die Kinder und Jugendlichen die Junior Uni? Macht das Lernen Spaß? Kinder und Jugendliche beantworteten altersgerechte Fragebögen, bei 10 bis 18jährigen auch Fragen zur Motivation. Aus der Altergruppe 6 bis 10 Jahre gaben 88 Prozent der Kinder an, dass sie Spaß am Kurs hatten und etwas gelernt haben. Kinder, die angaben, nichts gelernt zu haben, hatten auch keinen Spaß.

Um heraus zu bekommen, ob sich die Junior Uni als dauerhafte Institution etablieren kann, wurden die 10- bis 18jährigen gefragt, wie oft sie bereits zuvor an Kursen der Junior Uni teilgenommen haben und ob sie wieder an Kursen teilnehmen wollen. Mehr als 55 Prozent der Kinder zwischen 10 und 14 gaben an, zuvor mindestens an einem Kurs teilgenommen zu haben. Die Frage, ob sie wieder mitmachen möchten, bejahten in beiden Gruppen mehr als Hälfte.

Bei der Frage nach der Motivation zur Teilnahme: Über 80 Prozent nahmen aus Interesse an einem Thema teil, die wenigsten, weil ihre Freunde auch mitmachten. Die 10- bis 14jährigen Kinder kamen zum größten Teil (47 Prozent) auf Initiative ihrer Eltern. Bei der älteren Gruppe waren das nur noch 23 Prozent. Ein hoher Anteil der Jugendlichen – fast 40 Prozent – gab an, den jeweiligen Kurs zur beruflichen Orientierung zu besuchen.

Verknüpft man die Frage nach der Motivation mit der Frage nach dem Wunsch, wieder teilzunehmen, zeigte sich bei den 10- bis 14jährigen, dass die Wahrscheinlichkeit, wieder zu kommen, bei Interesse an einem bestimmten Thema deutlich höher ist (62.5 Prozent); ohne dies sinkt diese Wahrscheinlichkeit auf nur 25 Prozent. Bei den 14- bis 18jährigen zeigte sich ein ähnliches Bild.

Die begleitende Evaluation durch Prof. Schneider und ihr Team ist auf drei Jahre angelegt. Die Zusammenarbeit zwischen Junior Uni und Bergischer Universität wurde 2008 durch einen Kooperationsvertrag geregelt. Derzeit sind 26 Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter der Bergischen Universität als Dozenten an der Junior Uni im Einsatz, vor allem aus den Natur- und Ingenieurwissenschaften. Prof. Koch: „Das ist Ermutigungsdidaktik!“

Kontakt:
Prof. Dr. Kerstin Schneider
Telefon 0202/439-2483
E-Mail kerstin.schneider@wiwi.uni-wuppertal.de

Dipl.-Ök. Anna Makles
Telefon 0202/439-3783
E-Mail makles@statistik.uni-wuppertal.de

www.junioruni-wuppertal.de
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