Die Entdeckung der unsichtbaren Unternehmerinnen

15.10.2010

Existenzgründerinnen in der Chemie

Die Entdeckung der unsichtbaren Unternehmerinnen

Prof. Dr. Christine Volkmann begrüßte die Teilnehmer. Prof. Dr. Christine Volkmann begrüßte die Teilnehmer.

Drei Jahre hatten Wissenschaftlerinnen des Instituts für Gründungs- und Innovationsforschung (IGIF) der Bergischen Universität Wuppertal unter Leitung von Prof. Dr. Christine Volkmann und des Rhein-Ruhr-Instituts für Sozialforschung und Politikberatung an der Universität Duisburg-Essen gemeinsam an dem Projekt ExiChem (Existenzgründerinnen in der Chemie) geforscht. Ihre Ergebnisse präsentierten und diskutierten sie nun auf einer Tagung in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim an der Ruhr.

Obwohl Gründerinnen und Unternehmerinnen in der Chemiewirtschaft erfolgreich im Bereich der Zukunftstechnologien agieren, stehen sie bisher weder im Rampenlicht der Medien, noch hat die Forschung ihr Gründungsumfeld untersucht. In dem vom Bundesforschungsministerium und Europäischen Sozialfonds geförderten Verbundprojekt ExiChem beschäftigte sich das Wuppertaler Institut für Gründungs- und Innovationsforschung mit dem Thema „Strukturen und ökonomische Rahmenbedingungen für Gründungen durch Frauen in der Chemiebranche“.

Im Mittelpunkt des Projektes standen das Bergische Land, die Emscher Lippe Region und die dort herrschenden Bedingungen für Chemieunternehmen und potentielle Gründerinnen. Ziel des Wuppertaler Teilprojektes ist es, strukturelle Barrieren beim Weg in die Selbständigkeit von Chemikerinnen – und Akademikerinnen aus chemienahen Bereichen – abzubauen. Initiatorinnen des Projekts waren die IGIF-Mitarbeiterinnen Dr. Brigitte Halbfas und Dipl.-Soz.Wiss. Melanie Roski.

Forschten gemeinsam über Existenzgründerinnen in der Chemie (v.l.n.r.): Projektkoordinatorin Dr. Ute Pascher, Rhein-Ruhr-Institut, und Dipl.-Sozw.Wiss. Melanie Roski, Bergische Universität. Forschten gemeinsam über Existenzgründerin-
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koordinatorin Dr. Ute Pascher, Rhein-Ruhr-Institut, und Dipl.-Sozw.Wiss. Melanie Roski, Bergische Universität.

Melanie Roski und Dr. Ute Pascher, Koordinatorin des Projektes ExiChem am Rhein-Ruhr-Institut, stellten auf der Abschlusstagung die aktuellen Forschungsergebnisse vor: Gerade für Akademikerinnen spielt die Vereinbarkeit von Familie, Privatleben und Beruf eine große Rolle; selbstständige Chemikerinnen sehen diesen Aspekt als besondere Herausforderung, den sie aufgrund ihrer Selbstständigkeit besser berücksichtigen können; das Motiv der Vereinbarkeit spielt in einem Bündel von Gründungsanlässen bei Gründerinnen eine größere Rolle als bei ihren männlichen Kollegen.

„Letztendlich belegt unsere Untersuchung aber, dass in der Realität die Unterschiede zwischen selbstständigen Chemikerinnen und Chemikern in ihren Voraussetzungen und Arbeitsweisen geringer sind als zwischen Nicht-Unternehmerinnen und Unternehmerinnen“, so Melanie Roski.

Prof. Dr. Christine Volkmann betonte vor den rund 30 Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmern die Notwendigkeit zur Förderung von Unternehmensgründungen durch Frauen, insbesondere in wissens- und technologieintensiven Bereichen wie der Chemie oder der Biochemie.

Dr. Alexandra Blanke vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hob hervor, dass sich das Klima für die berufliche Selbstständigkeit von Frauen zum Positiven wandele. Einen wichtigen Beitrag dazu leiste das BMBF-Programm „Power für Gründerinnen“, in dessen Rahmen auch das Verbundprojekt ExiChem gefördert wird.

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt unter www.exichem.de.

http://igif.wiwi.uni-wuppertal.de
www.risp-duisburg.de


Kontakt
Dipl.-Soz.Wiss Melanie Roski
Institut für Gründungs- und Innovationsforschung
Telefon 0202/439-3375
E-Mail roski@wiwi.uni-wuppertal.de

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Druckversion von http://www.presse.uni-wuppertal.de/2010/1015_exichem.html