Rektor Prof. Koch zu Gast in Kosice, der künftigen Kulturhauptstadt Europas

27.10.2010

Kommunale Außenpolitik: Großes Lob für Stadt und Uni

Rektor Prof. Koch zu Gast in Kosice, der künftigen Kulturhauptstadt Europas

Welch überragende Bedeutung die sogenannte Kommunale Außenpolitik vor, während und nach der dramatischen politischen Wende von 1989 spielte, lässt sich in Europa an den Beziehungen zwischen Wuppertal und der slowakischen Partnerstadt Kosice (Kaschau) nachweisen. Sie haben zunächst den Eisernen Vorhang durchlässiger gemacht und damit den Zusammenbruch des einstigen Ostblocks beschleunigt. Anschließend leisteten sie konkrete und wirksame Hilfe beim Aufbau neuer demokratischer Strukturen und unterstützten die Aufnahme der nun freien ostmitteleuropäischen Staaten in die Europäische Union.

Von dieser Überzeugung waren sämtliche Reden geprägt, die in der ostslowakischen Metropole Kosice sowohl aus Anlass der dortigen Feierlichkeiten zum 30. Jubiläum der Städtepartnerschaft als auch zur Bedeutung der nur zwei Jahre jüngeren und ebenfalls vertraglich besiegelten Verbindung zwischen der Bergischen Universität und der dortigen Technischen Hochschule gehalten wurden.

Schauplatz war der repräsentative Festsaal des Historischen Rathauses in der wunderschön restaurierten Innenstadt von Kosice. Mit dieser Veranstaltung wurde fortgesetzt, was im Sommer mit einem wissenschaftlichen Kolloquium an der Bergischen Universität und einem Festakt im Wuppertaler Rathaus begonnen hatte.

Eintragung in das Goldene Buch (v.l.n.r.): Rektor Prof. Koch, Prof. Dr. h.c. Ernst-Andreas Ziegler und Primator (Oberbürgermeister) Frantisek Knapik. Eintragung in das Goldene Buch (v.l.n.r.): Rektor Prof. Koch, Prof. Dr. h.c. Ernst-Andreas Ziegler und Primator (Oberbürgermeister) Frantisek Knapik.

Wuppertals Rektor Prof. Dr. Lambert Koch, begleitet von Prof. Dr. h.c. Ernst-Andreas Ziegler als Mitbegründer beider Partnerschaften, trat in Kosice in doppelter Funktion auf. Zum einen würdigte er die herausragenden Aktivitäten der beiden Universitäten, zum anderen vertrat er zusätzlich Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung, der aus persönlichen Gründen kurzfristig nicht an der lange geplanten Reise teilnehmen konnte.

Prof. Koch machte konkrete Vorschläge zur Aktivierung der künftigen Beziehungen und übermittelte eine Grußbotschaft des Wuppertaler Stadtoberhauptes.

Rektor Koch erinnerte an den früheren Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher, der 25 Jahre lang in Wuppertal für den Deutschen Bundestag kandidierte, diese Städtepartnerschaft gemeinsam mit seinem damaligen tschechoslowakischen Amtskollegen Bohuslav Chnoupek angeregt hatte und deshalb zum Ehrenbürger von Kosice gewählt worden war.

Genscher, wegen seiner Politik der vertrauensbildenden Maßnahmen weltweit hochgeachtet, hatte als Ehrengast der Wuppertaler Vorgänger-Veranstaltung die kommunale Außenpolitik (einschließlich der universitären Beziehungen) als Graswurzeldemokratie bezeichnet, bei der „die Bürger als Botschafter ehrenhalber“ vieles zu Stande gebracht hätten, zu der die offizielle Politik so nicht fähig gewesen wäre (mehr).

Ebenso erfolgreich und aktiv wie die akademischen Beziehungen, die auf Wuppertaler Seite von Prof. Dr.-Ing. Petra Winzer und auf Kosicer von Prof. Dr. Oto Hudec koordiniert werden, sind die stärksten Stützen beim städtischen Engagement der Wuppertaler Freundeskreis in Kosice mit seinem Vorsitzenden Dozent Dr. Frantisek Simon und der Kosicer Freundeskreis in Wuppertal unter Führung von Klaus Brausch, letzterer in Kosice bei allen Reden ebenso wie sein Ehrenvorsitzender Alfred Howad besonders gewürdigt.

Die nächste Herausforderung steht für 2013 an. Dann ist Kosice Kulturhauptstadt Europas. Daran werden aus Wuppertal die Stadt, die Bergische Universität und die Junior Uni mitwirken. So das Fazit der Fachgespräche.

nächste

Druckversion von http://www.presse.uni-wuppertal.de/2010/1027_kosice.html