Arbeit, Alter und Gesundheit: Neue Studie mit Erfolg gestartet

09.11.2010

Arbeit, Alter und Gesundheit: Neue Studie mit Erfolg gestartet

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Welchen Einfluss Arbeit langfristig auf die Gesundheit älterer Erwerbstätiger hat, steht im Mittelpunkt einer neuen Studie, die vom Institut für Sicherheitstechnik der Bergischen Universität Wuppertal koordiniert wird. Fünf Forschungseinrichtungen sind an der Studie „leben in der Arbeit – lidA“ beteiligt: die Bergische Universität Wuppertal, das Institut für Epidemiologie der Universität Ulm, das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, das Institut für Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie der Universität Magdeburg sowie das Institut für Angewandte Sozialforschung (infas), Bonn. Prof. Dr. Bernd Hans Müller, lidA-Projektleiter in Wuppertal: „Die jetzt beendete Pilotphase der Studie zeigt die hohe Akzeptanz der befragten Erwerbstätigen für die Teilnahme an einer Langzeitstudie zum Thema.“ Konzipiert wurde die Studie unter Leitung von Prof. Dr. Hans Martin Hasselhorn (bis 2009 Bergische Universität, jetzt Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Berlin). Das Drittmittel-Projekt wird für mindestens sechs Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit fast 4 Millionen Euro gefördert.

Prof. Dr. Bernd Hans Müller. Prof. Dr. Bernd Hans Müller.

Der demographische Wandel in Europa führt zu Veränderungen in der erwerbstätigen Bevölkerung: Arbeitnehmer werden älter und arbeiten länger, gesetzliche Grenzen für den Renteneintritt werden angehoben. Welchen Einfluss die Arbeit langfristig auf die Gesundheit von älteren Erwerbstätigen hat, wurde wissenschaftlich noch nicht umfassend untersucht, internationale Studien belegen jedoch Zusammenhänge zwischen Merkmalen der Arbeitstätigkeit, wie körperlichen und psychosozialen Belastungen, und der Gesundheit von Erwerbstätigen.

Im Mittelpunkt der lidA-Studie stehen psychosoziale Aspekte der Arbeit und ihr Einfluss auf Gesundheit und Krankheit von älteren Erwerbstätigen, die in der Form einer „Kohortenstudie“ untersucht werden. In einer bundesweiten repräsentativen Stichprobe werden 6.000 Personen aus zwei Geburtsjahrgängen (1959 und 1965) befragt, die zum Stichtag 31.12.2009 sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren. Nach einer Pilotstudie im Sommer 2010 beginnt die Datenerhebung Anfang 2011.

Prof. Dr. Bernd Hans Müller, Leiter der Abteilung Sicherheitstechnik an der Bergischen Universität und lidA-Projektleiter in Wuppertal: „Der Schutz vor langfristig wirksamen, auch psychischen Fehlbelastungen am Arbeitsplatz ist heute ein wichtiger Aspekt in der Sicherheitstechnik neben klassischen Feldern der technischen und ergonomischen Arbeitssicherheit.“

Dipl.-Psych. Juliane Hardt, Wissenschaftliche Koordinatorin der lidA-Studie, ergänzt: „Unsere Studie ist ein interdisziplinär angelegtes Projekt, das Kompetenzen aus den Bereichen der Arbeitsforschung, insbesondere Arbeitspsychologie, Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit, der Epidemiologie und der empirischen Sozialforschung miteinander verbindet.“

Das Projekt wird durch hochrangige internationale Berater und Experten verschiedener Fachdisziplinen aus Schweden, Dänemark, Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland wissenschaftlich unterstützt. Juliane Hardt: „Studiendesign und Auswertungsmethodik von lidA entsprechen hohen internationalen Standards der Forschung“.

www.lida-studie.de


Kontakt
:
Dipl.-Psych. Juliane Hardt
Wissenschaftliche Koordinatorin der lidA-Studie
Bergische Universität, Institut für Sicherheitstechnik
Fachgruppe Arbeit, Alter und Gesundheit
Telefon 0202/439-3224
E-Mail hardt@uni-wuppertal.de

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