anlässlich der Verleihung der Ehrenbürgerwürde an OB Peter Jung

08.12.2010

Laudatio von Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch

anlässlich der Verleihung der Ehrenbürgerwürde an OB Peter Jung

Es gilt das gesprochene Wort!

Meine sehr verehrten Damen und Herren, festliches Auditorium,

herzlich begrüße ich Sie zur Sondersitzung des Senates der Bergischen Universität anlässlich der Verleihung der Würde eines Ehrenbürgers unserer Hochschule an Herrn Oberbürgermeister Peter Jung.

Der Festlichkeit und Besonderheit des Anlasses entspricht es, dass neben unseren Senatorinnen und Senatoren eine Reihe von Ehrengästen eingeladen wurde:

So begrüße ich besonders unseren Hochschulratsvorsitzenden Herrn Dr. Josef Beutelmann, den Oberbürgermeister der Stadt Solingen, Herrn Norbert Feith, unsere Bundestags- und Landtagsabgeordneten, die Fraktionsvorsitzenden aus Wuppertal, die Ehrenbürger unserer Universität sowie die Vertreterinnen und Vertreter der Presse. Ebenso herzlich heiße ich natürlich alle geladenen Funktionsträgerinnen und -träger der Hochschule und ihrer Studierendenschaft willkommen.

Und ohne eine Person könnte diese Festveranstaltung heute gar nicht stattfinden: Ich begrüße besonders herzlich die Hauptperson des heutigen Nachmittags, Herrn Oberbürgermeister Peter Jung mit seiner Familie.

Die heutige Auszeichnung ist für eine Universität ein ganz seltenes und besonderes Ereignis. Die Bergische Universität hat in ihrer fast 40jährigen Geschichte erst 10 Personen diese Ehre zuteil werden lassen.

Wie es die entsprechende Ordnung vorschreibt, wurden und werden Personen, die für eine Verleihung der Ehrenbürgerwürde in Frage kommen, dem Senat durch das Rektorat vorgeschlagen. Dabei ist eine schriftliche Begründung erforderlich. Der Vorschlag ist dann von einem besonderen Ausschuss, den der Rektor bestellt, zu prüfen. All dies ist im Falle unseres heutigen Honorandus geschehen.

Das eingesetzte Gremium und dann der akademische Senat unserer Universität sind in der Senatssitzung am 22. September 2010 dem Vorschlag und der Begründung des Rektorats gefolgt, Herrn Oberbürgermeister Peter Jung die Würde eines Ehrenbürgers der Bergischen Universität Wuppertal zu verleihen.

Meine Damen und Herren, ich möchte Ihnen nun nicht die fünfseitige Begründung ganz vortragen. Meines Erachtens gehört es aber zur heutigen Veranstaltung und findet sicherlich auch Ihr Interesse, wenn ich zumindest ausschnittsweise aus dem Begründungstext zitiere.

So heißt es darin zunächst unter Punkt 1:

Auch für Universitäten ist es in der heutigen Zeit mehr denn je von zentraler Bedeutung, ihr wissenschaftliches Wirken in den Kontext der Gesellschaft zu stellen und von Repräsentanten gesellschaftlicher Institutionen als wichtige Elemente der geistigen, kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung wahrgenommen zu werden.

Universitäten brauchen Botschafter, Fürsprecher und Unterstützer ihrer für die Gesellschaft so wichtigen Arbeit in den Bereichen Forschung, Lehre und Transfer. Darunter fallen Persönlichkeiten, deren Wort in der Öffentlichkeit Gewicht hat und die im positiven Sinne Dinge in Bewegung bringen können.

Um die besondere Verbindung solcher Persönlichkeiten zu einer bestimmten Universität zu stärken und zugleich ihr individuelles Commitment zu würdigen, kann es sich als angemessen erweisen, dies in Form der Verleihung einer besonderen Würde, wie der Ehrenbürgerwürde, öffentlich zu dokumentieren. Insofern wird mit dem in Rede stehenden Institut eines Ehrenbürgers der Bergischen Universität vor allem Vergangenes „belohnt“. Es verbindet sich damit aber auch die Hoffnung, dass die Arbeit der Universität im Dienste der Wissenschaft durch den zu Ehrenden auch künftig zu ihrem Besten begleitet und gefördert wird. Beide Überlegungen spielten im Rahmen des vorliegenden Vorschlags eine wichtige Rolle.

Den zweiten Abschnitt des Begründungstextes erlaube ich mir zu überspringen und gleich zu Abschnitt 3 überzugehen. Hier geht es im Näheren um die Verdienste von Peter Jung. Ich zitiere wiederum in Ausschnitten:

In seiner Funktion als Oberbürgermeister der größten Stadt des Bergischen Landes, in deren Stadtgebiet die Bergische Universität angesiedelt ist, hat sich Peter Jung nunmehr bereits seit mehreren Jahren und in wachsendem Ausmaß für Belange unserer Hochschule eingesetzt. Hervorzuheben ist indes, dass dieses Engagement nicht allein aus dem Amt resultiert, sondern ihm eine intrinsische Motivation zugrunde liegt.

Folgende Teilaspekte sollen hierbei unterschieden werden:

(a) Förderung der Sichtbarkeit der Universität in der Region und darüber hinaus

Der zu Ehrende hat maßgeblich mitbewirkt, die Vernetzung der BUW mit anderen wichtigen Playern der Region zum wechselseitigen Nutzen zu intensivieren. Durch das Zusammenbringen von Verantwortlichen, das Aufzeigen von Chancen und das Schaffen von Foren des Austauschs konnte Peter Jung dazu beitragen, früher vorhandene Kommunikations- und Kooperationshemmnisse nachhaltig zu beseitigen. Wie das Beispiel anderer Großstädte zeigt, ergibt sich daraus ein großes Entwicklungspotenzial im Hinblick auf die gemeinsame Profilierung von Universität und ihrer Region. Dabei ist es gerade im Falle Wuppertals von entscheidender Bedeutung, dass zwischen Stadt und Universität auf symbolischer Ebene ebenso wie im gelebten Miteinander „Nähe“ entsteht, um in die breite Bevölkerung hinein die Identität einer „Universitätsstadt“ wachsen zu lassen.

(b) Sichtweise der Universität als zentraler Standortfaktor

Die positive Haltung zur und sein Einsatz für die Universität entspringen bei Peter Jung seiner festen Überzeugung, dass Hochschulen nicht nur „virtuell“ als Hort der Wissenschaft Bedeutung zukommt, sondern sie mehr und mehr auch zu einem zentralen Movens von Regionalentwicklungsprozessen werden. Von dieser Überzeugung ist auch sein aufklärerischer Einsatz in zahlreichen regionalen Bezügen geprägt. Die Wirkung dieses Einsatzes macht sich bereits seit einiger Zeit in vielerlei Hinsicht positiv bemerkbar. So konnte die Anzahl von Wissenschafts-Praxis-Projekten zwischen Universität und regionalen Organisationen gerade in den letzten beiden Jahren erheblich gesteigert werden.

Auch geht es Peter Jung darum, die Verantwortung Wuppertals als Universitätsstadt ernst zu nehmen und auf diesem Weg den Studienstandort attraktiver werden zu lassen. Ausdruck dessen ist beispielsweise die persönliche Begrüßung der zuletzt über 2500 Erstsemester, von denen viele Neubürgerinnen und Neubürger seiner Stadt und der Region sind, sowie die Einrichtung verschiedener ständiger Arbeitskreise auf Leitungsebene, welche die Stärkung des Universitätsstandortes und die Verbesserung des studentischen Lebens in der Stadt zum Ziel haben.

(c) Wahrung von Interessen der Bergischen Universität

Über seine in jüngerer Zeit übernommenen Ämter auf Landes- und Bundesebene sowie guten Kontakte in die Landes- und Bundespolitik kann und will Peter Jung auch ein Sprachrohr für die Interessen der Bergischen Universität über die Region hinaus sein, wie er bereits öfter bewiesen hat. Wie von ihm immer wieder betont wird, liegt eine gleichgerichtete Zielsetzung von Stadt und Universität darin, national und international als attraktiver Wissensstandort mit erheblichem Potential und sichtbaren Erfolgen wahrgenommen zu werden. Diese Überzeugung prägt sein Handeln. Wo immer es ihm möglich ist, wirbt Herr Jung für die außerordentlichen Kompetenzen der BUW in weiten Bereichen von Lehre, Forschung und Transfer.

(d) Umsetzung und Beförderung konkreter Projekte

In diesem Unterpunkt wird nun eine ganze Reihe von konkreten Projekten, die die in den Punkten a) bis c) zusammengefassten Argumente untermauern, aufgeführt. Ich erlaube mir, auch diese Passage zu überspringen und zum Ende des Begründungstextes zu kommen.

Hier heißt es zusammenfassend: Vor dem geschilderten Hintergrund ist sich das Rektorat sicher, dass mit Oberbürgermeister Peter Jung ein neuer Ehrenbürger ernannt würde, der die Bergische Universität in ihrer dynamischen Entwicklung konstruktiv begleiten und dort, wo es nötig wird, mit konkreten Hilfen entlasten wird.

Zum heutigen Zeitpunkt – und darüber freue ich mich außerordentlich – ist die konjunktivische Formulierung dieses Resümees überholt. Der Senat der Bergischen Universität hat, wie vermeldet, dem Vorschlag ohne Gegenstimme bei zwei Enthaltungen zugestimmt. Auch über dieses großartige Votum freue ich mich in besonderer Weise und bedanke mich beim Senat nochmals in aller Form.

Meine Damen und Herren, auch wenn die Ehrung heute einer einzelnen Person zuteil wird, so lassen Sie mich doch auch dieses noch sagen: In den letzten Wochen und Monaten ergaben sich für mich eine ganze Reihe realer Anhaltspunkte dafür, dass die gesellschaftliche und politische Unterstützung für unsere Universität erheblich gewachsen ist.

Dies ist für die Hochschule in einem schwierigen und höchst dynamischen Umfeld von gar nicht zu überschätzender Bedeutung. Daher darf ich die heutige Feierstunde auch dafür nutzen, allen weiteren Unterstützerinnen und Unterstützern unserer Universität auf das herzlichste zu danken.

Gerne wiederhole ich an dieser Stelle eine meiner hochschulpolitischen Grundüberzeugungen: Die Bergische Universität ist mit vielen ihrer Ergebnisse und Erfolge in Lehre und Forschung national und international sichtbar. Und sie hat es sich zum Ziel gesetzt, ihre überregionale Positionierung weiter zu verbessern. Doch Garant für die Erreichung dieses Zieles ist zugleich eine authentische regionale Anbindung. Jede Universität kann und muss von ihrer Region Impulse für die erfolgreiche Wahrnehmung ihrer Aufgaben in Lehre und Forschung annehmen. Mit diesem Rückenwind kann und wird sie sich erfolgreich der nationalen und internationalen Konkurrenz stellen.

Lieber Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren, bevor wir gleich zur Überreichung der Urkunde schreiten, darf ich nun zunächst das Wort an den Dekan unseres Fachbereichs Geistes- und Kulturwissenschaften, Herrn Professor Dr. Gerrit Walther, übergeben.

Herzlichen Dank!

zurück

Druckversion von http://www.presse.uni-wuppertal.de/2010/1208_redekoch.html