Ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Dortmund, Siegen und Wuppertal

24.01.2011

Mit Röntgenstrahlen Materialeigenschaften erforschen

Ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Dortmund, Siegen und Wuppertal

Der Siegener Physiker Prof. Ulrich Pietsch (2.v.r.) stellt die neue Beamline vor (v.l.n.r.): Prof. Dr. Michael Scheffel, Prorektor für Forschung der Bergischen Universität, Prof. Dr. Holger Burckhart, Rektor der Universität Siegen, Prof. Dr. Ursula Gather, Rektorin der Technischen Universität Dortmund, Prof. Dr. Ronald Frahm, Physiker an der Bergischen Universität, und Prof. Dr. Metin Tolan, Leiter von DELTA und Prorektor für Forschung der TU Dortmund. Der Siegener Physiker Prof. Ulrich Pietsch (2.v.r.) stellt die neue Beamline vor (v.l.n.r.): Prof. Dr. Michael Scheffel, Prorektor für Forschung der Bergischen Universität, Prof. Dr. Holger Burckhart, Rektor der Universität Siegen, Prof. Dr. Ursula Gather, Rektorin der Technischen Universität Dortmund, Prof. Dr. Ronald Frahm, Physiker an der Bergischen Universität, und Prof. Dr. Metin Tolan, Leiter von DELTA und Prorektor für Forschung der TU Dortmund.Klick auf das Foto: Größere Version (2000 x 1377 pix; 1,58 MB)

Die kleinsten atomaren Strukturen von Materialien, ob in Physik, Chemie, Biologie und Nanotechnologie, interessieren Wissenschaft und Industrie gleichermaßen. Mit Hilfe der so genannten Synchrotronstrahlung, aus der hochintensive Röntgenstrahlung herausgefiltert wird, kann die genaue Anordnung von Atomen in Materialien aufgeklärt werden. Von dieser Anordnung hängt beispielsweise ab, ob Stahl hart oder spröde ist, ob eine Oberfläche korrodiert oder nicht, ob Medikamente wirken oder nicht. Das Wissen über die Anordnung der Atome in Materialien aller Art ist letztlich der Schlüssel zum Verständnis ihrer Eigenschaften. In der Elektronenspeicherring-Anlage DELTA, die von der Technischen Universität Dortmund betrieben wird, wird diese Strahlung erzeugt. Wissenschaftler der Bergischen Universität Wuppertal und der Universität Siegen haben in mehrjähriger Arbeit für etwa eine Million Euro einen hochkomplexen Messplatz, eine „Beamline“, zum Studium der atomaren Strukturen von Materialien aufgebaut, die am heutigen Montag eingeweiht wurde. Vonseiten der Bergischen Universität ist der Physiker Prof. Dr. Ronald Frahm mit seiner Arbeitsgruppe an dem Projekt beteiligt.

Insgesamt stehen jetzt bei DELTA sieben Beamlines für Nutzer aus Wissenschaft und Industrie aus ganz NRW zu Verfügung und liefern einmalige Forschungsmöglichkeiten, die von den beteiligten Universitäten allein so nicht angeboten werden könnten. Schwerpunkt der Wuppertaler Aktivitäten ist die Absorption von Röntgenstrahlung, aus der Atomabstände und chemische Bindungsverhältnisse bestimmt werden können. So können z.B. Katalysatoren verbessert, Oberflächen optimiert und magnetische Materialien analysiert werden.

Gerade im Bereich der Nanowissenschaften spielen die von der Universität Wuppertal angewendeten Meßmethoden ihre Stärken aus. Mit Hilfe der neuen Beamline soll Grundlagenforschung im Bereich der maßgeschneiderten Werkstoffentwicklung vorangetrieben werden. Dabei werden beispielsweise Stähle und neue metallorganische Verbindungen auf atomarer Ebene erforscht.

Prof. Frahm: „Nicht nur für internationale Forschungsvorhaben, sondern auch für die Ausbildung von Studenten auf höchstem Niveau ist das neue Experiment bei DELTA einzigartig.“

Kontakt:
Prof. Dr. Ronald Frahm
Telefon 0202/439-3100, -3102
E-Mail frahm@uni-wuppertal.de

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