Älteste Dozentin gestorben: Maria Jost wurde 101 Jahre alt

14.02.2011

Älteste Dozentin gestorben: Maria Jost wurde 101 Jahre alt

Maria Jost Maria Jost Foto Univer-
sitätsarchiv

Maria Jost, ehemalige Musik-Dozentin an der Pädagogischen Hochschule Rheinland, Abteilung Wuppertal, ist am 23. Januar im Alter von 101 Jahren verstorben. Am 21. Februar wäre sie 102 geworden. Die aus Frankfurt stammende Jubilarin lebte dort seit vielen Jahren in einer Seniorenresidenz.

Maria Jost war ab 1946 Dozentin für Gesang an der neuen Pädagogischen Akademie (PA) Wuppertal, die von Prof. Oskar Hammelsbeck mitbegründet worden war. Über 25 Jahre lang war Maria Jost dann in der Wuppertaler Lehrerbildung aktiv und unterrichtete hunderte von Musiklehrerinnen und Musiklehrer. In den 1960er Jahren wurde die "PA" – Sitz auf der Hardt – in die Pädagogische Hochschule (PH) Rheinland überführt. 1971, kurz vor Gründung der Gesamthochschule Wuppertal, trat Maria Jost in den Ruhestand.

Zum 100. Geburtstag hatte Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch an Maria Jost geschrieben: „Als Sie 1971 in den Ruhestand traten, kam ich in die Schule. Sie haben einmal das Jahr 1946 – wie ich im Archiv gefunden habe – in der Gemeinschaft von Dozenten und Studenten in Wuppertal als das reichste und schönste Jahr bezeichnet.“ Nachfolgende Generationen, so Prof. Koch weiter, könnten für diese vorbildhafte Lebensweisheit ihrer ältesten Dozentin Maria Jost nur dankbar sein.

Anlässlich ihres 95. Geburtstages hatte Maria Jost dem damaligen Rektor Prof. Dr. Volker Ronge in einem handschriftlichen Brief auf dessen Gratulation an die Gründung der Bergischen Universität erinnert:

„Mit Johannes Rau, meinem letzten Kultusminister und einzigem ‚Vorgesetzten‘, wurde ich bekannt, als er noch junger Buchhändler in Wuppertal war. Er war früh an der Politik interessiert und wurde Gefolgsmann von Gustav Heinemann. Ich traf ihn zum letzten Mal im Sommer 1971 bei einem Kirchenkonzert in Barmen, und er erzählte mir von seinen Plänen für eine neue Hochschule in Wuppertal." Aus dem Kollegium von 1946 sei sie "schon lange die letzte". Ihren Zeitzeugen-Rückblick auf ihr erstes Jahr als Akademie-Dozentin in Wuppertal konnte man nicht ohne Rührung lesen: „Trotz Armut und Wohnungsnot, trotz Hunger und Kälte war im Rückblick dieses erste Jahr mit der Frage nach neuem Sinn und praktischen Aufgaben das dankbarste."

nächste

Druckversion von http://www.presse.uni-wuppertal.de/2011/0214_jost.html