Wie ein Schulbesuch künftiger Englischlehrer zum „Highlight des Semesters“ wurde

18.02.2011

Theorie trifft Praxis

Wie ein Schulbesuch künftiger Englischlehrer
zum „Highlight des Semesters“ wurde

Genmanipulierter Riesenlachs, soziale Klassen in Südafrika oder Lehrerinnen, die zu schön zum Unterrichten sind – in den Online-Archiven englischsprachiger Tageszeitungen warten wahre Schätze von Artikeln für den Einsatz in spannendem Englischunterricht. Neben authentischer Sprache liefern sie Einblicke in Kultur und Gesellschaft des Ursprungslandes, seine Werte, Machtverhältnisse und Weltanschauungen. Für rund 20 Teilnehmer eines fachdidaktischen Seminars „Language and Culture in the EFL Class“ von Prof. Dr. Bärbel Diehr war das Anlass, sich ein Semester lang mit der Analyse von Zeitungsartikeln im Englischunterricht zu beschäftigen. Im ersten Schritt wurden Beiträge zu gesellschaftlich relevanten Themen wie Alter, Geschlechterrollen oder Ethnizität mit Methoden der Kritischen Diskursanalyse untersucht, um im zweiten Schritt konkrete Modelle für den Unterricht mit fortgeschrittenen Lernern zu entwickeln.

Weil dies keine graue Theorie bleiben sollte, hatte sich der Fachbereich Englisch des Wuppertaler Carl-Fuhlrott-Gymnasiums, vertreten durch Kirsten Dicke und Ulrich Grote, bereit erklärt, den künftigen Lehrerinnen und Lehrern zwei Doppelstunden zur Verfügung zu stellen. Bedingung: Der zu behandelnde Artikel sollte im weitesten Sinne die Gentechnik behandeln, ein mögliches Thema in der Englischprüfung des Zentralabiturs 2011.

Die Schüler des Englisch-Leistungskurs von Kirsten Dicke gingen hoch konzentriert und motiviert an die Analyse eines Artikels aus dem Archiv The Independent über genmanipulierten Lachs, der dreimal größer wird als sein natürliches Pendant. Besonderes Augenmerk sollten die Schüler auf Argumentationsstrategien der im Text angeführten Parteien legen, um in der darauf folgenden Stunde für eine Podiumsdiskussion mit verteilten Rollen gewappnet zu sein.

Ob es die gute Planung der studentischen Lehrer oder das hohe Leistungsniveau der Schüler oder beides war – am Schluss blieben sogar noch einige Minuten Unterrichtszeit für eine kurze Feedbackrunde übrig. Die Schüler zeigten sich vor allem von der guten Vorbereitung der Studenten beeindruckt und ermutigten sogar zu mehr Selbstsicherheit im Auftreten.

Kirsten Dicke gab aufschlussreiche Stundenkritik mit wertvollen Tipps zu konkreten Unterrichtssituationen. Auch Prof. Diehr zeigte sich vom Ergebnis des Schulbesuchs begeistert: „Das war das Highlight des Wintersemesters!" Sie wünscht sich eine weitere Zusammenarbeit mit dem Carl-Fuhlrott-Gymnasium, beispielsweise im Rahmen ihrer Forschung zum Einsatz elektronischer Wörterbüchern im Unterricht oder zum bilingualen Lehren und Lernen.

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Druckversion von http://www.presse.uni-wuppertal.de/2011/0218_schule.html