Physiker Dr. Christian Hoelbling: „John von Neumann Exzellenz-Projekt 2011“

27.05.2011

Physiker Dr. Christian Hoelbling: „John von Neumann Exzellenz-Projekt 2011“

Das zum Forschungszentrum Jülich gehörende John von Neumann-Institut für Computing hat einem Forschungsvorhaben von Dr. Christian Hoelbling, Fachgebiet Theoretische Teilchenphysik, die Auszeichnung „John von Neumann Exzellenz-Projekt 2011“ verliehen. Als einem von nur zwei neuen Exzellenz-Projekten steht ihm in Jülich zum einen mehr Rechenzeit und zum anderen eine höhere Priorität vor anderen Forschungen an einem der schnellsten Rechner Europas zu. Insgesamt wurden 113 Anträge von Wissenschaftlern auf Rechenzeit an den Jülicher Supercomputern begutachtet und die Rechenzeit verteilt. Das Projekt von Dr. Hoelbling wurde aufgrund der ausgezeichneten Vorarbeiten, hohen Bedeutung der zu erwartenden Erkenntnisse und der Qualität der eingesetzten Methoden bevorzugt ausgewählt.

Ziel des Forschungsprojekts von Dr. Hoelbling ist es, die in der Natur vorhandene Asymmetrie zwischen Materie und Antimaterie besser zu verstehen. Die beteiligten Wissenschaftler wollen testen, ob die derzeit gültige Theorie für eine solche Asymmetrie – nach ihren Entdeckern CKM (Cabibbo-Kobayashi-Maskawa) benannt – ausreicht, um die bekannteste beobachtete Asymmetrie zu verstehen.

„Mithilfe des Jülicher Supercomputers JUGENE können wir ein Stückchen Kernmaterie simulieren und dabei mit bisher unerreichter Genauigkeit beobachten, wie sich Materieteilchen in Antimaterieteilchen umwandeln“, erklärt Christian Hoelbling. Dies werde zeigen, ob die Asymmetrie zwischen Materie und Antimaterie mit der derzeitigen Theorie verstanden werden kann, oder ob sich dahinter neue, bisher unbekannte, physikalische Gesetze verbergen.

Christian Hoelbling (39) studierte Physik und Astronomie an der Universität Graz. Nach seinem Diplom ging er als Promotionsstudent an die Boston University, USA. Er promovierte 2002 zum Thema „Monopole, Quarkeinschluss und chirale Symmetrie in der Gittereichtheorie“ und war anschließend als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Elektronensynchrotron (DESY) in Hamburg sowie am französischen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS) in Marseille tätig.

Seit 2004 forscht er an der Bergischen Universität in der Arbeitsgruppe für Theoretische Teilchenphysik von Prof. Dr Zoltan Fodor und Prof. Dr. Thomas Lippert. 2009 war ein Forschungsvorhaben von Zoltan Fodor als "John von Neumann Exzellenz-Projekt" ausgezeichnet worden (mehr).

Weitere Einzelheiten zum Forschungsprojekt unter
http://www2.fz-juelich.de/nic/Projekte/hoelbling.html

Kontakt:
Dr. Christian Hoelbing
Fachbereich Mathematik und Naturwissenschaften
Telefon 0202/439-3517
E-Mail hch@physik.uni-wuppertal.de

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Druckversion von http://www.presse.uni-wuppertal.de/2011/0527_hoelbling.html