Prof. Bazon Brock 75

31.05.2011

Prof. Bazon Brock 75

Prof. Dr. h.c. Bazon Brock (eigentlich Jürgen Johannes Hermann Brock), nach eigenen Worten „dienstältester Professor für Ästhetik in Europa“, wird am 2. Juni 75. „Künstler ohne Werk“ steht auf seiner Homepage.

Nach Stationen in Hamburg, Berlin und Wien übernahm Brock 1980 eine Professur für Ästhetik und Kulturvermittlung an der Bergischen Universität. Acht Jahre lang war er Dekan des damaligen Fachbereichs Design-Kunst-Musik-Druck. Prof. Brock versteht sich als "hauptamtlicher Beweger", als multimedial arbeitender "Generalist" (Selbstauskunft) mit zahlreichen Veröffentlichungen von Büchern, Schriften, Manifesten, Projekten für Film und Fernsehen, audio-visuellen Performances und Happenings. Als Hauptwerk gilt "Ästhetik als Vermittlung" (1977).

Zu seinem Bekanntheitsgrad trugen u. a. seine documenta-Besucherschulen und seine Auftritte in der SWR/3Sat -Sendung "Bilderstreit" bei.

In den 1960er-Jahren veranstaltete Brock Happenings mit Joseph Beuys, Wolf Vostell und Friedensreich Hundertwasser. Er hielt auf dem Kopf stehend Vorträge und warf seine Schuhe in den Ätna.1980 erinnerte der Kunst- und Museumsverein Wuppertal mit einer Ausstellung an die Fluxus-Aktionen in der seinerzeit berühmten Wuppertaler Galerie Parnass. In der Galerie hatte es die Aktionen "24 Stunden Joseph Beuys" und "24 Stunden Bazon Brock" gegeben. 2005 erwarb das Von der Heydt-Museum mit Unterstützung der Jackstädt-Stiftung die Arbeitsbibliothek von Bazon Brock.

Im Sommer 1950 unternahm Bazon Brock eine Fahrradtour auf geliehenem Rostesel vom schleswig-holsteinischen Itzehoe aus südwestwärts. Auf dem Hof von Schloss Burg fügte der Schlossgeist für 50 Pfennig die Fotografie des Jünglings in die Postkarte mit den regionalen Wunderwerken ein, die der Welterfahrer kennen lernen wollte: Müngstener Brücke, Remscheider Talsperre (heute Eschbachtalsperre, berühmt als erste Trinkwassser-Talsperre Deutschlands), Altenberger Dom und Schloss Burg. 35 Jahre später mietete Brock als frisch an die Bergische Universität berufener Professor für Ästhetik – ohne Kenntnis der Lokalitäten – ein Haus, aus dessen Wohnzimmerfenster man genau jenen Blick auf die Müngstener Brücke hat, wie ihn die Nachkriegspostkarte bot. Im Sommer 1950 unternahm Bazon Brock eine Fahrradtour auf geliehenem Rostesel vom schleswig-holsteinischen Itzehoe aus südwestwärts. Auf dem Hof von Schloss Burg fügte der Schlossgeist für 50 Pfennig die Fotografie des Jünglings in die Postkarte mit den regionalen Wunderwerken ein, die der Welterfahrer kennen lernen wollte: Müngstener Brücke, Remscheider Talsperre (heute Eschbachtalsperre, berühmt als erste Trinkwassser-Talsperre Deutschlands), Altenberger Dom und Schloss Burg. 35 Jahre später mietete Brock als frisch an die Bergische Universität berufener Professor für Ästhetik – ohne Kenntnis der Lokalitäten – ein Haus, aus dessen Wohnzimmerfenster man genau jenen Blick auf die Müngstener Brücke hat, wie ihn die Nachkriegspostkarte bot.

Vom ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau bekam Brock 2004 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse – standesgemäß in der Bonner Kunsthalle. Aufsehen erregend sind Brocks Aktionen, der nach wie vor rastlos aktiv ist, bis heute. Kürzlich pilgerte er mit seinen Schülern, Seminar-Teilnehmern der Karlsruher Hochschule für Gestaltung, die sich auch „Bazonisten“ nennen, zu einem ehemaligen Atomschutzbunker im Schwarzwald und lagerte dort Worte ein.

Sein Vorname Bazon ist übrigens ein Pseudonym. Sein Lateinlehrer hatte ihm den aus dem Griechischen stammenden Spitznamen „Schwätzer“ verpasst. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) zu seinem 75.: „Wer Brock zum Gespräch trifft, sollte genügend Zeit mitbringen.“ Der dpa verriet er auch, dass mehr als 40 seiner Schüler selbst Professoren geworden seien.

Der Ehrendoktor der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich, den die Süddeutsche als "polemisierendes Rumpelstilzchen der Kunstszene“ apostrophierte, lebt in Wuppertal im Grünen.

www.bazonbrock.de
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Druckversion von http://www.presse.uni-wuppertal.de/2011/0531_brock.html