Mathe-Studierende konzipieren Büroklammer-Gasturbinen

28.06.2011

Mathe-Studierende konzipieren Büroklammer-Gasturbinen

Mathe-Studierende engagierten sich im Sommersemester für die Mathe-Studierende engagierten sich im Sommersemester für die "Angewandte Statistik".Fotos Friederike von Heyden.

Rund 30 Studierende besuchten in diesem Sommersemester die Vorlesung „Angewandte Statistik“ von Prof. Dr. Hanno Gottschalk und wurden von ihrem Hochschullehrer mit einer ungewöhnlichen Aufgabe überrascht: Sie sollten in vier konkurrierenden Teams nicht nur die Haltbarkeit von Büroklammern untersuchen, sondern auch Servicekonzepte für fiktive Büroklammer-Gaskraftwerke entwerfen. „Das Engagement der Studierenden, ihre Ergebnisse und professionellen Präsentationen im Rahmen der Vorlesung haben mich begeistert“, so Prof. Hanno Gottschalk.

Biegt man Büroklammern hin und her, brechen sie. Genau das passiert auch in thermisch hoch belasteten Teilen von Gasturbinen. Für Kraftwerksbetreiber stellt sich daher die Frage, wie oft sie ein Kraftwerk an- oder abfahren können, bevor die Turbinenbeschaufelung bricht. Da die Belastbarkeit von Metallen einer starken Streuung unterliegt, sind statistische Methoden notwendig, um die Frage mit hinreichender Sicherheit beantworten zu können. Prof. Dr. Hanno Gottschalk hatte seinen Studierenden zu Beginn des Semesters die Aufgabe gestellt, die Frage anhand von „Büroklammer-Gasturbinen“ zu bearbeiten.

Die Studentinnen und Studenten stürzten sich mit viel Engagement und Begeisterung in die Arbeit. In einer ersten Runde untersuchten sie statistisch die Haltbarkeit von Büroklammern und erarbeiteten neue Servicekonzepte für fiktive „Büroklammer-Gaskraftwerke“. Nach einer Präsentation ihrer Zwischenergebnisse in der Vorlesung arbeiteten sie schließlich daran, das System „Büroklammerturbine“ technisch zu verbessern und die längere Haltbarkeit mit statistischen Tests nachzuweisen.

Christine Polaczek und Alexander Otto testen die Biegsamkeit von Büroklammern.
  Christine Polaczek und Alexander Otto testen die Biegsamkeit von Büroklammern.

Mit dem „Büroklammer-Gasturbinen“-Projekt konnten die Studierenden ihr frisch erworbenes Statistik-Wissen praxisbezogen ausprobieren. Um die Aufgabe zu lösen, mussten sie zahlreiche erlernte Methoden anwenden – von der statistischen Analyse der Ausgangssituation, über Brainstorming, der Versuchsplanung und statistischen Auswertung bis zur Visualisierung und Präsentation der Ergebnisse.

„Es ist wichtig, angewandte Statistik im Kontext zu lernen“, betont Prof. Gottschalk. Ein gut geführtes Auftragsklärungsgespräch sei für eine erfolgreiche statistische Analyse genauso wichtig wie ein versierter Umgang mit statistischen Methoden. „Und wenn man nicht in der Lage ist, Ergebnisse an weniger spezialisierte Menschen zu vermitteln, nützt auch die beste Analyse nicht viel“, so Hanno Gottschalk.

Kontakt:
Prof. Dr. Hanno Gottschalk
Fachbereich Mathematik und Naturwissenschaften
Telefon 0202/439-2516
E-Mail hanno.gottschalk@uni-wuppertal.de

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