Auszeichnung für Architekten des Studentenwohnheims Ostersiepen

19.07.2011

Auszeichnung für Architekten des Studentenwohnheims Ostersiepen

Für das Studentenwohnheim Ostersiepen prämierte Architekten: Prof. Dipl.-Ing. Christian Schlüter (rechts) und Dipl.-Ing. Anna Klos mit Staatssekretär Peter Hintze bei der Preisverleihung im Berliner Wirtschaftsministerium. Für das Studentenwohnheim Ostersiepen prämierte Architekten: Prof. Dipl.-Ing. Christian Schlüter (rechts) und Dipl.-Ing. Anna Klos mit Staatssekretär Peter Hintze bei der Preisverleihung im Berliner Wirtschaftsministerium.Foto BMWi

Das Architektur Contor Müller Schlüter, Wuppertal, ist mit dem im Bau befindlichen Studentenwohnheim Ostersiepen des Hochschul-Sozialwerks Wuppertal im Wettbewerb "Architektur mit Energie 2011" des Bundeswirtschaftsministeriums ausgezeichnet worden. Staatssekretär Peter Hintze ehrte gestern in einer feierlichen Preisverleihung im Eichensaal des Bundeswirtschaftsministeriums das Planungsteam, vertreten durch Prof. Dipl.-Ing. Christian Schlüter. Neben dem Preisgeld von 20.000 Euro wird die Auszeichnung nach Fertigstellung später durch eine Plakette am Gebäude symbolisiert. Eine lobende Erwähnung fand in Berlin ein Projekt von vier Wuppertaler Architekturstudenten, der Umnutzung einer leer stehenden Fabrik zu einer Kunst- und Musikschule, betreut von Professurvertreterin Dipl.-Ing. Annette Paul.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte den Preis „Architektur mit Energie 2011“ im Januar auf der Fachmesse BAU 2011 in München ausgelobt. Der Wettbewerb wurde organisiert vom Projektteam EnOB:MONITOR der Universitäten Wuppertal, Karlsruhe und Dresden, vertreten durch den Wuppertaler Bauphysiker Prof. Dr.-Ing. Karsten Voss, und richtete sich an projektierte Bauvorhaben mit hoher Architekturqualität bei minimalem Energiebedarf. Der Preis wurde nach 2009 zum zweiten Mal vergeben. Neu war eine Kategorie für Studierende, die sich mit richtungweisenden Entwürfen und Konzepten beteiligen konnten.

Die kompakten Baukörper des Studentenwohnheims Ostersiepen seien städtebaulich gut in das bauliche Umfeld integriert, stellte die Jury fest. Mit einer Konstruktion aus Stahlbetontragwerk und vorgefertigter, vorgehängter Holztafelbauweise werde Passivhausqualität erreicht. Dadurch sei eine kosteneffiziente Bauweise ermöglicht. Geplant sei ein mit Biogas betriebenes Blockheizkraftwerk, das auch die benachbarten Studentenwohnheime mitversorgen soll. Die Einbindung in das bestehende Netz der Fernwärme aus Kraftwärmekopplung könnte weiter optimiert werden, im weiteren Planungsprozess sollte diesem Aspekt besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, befand die Jury. Die Gutschrift für erzeugten Strom solle in der Jahressumme etwa fast 40 Prozent des Energiebedarfs der gebäudetechnischen Anlagen ausgleichen. Energieberater beim Neubau des Studentenwohnheims sind die Gertec Ingenieurgesellschaft und das Ing.-Büro Morhenne & Partner.

Mit einer Kunst- und Musikschule Wuppertal befasste sich ein Team von vier Architekturstudierenden. Im Rahmen der Umnutzung des leer stehenden ELBA-Gebäudes an der Moritzstraße war es das Ziel von Katja Müller, Zohra Amirsad, Bettina Koch und Carolin Künz, das „baukulturelle Erbe“ des bestehenden Gebäudes zu erhalten und gleichzeitig die energetischen Eigenschaften der Hülle zu optimieren. Dazu stellten sich die Studierenden eine Doppelfassade an der Süd-West-Seite vor, die als Witterungsschutz und Pufferraum dienen soll. Zugleich würde das Gebäude mit einem innenliegenden Wärmedämmsystem ausgestattet. Die thermische Speicherkapazität der vorhandenen Decken würde genutzt, um überschüssige Wärmeenergie im Sommer tagsüber aufzunehmen und durch Nachtauskühlung abzuführen. Ergänzt würde das Energiekonzept durch eine zentrale Wärmerückgewinnung, Frischluftzufuhr über Erdkanäle und Dreischeibenverglasung. Eine Photovoltaikanlage würde ca. 70 Prozent des Strombedarfs der Gebäudetechnik decken.

Gelobte Wuppertaler Architekturstudierende (v.l.n.r.): Zohra Amirsad, Carolin Künz, Bettina Koch und Katja Müller. Gelobte Wuppertaler Architekturstudierende (v.l.n.r.): Zohra Amirsad, Carolin Künz, Bettina Koch und Katja Müller.

Die studentische Arbeit wurde von der Kölner Architektin Dipl.-Ing. Annette Paul BDA betreut, die z.Zt. im Fach Architektur der Bergischen Universität eine Professurenvertretung für „Bauen im Bestand“ wahrnimmt.

nächste

Druckversion von http://www.presse.uni-wuppertal.de/2011/0719_bmwi.html