32. Universitätstagung Verkehrswesen in Wuppertal

14.09.2011

32. Universitätstagung Verkehrswesen in Wuppertal

75 Doktoranden und die Professoren aller Verkehrslehrstühle der Universitäten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz nahmen an der 32. Universitätstagung des Verkehrswesens in „Maria in der Aue“, Tagungsstätte des Erzbistums Köln, in Wermelskirchen teil. Organisiert worden war das Treffen vom Fachzentrum Verkehr im Fach Bauingenieurwesen der Bergischen Universität.

Mit einem CO2-Rechner war die Belastung des Klimas durch die An- und Abreise der Tagungsteilnehmer ermittelt worden. Unter Anleitung von Revierförster Udo Oberreuther vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW und seinen Azubis pflanzten die Verkehrswissenschaftler zwölf Rotbuchen, um die Gesamtmenge an CO2 auszugleichen, die mit der Tagung emittiert wurde. Dipl.-Ing. Elke Clarus von der TU Dresden war diejenige mit der geringsten Menge an klimaschädlichen Gasen: Sie war ganz einfach mit der Bahn angereist und erhielt dafür als Preis einen Bahngutschein im Wert von 100 Euro.

Eine Rotbuche ist gepflanzt: Dipl.-Ing. Karin Kraschl-Hirschmann mit Prof. Dr.-Ing. Martin Fellendorf, beide von der TU Graz. Eine Rotbuche ist gepflanzt: Dipl.-Ing. Karin Kraschl-Hirschmann mit Prof. Dr.-Ing. Martin Fellendorf, beide von der TU Graz.Foto Roland Keusch
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Workshops behandelten „Mobilität & Web 2.0 – wie computergestützte Medien unser Mobilitätsverhalten beeinflussen“, moderiert von Dipl.-Ing. Oliver Hahn und Dipl.-Ing. Susanne Franz von der TU Kaiserslautern, „Radverkehrsbeschleunigung im Zuge innerörtlicher Hauptverkehrsstraßen“ unter Leitung von Dipl.-Ing. Marcel Schreiber, TU Berlin, und „Postfossiler Verkehr“, organisiert von Dipl.-Ing. Michael Falk, Wuppertal. Behandelt wurden aktuelle Forschungsfragen wie z.B. Elektromobilität, Infrastruktur, Modelle des öffentlichen Verkehrs, Verkehrstechnik sowie Verkehrssicherheit. Dipl.-Pol. Stephan Daubitz, TU Berlin, berichtete im ersten Themenblock „Infrastruktur“, moderiert von Prof. Dr.-Ing. Justin Geistefeldt, Ruhr-Universität Bochum, über den „Mobilitätsalltag von Einkommensarmen im städtischen Raum“. Dipl.-Math. oec. Daniel Schmidt, TU Braunschweig, zeigte auf, welche Möglichkeiten sich aus „Dynamischem Verkehrsmanagement mit realistischer C2X-Kommunikation“ für die Verbesserung der Leistungsfähigkeit an Knotenpunkten ergeben.

Im Themenblock „Modelle“, moderiert von Prof. Dr.-Ing. Bert Leerkamp, Bergische Universität, erläuterte Dipl.-Ing. Katrin Immisch von der Uni Braunschweig Möglichkeiten, die sich durch „Modellierung und Optimierung des Verkehrsablaufs in Evakuierungssituationen“ ergeben. Sie will ihr Modell für die Entwicklung von Planungsempfehlungen nutzen, um die Menschen im Katastrophenfall schnell aus den Gefahrenzonen zu bringen, auch wenn Wege beispielsweise durch Überschwemmungen oder umgefallene Bäume blockiert sind.

Verkehrswissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz; Begrüßung in der Tagungsstätte „Maria in der Aue“ bei Wermelskirchen (v.l.n.r.): Prorektor Prof. Dr. Michael Scheffel, Tagungsleiter Prof. Dr.-Ing. Jürgen Gerlach, Dipl.-Ing. Karin Kraschl-Hirschmann von der TU Graz, Dipl.-Ing. Sonja Löwa von der TU Hamburg-Harburg und Tagungsleiter Prof. Dr.-Ing. Felix Huber. Verkehrswissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz; Begrüßung in der Tagungsstätte „Maria in der Aue“ bei Wermelskirchen (v.l.n.r.): Prorektor Prof. Dr. Michael Scheffel, Tagungsleiter Prof. Dr.-Ing. Jürgen Gerlach, Dipl.-Ing. Karin Kraschl-Hirschmann von der TU Graz, Dipl.-Ing. Sonja Löwa von der TU Hamburg-Harburg und Tagungsleiter Prof. Dr.-Ing. Felix Huber.Foto Roland Keusch

Dipl.-Ing. Karin Kraschl-Hirschmann von der TU Graz machte deutlich, dass bei einem Elektromobil eher der energetisch günstigste Weg und nicht unbedingt der schnellste von Bedeutung ist. Sie befasst sich in ihrer Dissertation mit der Frage, wie das „Routenwahlverhalten neuer Fahrzeugkonzepte in Verkehrsmodelle“ integriert werden kann. Da man über den Wirtschafts- und Güterverkehr für Planungszwecke zu wenig weiß, stellte M. Sc. Benjamin Dahmen von der Bergischen Universität „Datenanforderungen an die Weiterentwicklung kleinräumiger Verkehrsnachfragemodelle des Wirtschaftsverkehrs“ vor.

Im Themenblock „E-Mobilität“, moderiert durch Dr.-Ing. Ulrike Reutter, TU Kaiserslautern, erläuterte Dipl.-Ing. Marcel Schreiber, TU Berlin, den Stand der „Planung eines Ladeinfrastrukturnetzes für Elektrofahrzeuge in Berlin“. Es wurde kontrovers diskutiert, ob es Aufgabe der öffentlichen Hand sei, die Infrastruktur im Straßenraum auf Kosten der Allgemeinheit einzurichten. Dipl.-Ing. Christoph Link, Universität für Bodenkultur Wien, erläuterte ein „Modell zur Beschreibung des Individualverhaltens beim Kauf von Elektroautos“ und Dipl.-Ing. Joachim C. Otto, Uni Kassel, stellte „Regionale Anpassungsstrategien im Verkehrssektor zur Vorbereitung auf den Klimawandel“ vor.

Unter Moderation von Prof. Dr.-Ing. Jürgen Gerlach, Bergische Universität, wurden Fragen der Straßenverkehrstechnik behandelt. Dipl.-Ing. Martin Schmotz, TU Dresden, berichtete über den „Verkehrsablauf an Minikreisverkehren“ und Dipl.-Ing. Markus Enke, ebenfalls TU Dresden, erläuterte „ Alternative Möglichkeiten der Bewertung der Unfallschwere“. Simulationen von Verkehrsabläufen auf Autobahnen stellte Dipl.-Ing. Stefan Giuliani, Ruhr-Universität Bochum, vor. Die Chancen eines „Deutsch-Russischen Richtlinienvergleichs der Straßen- und Verkehrsplanung beim Neubau einer mautpflichtigen Autobahn“ beleuchtete Dipl.-Wirt.-Ing. Anne Voßnacke von der Bauhaus-Universität Weimar.

Der Öffentliche Nahverkehr war Gegenstand eines weiteren Themenblocks, moderiert von Prof. Dr.-Ing. Carsten Sommer, Universität Kassel. Von den Verkehrsproblemen in seiner Heimat Vietnam berichtete M.Sc. Nam Nguyen Van, TU Darmstadt. In München träume man von der „Renaissance der Straßenbahn“, schilderte Dipl.-Ing. Roland Priester, TU München. Überlegungen zu den „Theoretischen Grundlagen für eine intelligente und kundenorientierte Verkehrssteuerung aus Sicht des ÖPNV“ stellte Dipl.-Ing. Jin Shiguang, TU Dresden, vor.

Im Rahmenprogramm gab es eine kunstgeschichtliche Führung durch den Altenberger Dom mit Orgelkonzert und einen Bergischen Abend mit Reibekuchen, Rheinischem Sauerbraten und Waffeln. Tagungsleiter Prof. Dr.-Ing. Felix Huber: „Mit dem Tagungsort konnten wir unseren Gästen Naturnähe und Charakter des Bergischen Landes nahebringen.“ Die Tagung wurde durch die Stadtsparkasse Wuppertal, die Barmenia Versicherungen, den Verkehrsverbund Rhein-Sieg, die Gesellschaft der Freunde der Bergischen Universität (GFBU) und die Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft (DVWG) Berg & Mark unterstützt.

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