Einsatzübung der Feuerwehr: Chemie-Unfall auf dem Campus

28.11.2011

Einsatzübung der Feuerwehr: Chemie-Unfall auf dem Campus

Am vergangenen Samstag, 26. November, fand auf dem Campus Grifflenberg der Bergischen Universität eine Einsatzübung der Feuerwehr statt. Schwerpunkt war das Gebäude A nördlich der Gaußstraße. Das Szenario ging von einem Chemieunfall aus und diente in erster Linie der Übung der ABC-Einsatzkräfte. Die Abkürzung ABC bezeichnet Stoffe mit chemischem, biologischem oder radiologischem Hintergrund.

Gegen 8.30 Uhr wurden der Gefahrgutzug der Freiwilligen Feuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Hahnerberg zu dem Gefahrguteinsatz alarmiert: Bei Einlagerungsarbeiten im Gebäude A war es zu einem Unfall gekommen. Ein Mitarbeiter hatte ein 1000-Liter-Fass mit hoch ätzender, 65-prozentiger Salpetersäure einlagern wollen, wobei er versehentlich mit dem Zinken seines Gabelstaplers in den Behälter stieß und am Kopf verletzt wurde. Durch das entstandene Leck trat die gefährliche Chemikalie aus. Die Mitarbeiter verständigten sofort den Uni-Notruf, der die Feuerwehr alarmierte.

Der Bereich um das Gebäude A wurde von dem ersten eintreffenden Feuerwehrfahrzeug weiträumig abgesperrt, Feuerwehrleute nahmen unter Atemschutz eine erste Erkundung vor. Die durch Dämpfe und Flüssigkeit der Salpetersäure kontaminierten Uni-Mitarbeiter wurden aus dem Gefahrenbereich herausgebracht und von ihrer Kleidung befreit.

Nach Eintreffen des Gefahrgutzugs erkundeten die Feuerwehrmänner mit Chemikalienschutzanzügen den Bereich rund um das havarierte Fass. Weil der Gully im Gebäude die auslaufende Flüssigkeit nicht aufnehmen konnte, wurde die Säure zunächst in einem Behälter aufgefangen.

Wie in einem Katastrophenfilm: Einsatzkräfte bei der Arbeit. Wie in einem Katastrophenfilm: Einsatzkräfte bei der Arbeit.

Da es sich um einen Einsatz mit Gefahrstoffen handelte, wurde neben der Feuerwehr auch ein Fachberater für ABC-Stoffe hinzugezogen, Dr.-Ing. Ulrich Klenk, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Sicherheitstechnik/Umweltschutz, um mögliche Vorgehensweisen bestmöglich zu koordinieren. Währenddessen wurden die kontaminierten Personen in dem inzwischen aufgebauten Zelt dekontaminiert und anschließend dem Rettungsdienst übergeben.

Der leckgeschlagene Säurebehälter wurde durch die Feuerwehr noch einmal umgepumpt und bereits ausgeflossene Säure auf dem Boden mit Wasser stark verdünnt.

Insgesamt waren rund 30 Feuerwehrleute mit 8 Fahrzeugen an der Übung beteiligt. Im Anschluss an die Übung werden die Ergebnisse ausgewertet, um für den Ernstfall bestmöglich vorbereitet zu sein. Mitarbeiter aus der Abteilung Umwelt-, Gefahrstoff- und Lagertechnik der Bergischen Universität sowie Sicherheitsingenieur Arno Ueberholz begleiteten den ABC-Einsatz der Feuerwehr, der nach zweieinhalb Stunden beendet wurde.

 

 

 

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