Wuppertaler Teilchenphysiker dem Higgsboson auf der Spur

20.12.2011

Auf der Suche nach dem „Gottesteilchen“:

Wuppertaler Teilchenphysiker dem Higgsboson auf der Spur

Unter großem Andrang von Studenten, Wissenschaftlern und Medien wurde an der Bergischen Universität eine Präsentation der neuesten Ergebnisse am Large Hadron Collider (LHC) des Europäischen Zentrums für Teilchenphysik CERN in Genf live übertragen. Im Mittelpunkt standen Hinweise auf das „Higgs-Teilchen“, dem letzten Puzzleteilchen der fundamentalen Theorie der Materie. Mehrere Wuppertaler Teilchenphysiker sind an den ehrgeizigen Forschungen nach dem Higgsboson, das auch „Gottesteilchen“ genannt wird, beteiligt.

Dieses Teilchen wurde vor knapp fünfzig Jahren von dem britischen Physiker Peter Higgs vorhergesagt, um ein zentrales Problem der Physik zu lösen, nämlich die Frage, wie Masse entsteht. Ohne eine Lösung dieses Problems bricht das Bild, wie Materie in winzigen Räumen aufgebaut ist und welche Kräfte dort herrschen, zusammen. Alles über das Higgs-Teilchen ist vorhergesagt – außer seiner Masse. Seit vielen Jahrzehnten wird nach dem Higgs-Teilchen mit dem einzigen Ergebnis gesucht, dass man sagen konnte, bei welcher Masse es nicht auftritt. Inzwischen ist nur noch ein kleiner Bereich erlaubt. Genau dort haben die LHC-Experimente jetzt Hinweise gefunden.

Wuppertaler Teilchenphysiker haben zu diesem Ergebnis als Teil des ATLAS-Experiments beigetragen. Sie bauten wesentliche Teile eines Pixeldetektors, mit dem elektrisch geladene Teilchen vermessen werden können und trugen zum Kalorimeter bei, mit dem Elektronen und Photonen (die Lichtteilchen) identifiziert werden. Diese Elektronen und Photonen sind die Indizien für die Existenz des Higgsbosons. Wichtig für die Untersuchungen war auch das große Rechner-Cluster der Teilchenphysik in Wuppertal, auf dem ein Teil der Untersuchung der Daten durchgeführt wurde.

Prof. Dr. Peter Mättig: „Die Ergebnisse sind stimulierend. Sie zeigen, dass der LHC und auch unser Detektor hervorragend funktionieren. Was wir jetzt sehen, sind erste Hinweise, dass das Higgsboson existiert – aber wir müssen vorsichtig sein, bevor wir voreilige Schlüsse ziehen. Um wirklich zu beweisen, dass wir einen realen Effekt sehen, ist eine noch sehr viel gründlichere Untersuchung der Daten und sind vor allem noch viel mehr Daten notwendig. Der LHC wird 2012 dreimal so viele Daten liefern wie 2011. Erst dann können wir eine definitive Antwort auf diese Grundfrage der Physik geben.“

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