Prof. Patrick Görrn erforscht elastisch dehnbare Elektronikbauteile

12.01.2012

DFG fördert Juniorprofessor mit 1,1 Mio. Euro

Prof. Patrick Görrn erforscht elastisch dehnbare Elektronikbauteile

Im neuen Reinraum des Lehr- und Forschungsgebietes für Elektronische Bauelemente von Prof. Dr.-Ing. Thomas Riedl (rechts) demonstriert Prof. Dr.-Ing. Patrick Görrn (Mitte) dem Dekan des Fachbereichs  Elektrotechnik - Informationstechnik - Medientechnik, Prof. Dr.-Ing. Anton Kummert, die Vorteile elastisch dehnbarer Träger für die Elektronik der Zukunft. Im neuen Reinraum des Lehr- und Forschungs-
gebietes für Elektronische Bauelemente von Prof. Dr.-Ing. Thomas Riedl (rechts) demonstriert Prof. Dr.-Ing. Patrick Görrn (Mitte) dem Dekan des Fachbereichs Elektrotechnik - Informationstechnik - Medientechnik, Prof. Dr.-Ing. Anton Kummert, die Vorteile elastisch dehnbarer Träger für die Elektronik der Zukunft.
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Der 33jährige Ingenieurwissenschaftler Prof. Dr.-Ing. Patrick Görrn ist in das Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) aufgenommen worden. Er erhält damit für fünf Jahre eine Förderung in Höhe von 1,1 Millionen Euro zur Einrichtung einer Nachwuchsgruppe im Fachbereich Elektrotechnik, Informationstechnik, Medientechnik der Bergischen Universität. Mit dem Emmy Noether-Programm unterstützt die Deutsche Forschungsgemeinschaft herausragende Nachwuchswissenschaftler. In der Elektrotechnik gibt es derzeit bundesweit nur zwei nach der Mathematikerin Emmy Noether (1882-1935) benannte DFG-Nachwuchsgruppen.

Erst im Frühjahr 2011 war Dr.-Ing. Patrick Görrn (33) von der Princeton University aus den USA nach Deutschland auf eine Juniorprofessur in Wuppertal berufen worden, wo er fachlich an das Lehr- und Forschungsgebiet „Elektronische Bauelemente“ von Prof. Dr.-Ing. Thomas Riedl angegliedert ist.

Während seines Aufenthalts als Humboldt-Stipendiat in Princeton hat Prof. Görrn die Grundlage seiner Forschungsarbeiten im Bereich elastisch dehnbarer Elektronik geschaffen, die er so beschreibt: „Seit längerem gibt es in der Elektrotechnik den Trend von harten Mikro-Chips hin zu weicheren und dadurch vielseitiger einsetzbaren Bauelementen. Solarzellen oder Displays auf Folie könnten ‚von der Rolle’ kostengünstiger hergestellt, transportiert und wie Teppichboden oder Tapeten verlegt werden. Noch weichere Bauelemente könnten elastisch ausgedehnt und so auf beliebige Oberflächen wie eine Haut aufgebracht werden. Sie zerbrechen nicht und sind sogar kompatibel mit ebenfalls weichem biologischen Gewebe.“

Besonders interessieren den jungen Wuppertaler Forscher Nanostrukturen, die selbstorganisiert auf der Oberfläche weicher Silikone entstehen können. Damit will Prof. Görrn zukünftig die Effizienz organischer Leuchtdioden (sog. OLEDs), Solarzellen und Lasern deutlich steigern. Prof. Riedl:„Ich freue mich für Patrick Görrn über diese Auszeichnung! Wir werden ihn beim zügigen Aufbau seiner Nachwuchsgruppe unterstützen. Das Themenfeld der elastischen Elektronik ist sehr spannend – ich bin sicher, wir werden in Zukunft noch viel davon hören“.

Prof. Görrn: „Die hervorragende technologische Ausstattung bei Prof. Riedl gibt mir exzellente Startbedingungen. Ein weiterer wichtiger Aspekt für meine Entscheidung, an die Bergische Universität zu kommen, war die Möglichkeit der Zusammenarbeit auch mit der international renommierten Chemie-Arbeitsgruppe von Prof. Ullrich Scherf im interdisziplinären Institut für Polymertechnologie.“

Aus Sicht des Fachbereichs Elektrotechnik, Informationstechnik, Medientechnik ergänzt Dekan Prof. Dr.-Ing. Anton Kummert: „Die Einrichtung einer Emmy Noether-Nachwuchsgruppe ist natürlich eine besondere Anerkennung der bisherigen Forschungsleistung von Patrick Görrn, aber zugleich auch eine Ehre für die Wuppertaler Elektrotechnik. Unsere mit modernstem Equipment ausgestatteten Labore bieten ein ideales Umfeld für diese Forschergruppe!“ Auch das Institut für Polymertechnologie der Bergischen Universität werde durch das renommierte DFG-Förderprogramm gestärkt.

Rektor Prof. Dr. Lammert T. Koch zeigt sich ebenfalls hoch erfreut über die Entscheidung der DFG: „Das ist ein toller Erfolg für Herrn Görrn, für den Fachbereich und für die ganze Universität!“

Der gebürtige Brandenburger Patrick Görrn studierte Elektrotechnik an der Technischen Universität Braunschweig, gefördert durch ein Stipendium des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft, wo er 2008 am Institut für Hochfrequenztechnik mit Auszeichnung promovierte. Dr.-Ing. Görrn war dann Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Braunschweig, bevor er als Forschungsstipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an die Princeton University in die USA wechselte. Er erhielt den Erwin-Marx-Preis der VDE-Stiftung, den Kaiser-Friedrich-Forschungspreis und zuletzt ein Feodor Lynen-Rückkehrstipendium der Humboldt-Stiftung.

Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Patrick Görrn
Lehr- und Forschungsgebiet Elektronische Bauelemente
Telefon 0202/439-1424
E-Mail goerrn@uni-wuppertal.de

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