Deutsche Beteiligung von Prof. Michael Tausch organisiert

13.01.2012

Hervorragende Ergebnisse bei internationalem Chemiewettbewerb

Deutsche Beteiligung von Prof. Michael Tausch organisiert

Bei einem zum Jahr der Chemie 2011 von der International Union of Pure and Applied Chemistry (IUPAC) geförderten Chemiewettbewerb hat sich Deutschland mit 1608 Schülerinnen und Schülern aus 72 Schulen beteiligt und erstklassig abgeschnitten: Die deutsche Beteiligung war von dem Chemiedidaktiker Prof. Dr. Michael W. Tausch von der Bergischen Universität initiiert und in Kooperation mit dem Verein mathematisch-naturwissenschaftlicher Excellence-Center an Schulen e.V. (MINT-EC) durchgeführt worden. MINT-EC ist eine Arbeitgeber-Initiative mit dem Ziel, mehr Nachwuchs für die "MINT-Fächer" Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern.

Im Durchschnitt lagen die ca. 1600 deutschen Teilnehmer im oberen Viertel unter den ca. 60.000 Teilnehmern aus 16 Ländern (Australien, Neuseeland, Indien, China, Hongkong, Singapur, Philippinen, Indonesien, Vietnam, Malaysia, Thailand u.a.). Betrachtet man nur diejenigen Arbeiten mit mehr als 26 von 30 erreichbaren Punkten, landete Deutschland sogar auf Platz 2. Prof. Tausch: „Dieses Ergebnis ist großartig, weil unsere Schülerinnen und Schüler beweisen, dass sie international auch im Vergleich zu Ländern aus Asien, Fernost und Australien, die bei den PISA-Studien immer auf vorderen Plätzen angesiedelt sind, sehr gut abschneiden.“

Der von den Royal Australian Chemistry Institutes koordinierte Chemiewettbewerb findet seit über 20 Jahren mit internationaler Beteiligung statt. Die deutsche Beteiligung wurde durch das Chemieunternehmen Dow gefördert. Die Aufgaben wurden an der Bergischen Universität aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt und auf Formulierungen, die im Schulfach Chemie in Deutschland üblich sind, übertragen. Die Wuppertaler Chemiedidaktik und die Berliner Geschäftsstelle des Vereins MINT-EC waren die Dreh- und Angelpunkte zwischen der Zentrale in Australien und den 72 teilnehmenden MINT-EC Schulen aus Deutschland. In diesen Schulen haben Mathematik, Informatik, Physik, Chemie, Biologie und Technik einen herausragenden Stellenwert und werden vom Verein MINT-EC entsprechend gefördert.

Die deutsche Teilnahme war auf die Jahrgangsstufen 11 und 12 beschränkt. Prof. Tausch: „Diese Schülerinnen und Schüler sind das Reservoir, aus dem sich der wissenschaftliche Nachwuchs in Chemie und anderen naturwissenschaftlichen Disziplinen rekrutiert.“

Unter den deutschen MINT-EC-Schulen waren alle Bundesländer außer Bremen und das Saarland vertreten. Hohe Beteiligung und gute Ergebnisse von Nordrhein-Westfalen, Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz kontrastieren mit Beteiligung und Ergebnissen der langjährigen Zentralabitur-Länder Bayern und Baden-Württemberg. Prof. Tausch: „Zur Erklärung drängt sich die Hypothese auf, dass Chemieunterricht, der sich zielgenau auf das Zentralabitur ausrichtet, nicht der Weisheit letzter Schluss ist.“

In einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung des Events MINT400 gab es vor 600 Gästen, überwiegend Schülerinnen und Schüler, einen Talk zwischen Prof. Tausch und dem Chemie-Nobelpreisträger Prof. Dr. Gerhard Ertl (75) mit Episoden und Schwerpunkten aus dem Wissenschaftlerleben Prof. Ertls von dessen Schulzeit bis in die Gegenwart.

Kontakt:
Prof. Dr. Michael W. Tausch
Telefon 0202/439-3408 (-3466, -2508)
E-Mail mtausch@uni-wuppertal.de

www.chemiedidaktik.uni-wuppertal.de
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