Internationaler Workshop von Philosophen und Physikern

26.01.2012

Wozu brauchen Teilchenphysiker Modelle?

Internationaler Workshop von Philosophen und Physikern

(Aktualisiert 30.01.2012) Wenn ein Unternehmen ein neues Produkt entwickelt, wird erst einmal ein Modell in kleinem Maßstab gebaut. Das Modell dient als Bild des später Wirklichkeit werdenden Produkts, an dem einige Eigenschaften getestet werden können. Auch die Physiker am vor zwei Jahren in Betrieb genommenen Teilchenbeschleuniger LHC am CERN in Genf benutzen Modelle. Diese sind allerdings sehr viel komplizierter. Ihre Rolle im Erkenntnisprozess stand im Mittelpunkt des von Wuppertaler Physikern und Philosophen organisierten Workshops zum Thema „Modeling and LHC“, der Ende vergangener Woche an der Bergischen Universität Wuppertal stattfand.

Im Laufe des dreitägigen, englischsprachigen Workshops wurden Vorträge von 14 international anerkannten Spezialisten gehalten, die je zur Hälfte in der Physik bzw. der Philosophie tätig sind. Der interdisziplinäre Workshop fand im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziell geförderten Forschungsverbunds „Epistemologie des Large Hadron Collider (LHC)” statt.

„Wir wollen untersuchen, welche Arten von Modellen am LHC verwendet werden, wie sie zur Weiterentwicklung unseres Verständnis der Wirklichkeit beitragen und inwiefern die in der Teilchenphysik verwendeten Modelle die physikalische Wirklichkeit repräsentieren“, sagt der Philosoph und Physiker Dr. Simon Friederich, einer der Workshop-Organisatoren. Untersucht wurde auch, inwieweit die Modelle, die am LHC verwendet werden, Einfluss auf die experimentellen Ergebnisse haben.

Auf dem Workshop wurden einige grundsätzliche philosophische Fragen am Beispiel des LHC behandelt. „Mit dem Workshop wollen wir die bisher sehr erfolgreiche Zusammenarbeit und Diskussion von Physikern und Philosophen in Wuppertal weiterführen. Sie ist weltweit ziemlich einmalig und findet mittlerweile sowohl unter Physikern als auch Philosophen große Beachtung“, erklärte Philosoph Prof. Dr. Gregor Schiemann, einer der Leiter des interdisziplinären Projekts, vor dem Workshop.

www.lhc-epistemologie.uni-wuppertal.de


Kontakt
:
Dr. Simon Friederich
E-Mail friederich@uni-wuppertal.de

Prof. Dr. Peter Mättig
Telefon 0202/439-2761
E-Mail peter.mattig@cern.ch

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