Germanist Prof. Andreas Meier gibt Buch über Armin T. Wegner heraus

02.02.2012

Germanist Prof. Andreas Meier gibt Buch über Armin T. Wegner heraus

Dr. Andreas Meier, Professor für Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der Bergischen Universität, hat im Göttinger Wallstein Verlag ein Buch herausgegeben, das Armin T. Wegners Augenzeugenbericht zum Völkermord an den Armeniern veröffentlicht.

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Als Sanitäter im Ersten Weltkrieg sah Armin T. Wegner den Flüchtlingsstrom der von den Türken in die syrische Wüste getriebenen armenischen Bevölkerung. 1915 bis 1917 fanden dort bis zu 1,5 Millionen Armenier den Tod. In einem offenen Brief an den amerikanischen Präsidenten Wilson protestierte Wegner gegen dieses Unrecht.

Unmittelbar nach Kriegsende fasste er seine Erfahrungen als Augenzeuge in einem Vortrag zusammen, den er ab Oktober 1919 mehrfach hielt. Begleitend zeigte er 100 Dias, die er trotz des Verbots der türkischen Behörden gemacht und – wie es im Vortrag heißt – „unter der Leibbinde versteckt über die Grenze“ geschmuggelt hatte.

Wegners Augenzeugenbericht ist bisher nie veröffentlicht worden. „Mit der Publikation des Vortrags erhalten die Fotografien nicht nur die durch Wegner autorisierten Bildlegenden, ihre Authentizität wird überdies in einem kritischen Apparat erörtert“, heißt es in einer Mitteilung des Verlags. Ein Essay von Wolfgang Gust, langjähriger Journalist beim Spiegel, über die historischen Hintergründe des ersten Völkermordes in der Neuzeit ergänzt den Band.

(Armin T. Wegner: Die Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste. Ein Lichtbildvortrag. Herausgegeben von Andreas Meier. Mit einem Essay von Wolfgang Gust. Wallstein Verlag, Göttingen 2011. 216 Seiten, 24 Euro)

www.wallstein-verlag.de
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Druckversion von http://www.presse.uni-wuppertal.de/2012/0202_meier.html