Podiumsdiskussion „Gender in den MINT Fächern“

07.02.2012

Podiumsdiskussion „Gender in den MINT Fächern“

Die Organisatorinnen der Ringvorlesung: Prof. Dr. Katharina Walgenbach (links) und Prof. Dr. Felizitas Sagebiel. Die Organisatorinnen der Ring-
vorlesung: Prof. Dr. Katharina Walgenbach (links) und Prof. Dr. Felizitas Sagebiel.

Zum zweiten Mal hatten die Soziologin Prof. Dr. Felizitas Sagebiel und die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Katharina Walgenbach die Ringvorlesung „Gender interdisziplinär. Forschungsansätze zur Kategorie Geschlecht“ organisiert. Beraten wurden die beiden Wissenschaftlerinnen dabei von der Arbeitsgruppe „Gender interdisziplinär“. Zum Abschluss der Vortragsreihe im Wintersemester fand vergangenen Donnerstag eine Podiumsdiskussion zur Bedeutung von Gender in den MINT Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) statt. Es diskutierten die Wuppertaler Professorinnen Dr.-Ing. Friederike Deuerler (Maschinenbau), Dr. Gertrud Lohaus (Botanik), Dr.-Ing. Anke Kahl (Sicherheitstechnik) und Dr. Felizitas Sagebiel (Soziologie) sowie Atmosphärenphysiker Prof. Dr. Ralf Koppmann. Moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Renate Kosuch, Fachhochschule Köln.

Die MINT Fächer an der Bergischen Universität haben einen sehr unterschiedlichen Frauenanteil bei den Studierenden. „Biologie ist mit rund 68 % ein Frauenfach, Physik gilt mit derzeit nur knapp 29 % Frauen als Männerfach und die technischen Fächer Maschinenbau (12,8 %) sowie Sicherheitstechnik (16,2 %) sind nach wie vor Männerdomänen“, sagt Prof. Sagebiel. Das werde noch deutlicher, wenn man sich den Frauenanteil bei den Professoren ansehe – 8,4% im Maschinenbau und in der Physik. Prof. Sagebiel: „Die Schere zwischen dem Studentinnen- und dem Professorinnenanteil klafft allerdings noch stärker in den Fächern auseinander, die einen höheren Studentinnenanteil haben. So hat die Biologie bundesweit nur rund 20 % Professorinnen." 

Die weiblichen Studierenden in Fächern mit geringem Frauenanteil (Maschinenbau, Sicherheitstechnik und Physik) seien, so die einhellige Meinung der Diskussionsteilnehmerinnen und -teilnehmer, hochqualifizierte durchhaltefähige Studentinnen, die seltener ihr Studium abbrechen und es tendenziell eher in der Regelstudienzeit absolvieren. Prof. Sagebiel: „Sie stellen eher eine Elite dar.“

Weitere Standpunkte auf der Podiumsdiskussion: Der Wunsch, Kinder zu bekommen, bringe junge Sicherheitstechnikerinnen mit sehr guten Berufsaussichten dazu, in die Praxis – und nicht in die Wissenschaft –  zu gehen. Eine wissenschaftliche Karriere erschiene nicht attraktiv, weil nicht genügend planbar in dieser Lebensphase. Lehrerinnen und Lehrern komme im naturwissenschaftlichen Unterricht eine hohe Bedeutung bei der Motivation von Schülerinnen und Schüler für MINT-Fächer zu.

Die Diskussionsteilnehmer stellten darüber hinaus ihren eigenen beruflichen Werdegang im naturwissenschaftlich-technischen Arbeitsfeld vor und thematisierten die Vereinbarkeit von Familie und dem Arbeitsplatz Hochschule.

Kontakt:
Prof. Dr. Felizitas Sagebiel
Fachbereich Bildungs- und Sozialwissenschaften
Telefon 0202/439-2165
E-Mail sagebiel@uni-wuppertal.de

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