Gesundheits-Experten verabschieden Wuppertaler Erklärung

05.03.2012

Heilmittel Sport – eine unterschätzte Diabetes-Therapie macht mobil

Gesundheits-Experten verabschieden Wuppertaler Erklärung

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Bewegung ist in der Therapie von Diabetes besonders wichtig. Das belegen wissenschaftliche Studien seit Jahren. Die vielen Sport- und Reha-Angebote werden von Menschen mit Diabetes jedoch zu wenig genutzt. Liegt das an den Angeboten oder daran, dass die Vorteile nicht ausreichend gegenüber den Patienten vermittelt werden? Wie kann der Patient nachhaltig an die Bewegungstherapie herangeführt werden? Diese Fragen diskutierten rund 120 Ärzte, Diabetes-Berater und Sport-Übungsleiter auf dem 1. Interdisziplinären Symposium Diabetes und Bewegung, das Ende Februar an der Bergischen Universität stattfand. Veranstalter waren Sportmediziner Prof. Dr. Thomas Hilberg und Sportwissenschaftler Prof. Dr. Theodor Stemper sowie die AG Diabetes & Sport der Deutschen Diabetes-Gesellschaft unter Leitung von Dr. Peter Zimmer.

Experten der Sportmedizin, Sportwissenschaft, Diabetologie, des Hausärzteverbandes und des Landessportbundes sowie Vertreter der Kostenträger stellten Therapieangebote vor und diskutierten gemeinsame Lösungsansätze für eine bessere strukturelle Vernetzung aller Akteure.

„Im Verlauf des Symposiums wurde deutlich, dass die Bewegungstherapie Opfer einer Schnittstellenproblematik ist: Der Arzt spricht mit dem Patient, der Patient erhält einen Bewegungstherapievorschlag und schließt sich, wenn er motiviert genug ist, einer Sportgruppe an, eine Rückkopplung zwischen Sporttherapeut und Arzt erfolgt später nicht“, sagt Sportmediziner Prof. Hilberg. Entscheidend sei aber, ob der Patient überhaupt motiviert werde, sich mehr zu bewegen.

Über 100 Teilnehmer kamen zum Symposium. Über 100 Teilnehmer kamen zum Symposium.

Die Experten waren sich einig, dass ohne persönliche Beratung, ohne die nachhaltige Motivation eines jeden Einzelnen, die Betroffenen auf Dauer nicht an eine erfolgreiche Bewegungstherapie herangeführt werden können. „Der Sport muss dem Patienten Spaß machen und ohne Zwang ablaufen, erst dann kann nach ersten Erfolgen auf Dauer ein Eigeninteresse der Betroffenen an Bewegung entstehen“, so Sportwissenschaftler Prof. Stemper.

Am Ende des Symposiums verabschiedeten die AG Diabetes & Sport der Deutschen Diabetes-Gesellschaft, die Deutsche Diabetes-Hilfe sowie Prof. Hilberg und Prof. Stemper von der Bergischen Universität die „Wuppertaler Erklärung“ mit dem Ziel, die optimierte Bewegungstherapie über die Grenzen der Fachgesellschaften und Institutionen hinaus zum Wohle der Diabetes-Patienten ständig weiterzuentwickeln, den Zugang zu speziellen Sportangeboten zu erleichtern sowie eine höhere Effizienz der Sportmaßnahmen zu erreichen.

Pressmitteilung der Deutschen Diabetes-Hilfe zum Symposium


Kontakt
:
Prof. Dr. Theodor Stemper
Telefon 0202/439-3850
E-Mail stemper@uni-wuppertal.de

Prof. Dr. Dr. Thomas Hilberg
Telefon 0202/439-5912
E-Mail sportmedizin@uni-wuppertal.de

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