Chilis: Lebensmittelchemiker Prof. Petz untersucht die Scharfmacher

07.03.2012

Woher die Schärfe kommt

Chilis: Lebensmittelchemiker Prof. Petz untersucht die Scharfmacher

0307_petz.jpg Klick auf das Foto: Größere Version
(3000 x 2000 pix; 1,63 MB)
Foto Sebastian Jarych

Das besondere Merkmal von Chili und Paprika ist ihr scharfes Aroma. Dieser buchstäblich reizvollen Thematik hat sich der Wuppertaler Lebensmittelchemiker Prof. Dr. Michael Petz seit einiger Zeit schwerpunktmäßig gewidmet. Dabei geht es vor allem um die Faktoren, die für die Schärfe verantwortlich sind. Die Chili-Forschungen laufen im Rahmen eines Forschungsprojektes von Bioversity International, einer weltweit tätigen Forschungsorganisation mit Sitz in Rom, die sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt in der Landwirtschaft („Agrobiodiversität“) im Hinblick auf die Armutsbekämpfung einsetzt. Das Entwicklungshilfeministerium fördert die Chili-Forschung mit Kooperationspartnern in Peru und Bolivien, Ländern, in denen der Chili-Anbau und -verzehr hohen Stellenwert hat. Ziel der Forschungen ist, die biologische Vielfalt der Chili-Sorten zu sichern, sie zu charakterisieren und Premium-Sorten zu finden, die das Einkommen der Chili-Bauern in Bolivien und Peru verbessern sollen.

Capsaicin heißt der Stoff, der in Chili- und Paprikafrüchten die Schärfe liefert. Für Anbau und Auswahl der Pflanzen muss der Chili-Bauer wissen, welche Faktoren das Ausmaß der Schärfe bestimmen. Capsaicin spielt auch in der Medizin eine wichtige Rolle, beispielsweise bei Wärmepflastern. Neuerdings wird es auch im Zusammenhang mit Übergewicht erforscht, weil es die Fettverbrennung stimuliert und beim Abnehmen helfen kann. Chili sind auch deswegen interessant, weil sie in hoher Konzentration weitere wertgebende Bestandteile enthalten, wie Vitamin C, Vitamin E und weitere antioxidative Komponenten („Radikalfänger“).

In der Zeitschrift „Nachrichten aus der Chemie“ der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GdCH), war die Wuppertaler Chili-Forschung jetzt Titelthema: Prof. Petz stellte gemeinsam mit Dr. Erika Müller-Seitz in einem mehrseitigen Beitrag seine Chili-Forschungen vor. „Nachrichten aus der Chemie“ erreicht alle rund 30.000 Mitglieder der GDCh, weitere 2000 Mitglieder der österreichischen Gesellschaft und hat etwa 80.000 Leser. Sie wissen jetzt mehr über die Scharfmacher.

Kontakt:
Prof. Dr. Michael Petz
Telefon 0202/439-2783
E-Mail petz@uni-wuppertal.de

www.lebchem.uni-wuppertal.de
nächste

Druckversion von http://www.presse.uni-wuppertal.de/2012/0307_petz.html