Forschungsprojekt zur Zukunftsfähigkeit der Feuerwehr

11.04.2012

Forschungsprojekt zur Zukunftsfähigkeit der Feuerwehr

Prof. Dr.-Ing.Uli Barth Prof. Dr.-Ing.
Uli Barth

Um wissenschaftliche Grundlagen für ein zukunftsfähiges Feuerwehrsystem zu entwickeln, haben sich Experten aus Wissenschaft und Praxis für ein neues Forschungsprojekt zusammengeschlossen. Im Rahmen des Sicherheitsforschungsprogramms der Bundesregierung fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Verbundprojekt („TIBRO – Innovative Sicherheitsarchitektur der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr“) mit rund 1,3 Mio. Euro. Davon fließen über eine halbe Million Euro an die Bergische Universität. Verbundkoordinator ist der Wuppertaler Prof. Dr.-Ing. Uli Barth, Fachgebiet Methoden der Sicherheitstechnik/Unfallforschung.

Feuerwehren sind in Deutschland eine Organisation zur „nicht polizeilichen Gefahrenabwehr“. Zu ihren unmittelbaren Aufgaben gehören u.a. die Rettung von Personen, Brand-Bekämpfung, technische Hilfeleistung, Katastrophenhilfe sowie die Abwehr von chemischen, biologischen, radiologischen, nuklearen und explosiven Gefahren (die sogenannte CBRNE Abwehr).

Zur Bewältigung dieser Aufgaben planen die Feuerwehren notwendige personelle und technische Ressourcen nach Brandschutzbedarfsplänen. „Die Bedarfsplanung fußt faktisch bis heute auf der sogenannten ORBIT- Studie, einer Studie aus dem Jahr 1978 zum Thema Optimierte Rettung, Brandbekämpfung und Integrierte Technische Hilfeleistung. Die kritische Überprüfung der damaligen Schlussfolgerungen und die Entwicklung zu einem dynamischen, risikobasierten und zukunftsgerichteten Ansatz ist Zweck unseres Forschungsvorhabens. Ziel ist es, den wissenschaftlich fundierten Unterbau eines zukunftsfähigen Feuerwehrsystems im Rahmen einer leistungs- und anpassungsfähigen Sicherheitsarchitektur zu entwickeln“, so Prof. Barth.

Das Forschungskonsortium wird im Verlauf des Projekts physikalisch-chemische Analysen und Computer-Simulationen der veränderten Brand-Rahmenbedingungen durchführen, eine einheitliche Feuerwehrstatistik zur Ermittlung der relevanten Brandszenarien entwickeln und Spannungsfelder, wie z.B. den demographischen Wandel im Umfeld der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr, bearbeiten. „Im Rahmen von Workshops werden wir uns während des gesamten Projekts eng mit den zukünftigen Anwendern – wie z.B. Feuerwehren – abstimmen“, so Prof. Barth.

Neben der Verbundkoordination übernehmen die Wuppertaler Wissenschaftler unter Leitung von Prof. Barth maßgebliche Forschungsarbeiten im Bereich der empirischen und risikoanalytischen Grundlagen sowie der organisations- und methodisch-theoretischen Analysen.

Außerdem arbeiten in dem Verbundprojekt als Partner zusammen: die Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main, die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. und ein Forscherteam der Universität Magdeburg (Lehrstuhl „Anlagentechnik und Anlagensicherheit“ unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Ulrich Krause) in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Materialprüfung, Berlin.

www.msu.uni-wuppertal.de


Kontakt
:
Prof. Dr.-Ing. Uli Barth
Fachgebiet Methoden der Sicherheitstechnik/Unfallforschung
Ing. Adrian Ridder, M.Sc.
Telefon 0202/439-3921
E-Mail ridder@uni-wuppertal.de

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