Neuer Röntgentomograph am Institut für Sicherungssysteme in Velbert

21.05.2012

Blick ins Innere von Sicherungssystemen

Neuer Röntgentomograph am Institut für Sicherungssysteme in Velbert

Prof. Dr.-Ing. Kai-Dietrich Wolf, Leiter des Instituts für Sicherungssysteme in Velbert, und seine Mitarbeiter nehmen den auf dem Instituts-Gelände abgeladenen Computertomographen entgegen. Prof. Dr.-Ing. Kai-Dietrich Wolf, Leiter des Instituts für Sicherungssysteme in Velbert, und seine Mitarbeiter nehmen den auf dem Instituts-Gelände abgeladenen Computertomographen entgegen.Fotos Mathias Kehren

(Aktualisiert 25.05.2012) „Wie sicher sind Sicherungssysteme?“ – Diese Frage kann ab sofort am Institut für Sicherungssysteme in Velbert beantwortet werden, denn die technischen Labore des Instituts der Bergischen Universität Wuppertal haben seit vergangenem Mittwoch einen neuen Röntgentomographen. Mit dem rund drei Tonnen schweren Tomographen können Wissenschaftler das verborgene Innenleben von mechanischen und elektronischen Bauteilen und Schlössern präzise untersuchen. Der Tomograph ermöglicht hochauflösende 2D- und 3D-Röntgenaufnahmen von allen Hightechbauteilen, die zum Beispiel in Schlössern von Autos oder Gebäuden verwendet werden. Die Anschaffung des Großgerätes wurde mit Landesmitteln gefördert.

Mit dem neuen Computertomographen können Materialien, Bauteile und elektronische Schaltungen zerstörungsfrei untersucht und identifiziert werden. „Ob das Zusammenspiel von mechanischen und elektronischen Bauteilen von Sicherungssystemen auch tatsächlich zuverlässig für den Schutz von Eigentum sorgt, ist von großer wissenschaftlicher wie wirtschaftlicher Bedeutung“, sagt Prof. Dr.-Ing. Kai-Dietrich Wolf, Leiter des Instituts für Sicherungssysteme. Weniger die technologische Machbarkeit als vielmehr Sicherheitsfragen seien heute wesentliche Hürden für die Markteinführung von Sicherungssystemen. Prof. Wolf: „Der Schlüssel zur Verbesserung mechatronischer Sicherungssysteme liegt in der wissenschaftlichen Bewertung der Sicherheit“. Die Forscher des Instituts für Sicherungssysteme widmen sich der objektiven Bewertung der Sicherheit mechatronischer Systeme, einem international bisher wenig erforschtem Gebiet.

Prof. Wolf mit einem elektronischen Schlüssel, dessen Prof. Wolf mit einem elektronischen Schlüssel, dessen "Innenleben" als Röntgenaufnahme im Hintergrund zu sehen ist.

Mit Röntgentomographie können – ähnlich wie in der medizinischen Diagnostik – Aufnahmen aus dem Innenleben von elektronischen Systemen und Bauteilen in sehr hoher Präzision und Bildauflösung gemacht werden. „Dies eröffnet Einblicke, die für die Sicherheit von Sicherungssystemen zentral sind, insbesondere in die für die Sicherheit besonders relevanten elektronischen Schaltkreise und mechanischen Verbindungen. Auch dann, wenn Produkte im Ausland hergestellt wurden und über deren Aufbau und Qualität wenige Informationen vorliegen“, so Wolf.

Die Gründung des Instituts für Sicherungssysteme in Velbert geht auf eine gemeinsame Initiative der Bergischen Universität Wuppertal und Unternehmen in der Region zurück. Den Unternehmen und Herstellern von Schließ- und Sicherungssystemen in der „Schlüsselregion“ Velbert/Heiligenhaus steht die Nutzung dieses Gerätes auch für ihre eigenen Entwicklungszwecke künftig als Dienstleistung zur Verfügung.

www.iss.uni-wuppertal.de


Das Institut für Sicherungssysteme und der Verein Schlüsselregion e.V. waren auch Initiatoren des Kongresses Innosecure, der Mittwoch und Donnerstag im Forum Niederberg stattfand. Dort diskutierten rund 200 Wissenschaftler, Hersteller und Dienstleister in verschiedenen Workshops Zukunftsfragen der Sicherheitstechnologien. Bei der abschließenden Podiumsdiskussion ging es um die Frage „Ein Schlüssel für alles – wird der Schlüssel vom Mobiltelefon abgelöst?“.

Prof. Dr. Kai-Dietrich Wolf, Komitee-
vorsitzender des Kongresses: „Es ist gelungen, mit der Innosecure ein Innovationsforum zu begründen, das den Dialog von Wissenschaft, Forschung und Entwicklung und Anwendung fördert.“ Weitere Informationen unter www.innosecure.de.

Kontakt
Institut für Sicherungssysteme der Bergischen Universität Wuppertal
Prof. Dr.-Ing. Kai-Dietrich Wolf
Telefon 02051/933220
E-Mail wolf@iss.uni-wuppertal.de

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