Drei neue Studentenwohnheime in Passivhausbauweise

05.10.2012

Drei neue Studentenwohnheime in Passivhausbauweise

Drei neue Studentenwohnheime in Passivhausbauweise sind heute offiziell eingeweiht worden. 84 Studierende der Bergischen Universität Wuppertal können ab sofort „Im Ostersiepen 9-11" und an der „Max-Horkheimer-Str. 18“ in unmittelbarer Nähe zur Hochschule wohnen.

Schon der Planung der drei Studentenwohnheime verlieh der Bundesminister für Wirtschaft 2011 den Preis „Architektur mit Energie“. Rechtzeitig zum Wintersemester starten die ersten studentischen Mieterinnen und Mieter jetzt den Praxistest der Passiv-Energie-Häuser des Hochschul-Sozialwerks Wuppertal (HSW).

1005_wohnheime.jpg Foto HSW

In den vom Wuppertaler Architektur Contor Müller Schlüter geplanten kubischen Baukörpern entstanden großzügige studentische Wohnplätze in unterschiedlichen Wohnformen als Einzel- und Doppelapartments sowie als Gruppenwohnungen. Die Apartments sind mit barrierefreien Bädern ausgestattet.

An Raumtrennwände und Türen wurden sehr hohe Schallschutzanforderungen gestellt. „Ruhiges Arbeiten am Schreibtisch, treffen zum gemeinsamen Essen oder das Feiern einer bestandenen Klausur, das passt nur bei gutem Schallschutz zusammen“, so HSW-Geschäftsführer Fritz Berger.

Die drei Neubauten sind in den Geländeverlauf auf unterschiedlichen Höhen eingebunden. Die Außenanlagen wurden umfassend neu strukturiert, wobei die naturnahe Wegeführung durch das Hanggelände wieder hergestellt wurde.

Das Farbkonzept für die in verschiedenen Grüntönen gehaltenen Fassaden sowie die Innenräume entwickelten die Architekten in Zusammenarbeit mit Prof. Friedrich Schmuck, Folkwang-Hochschule, der bereits an den Modernisierungen der Studentenwohnheime „Neue Burse“, „Max-Horkheimer-Str. 167/169“ und „Cronenberger Str. 255“ mitwirkte. Auf PVC-Böden wurde komplett verzichtet: in allen Zimmern strahlt Eichenparkett Behaglichkeit aus, in Küchen und Gemeinschaftsräumen läuft man auf Naturkautschuk, in Fluren und Treppenhäusern wurde der Estrich versiegelt.

Die Gebäudehülle wurde als nichttragende, hochwärmegedämmte und luftdichte Außenwand in Holzbauweise vor die Rohbaukonstruktion montiert. Die Ausführung erreicht zertifizierte Passivhausqualität. Der maximale Heizwärmebedarf beträgt 15 kwh/qm/Jahr und der Primärenergiebedarf (Warmwasser, Strom und Heizung) liegt noch unter 120 kwh/qm/Jahr. „Die derzeitigen Anforderungen der Energieeinsparverordnung EnEV werden damit deutlich unterschritten“, sagt Fritz Berger.

Zur Einhaltung des energetischen Standards wurden alle raumhohen Doppelfenster mit 3-fach-Verglasung ausgebildet. Durch den Bezug zum Außenbereich verbinden sie technische Anforderungen mit hohen Ansprüchen an die Wohnqualität.

Die Gebäude wurden je mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Fein dosierte Zuluft wird über die Individualräume und Küchen eigeführt und über die Bäder abgesaugt. „Zusätzliches Lüften ist immer möglich, aber nicht notwendig“, erklärt Architekt Prof. Christian Schlüter. Die Deckung des geringen Restwärmebedarfs erfolgt über Heizkörper und die Nutzung der Fernwärme.

Die Kosten der drei neuen Studenten-Wohnhäuser belaufen sich – wie geplant - auf ca. 6,6 Millionen Euro. Die Stadt Wuppertal bewilligte rund 3,1 Millionen Euro Darlehen aus Mitteln des sozialen Wohnungsbaus des Landes NRW.

Fritz Berger: „Die mit Darlehen des sozialen Wohnungsbaus geförderten 84 Wohnheimplätze, nur einen Steinwurf von der Mensa entfernt, kommen gerade zum richtigen Zeitpunkt – rechtzeitig bevor im nächsten Jahr die doppelten Abiturjahrgänge aus Nordrhein-Westfalen zu einem weiteren Anstieg der Studentenzahlen führen werden“.

www.hsw.uni-wuppertal.de

Kontakt:
HSW-Geschäftsführer Fritz Berger
Telefon 0202/439-2561
E-Mail berger@hsw.uni-wuppertal.de

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