Volkswagenstiftung verlängert Lichtenberg-Professur

23.11.2012

Volkswagenstiftung verlängert Lichtenberg-Professur

Die Lichtenberg-Professur von Dr. Hermann Boos, Physikprofessor an der Bergischen Universität, wird verlängert. Die Volkswagenstiftung fördert Boos für weitere drei Jahre. Die Lichtenberg-Professur für Hermann Boos war 2007 im Fachbereich Mathematik und Naturwissenschaften – zunächst für fünf Jahre – eingerichtet worden, jetzt stimmten die Stiftungsgremien für eine Fortführung. Boos konnte damit insgesamt über 1,3 Mio. Euro an Drittmitteln einwerben: knapp 1 Mio. Euro in der ersten Förderphase und weitere rund 340.000 Euro in der aktuellen, zweiten Förderphase.

Mit den Lichtenberg-Professuren will die Volkswagenstiftung herausragende Wissenschaftler aus innovativen Lehr- und Forschungsfeldern für die Arbeit an deutschen Hochschulen gewinnen. Die Initiative soll Wissenschaftlern eine größere Planungssicherheit geben und ihnen ermöglichen, neue Forschungsfelder eigenständig voranzubringen. Uni-Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch gratulierte Hermann Boos zur Verlängerung seiner Lichtenberg-Professur mit den Worten „Ein weiterer wichtiger Erfolg. Die Bergische Universität freut sich mit Ihnen!“ Da es sich bei dem Drittmittelprojekt um eine Professur und nicht um ein reines Forschungsprojekt handelt, kommt es im Rahmen zusätzlicher Lehrveranstaltungen auch unmittelbar den Wuppertaler Studierenden zugute.

Herman Boos studierte Physik an der Moscow State University und forschte ab 1988 am Institut für Hochenergiephysik in Protvino, wo er 1996 auch promovierte. 2005 wechselte er an die Moscow State University. Von 2004 bis 2006 war Boos Gastprofessor in Wuppertal. Zwischendurch hielt er sich in Japan, Frankreich, Australien und den USA auf.

Im Rahmen seiner Lichtenberg-Professur arbeitet Dr. Hermann Boos (Arbeitsgebiet Theoretische Mathematische Physik) an dem Projekt „Algebraische Analyse von Gittermodellen und ihre Anwendungen in der Quantenfeldtheorie und der Theorie der kondensierten Materie“. Dabei widmet er sich der Methodologie des quantenmechanischen Vielteilchenproblems. „Das Problem, das kollektive Verhalten vieler Teilchen quantenmechanisch zu beschreiben, ist heute und auf absehbare Zeit die größte und wichtigste Herausforderung für die Theoretische Physik“, sagt Boos.

In seiner Wuppertaler Arbeitsgruppe geht er das Problem mit modernen mathematischen Methoden wie der Darstellungstheorie von Quantenalgebren an. „In der ersten Förderphase konnten wir ein tiefes Resultat über die sogenannte allgemeine Faktoriserbarkeit der Korrelationsfunktionen von integrablen Quantenspinketten erzielen,“, so Prof. Boos. In der zweiten Förderphase werde der Schwerpunkt der Arbeit bei den Anwendungen in der Quantenfeldtheorie, vor allem bei den konformen Quantenfeldtheorien, liegen.

Die Lichtenberg-Professuren sind nach dem ersten deutschen Professor für Experimentalphysik, Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799), benannt und wurden 2002 erstmals eingerichtet.

www.volkswagenstiftung.de


Kontakt
:
Prof. Dr. Hermann Boos
Telefon 0202/439-3520
E-Mail boos@physik.uni-wuppertal.de

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