15.000 Euro für Bergischen Wissenstransfer

29.11.2012

15.000 Euro für Bergischen Wissenstransfer

Die Gesellschaft der Freunde der Bergischen Universität (GFBU) hat heute den 1. Bergischen Wissenstransferpreis verliehen. Für sein Kooperationsprojekt „iNES – die intelligente Ortsnetzstation“ erhielt Dr.-Ing. Markus Zdrallek, Professor für Elektrische Energieversorgungstechnik an der Bergischen Universität, den mit 15.000 Euro dotierten Preis. Sponsoren aus der regionalen Wirtschaft hatten das Preisgeld gestiftet. „Der Bergische Wissenstransferpreis beweist, dass aus der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis wichtige Lösungsbeiträge für gesellschaftliche Probleme entstehen können“, sagte GFBU-Vorstand Dipl.-Ing. Rüdiger Theis bei der Preisverleihung im Rahmen der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Wuppertal-Solingen-Remscheid.

Prof. Dr.-Ing Markus Zdrallek beschäftigt sich im Rahmen seiner Forschungen unter anderem mit durch die Energiewende ausgelösten Problemen in der haushaltsnahen Niederspannungs-Stromverteilung. Während bisher der Strom immer nur in einer Richtung – nämlich vom Kraftwerk zum Verbraucher – floss, ist durch die dezentrale Energieeinspeisung, z.B. durch Solaranlagen, auch ein Stromfluss in die andere Richtung möglich und erwünscht.

„Dafür sind die Netze aber niemals geplant und gebaut worden. Bei zu starker Einspeisung kann es daher zu örtlichen Überlastungen und Sicherheitsabschaltungen der Netze kommen“, erklärt Prof. Zdrallek. Dieser Überlastung könne mit einem erheblichen Ausbau der Netze mit leistungsstärkeren Kabeln und größeren Transformatoren begegnet werden. „Das löst aber riesige Kosten aus, da diese Investitionen im Niederspannungs-Netz praktisch jeden Straßenzug betreffen“, so Zdrallek.

Mit iNES, der intelligenten Ortsnetzstation, kann mehr Sensorik und Steuerungs-Intelligenz direkt in den Schaltschränken der Niederspannungs-Netze angeordnet werden, um so Überlastungen frühzeitig zu erkennen und regelnd eingreifen zu können, ohne das Netz massiv ausbauen zu müssen. „In diesem Sinne liefert iNES einen wesentlich Beitrag, die Kosten der Energiewende auf ein erträgliches Maß zu begrenzen und gleichzeitig die im weltweiten Vergleich herausragende Versorgungssicherheit in Deutschland zu erhalten“, sagt Zdrallek.

iNES wird bei der Helmut Mauell GmbH in Velbert hergestellt, von der SAG GmbH aus Dortmund eingebaut und gewartet. Die Mainova AG aus Frankfurt ermöglichte die erste Praxiserprobung in ihren Netzen. In seiner Laudatio lobte Rüdiger Theis die „engagierte Kooperation“ des Preisträgers mit gleich drei Partnern aus der Praxis. Und auch Uni-Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch betonte in seinem Grußwort, wie wichtig ein funktionierender Wissenstransfer zwischen Anwendungpraxis und Wissenschaft für die wirtschaftliche und soziokulturelle Prosperität einer Region sei.

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IHK-Präsident Friedhelm Sträter dankte den Sponsoren des Wissenstransferpreises für ihr Engagement. „Damit wurde wieder einmal deutlich, dass bergische Unternehmen Verantwortung übernehmen für die Region und die Universität. Es beweist auch die gute Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft im Städtedreieck.“ Insgesamt acht Unternehmen beteiligten sich an der Finanzierung des Preisgeldes.

Der Bergische Wissenstransferpreis zeichnet Forscher aus, die im Rahmen einer Kooperation zwischen Forschung und Anwendung in der Praxis (Wirtschaft, Schule, Soziale Einrichtung, Kommune o.Ä.) zu herausragenden Ergebnissen gekommen sind und sich im Bereich des Wissenschaftstransfers verdient gemacht haben. Das Preisgeld soll zweckgebunden für die Finanzierung zukünftiger wissenschaftlicher Projekte an der Bergischen Universität Wuppertal eingesetzt werden.

www.gfbu.uni-wuppertal.de/preise/bergischer-wissenstransferpreis.html


Weitere Informationen zu iNES unter www.evt.uni-wuppertal.de.

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Druckversion von http://www.presse.uni-wuppertal.de/2012/1129_wissenstranfer.html