Ehrenvolle Berufung für Historikerin Prof. Tatjana Tönsmeyer

07.12.2012

Ehrenvolle Berufung für Historikerin Prof. Tatjana Tönsmeyer

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Prof. Dr. Tatjana Tönsmeyer, Historikerin an der Bergischen Universität Wuppertal, ist vom Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung in Marburg, einem Institut der Leibniz-Gemeinschaft, zum „Herder Chair“ ernannt worden. Mit der Ernennung soll die bestehende Zusammenarbeit zwischen Prof. Tönsmeyer und dem Herder-Institut intensiviert werden. Uni-Rektor Prof. Dr. Lambert T. Koch gratulierte der Wissenschaftlerin zur „ehrenvollen Verleihung“ des Herder Chair.

Seit Mai arbeiten Forscherinnen und Forscher aus 17 europäischen Ländern unter Leitung von Prof. Tönsmeyer und Prof. Dr. Peter Haslinger, Direktor des Herder-Instituts, an dem Editions- und Forschungsprojekt „Zweiter Weltkrieg: Alltag unter deutscher Besatzung“. In dem Verbundprojekt erforschen und dokumentieren Wissenschaftler aus allen Ländern, die im Zweiten Weltkrieg deutsch besetzt waren, die komplexen Situationen, die das Alltagsleben in den von der Wehrmacht besetzten Staaten Europas geprägt haben. „Wir beleuchten damit ein für die europäische Erinnerungs- und Geschichtspolitik nach wie vor zentrales Themenfeld, das länderübergreifend bisher so nicht dokumentiert und in Forschungsstudien nur sehr asymmetrisch für die einzelnen Länder erschlossen ist“, sagt Prof. Tönsmyer. Kern des Projektes ist die Erstellung einer englischsprachigen Quellenedition.

Dr. Tatjana Tönsmeyer ist seit 2011 Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Bergischen Universität. Sie studierte Geschichte, Osteuropäische Geschichte, Politikwissenschaften und Publizistik/Medienwissenschaften in Bochum und Marburg. 2003 promovierte sie an der Humboldt-Universität Berlin. Für ihre Dissertation „Das Dritte Reich und die Slowakei 1939-1945. Politischer Alltag zwischen Kooperation und Eigensinn“ erhielt sie eine Auszeichnung der belgischen Fondation Auschwitz.

Sie war als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Marburg und Berlin (Humboldt-Universität) sowie am Berliner Kolleg für Vergleichende Geschichte Europas tätig. Forschungsaufenthalte führten sie an das Deutsche Historische Institut in London, die Karlsuniversität Prag und die Slowakische Akademie der Wissenschaften in Bratislava. 2010 habilitierte sie sich an der Universität Jena mit der Arbeit „Adelige Herrschaft in der ländlichen Gesellschaft. Böhmen und England im Vergleich (1848–1918)“.

Prof. Tatjana Tönsmeyer war beratend für das Auswärtige Amt im Rahmen der „International Task Force on Holocaust Education, Remembrance and Research“ tätig und hat an Wahlbeobachtungsmissionen der OSZE in Tschechien und der Slowakei (Košice) teilgenommen.

Der Herder Chair wird für drei Jahre verliehen und kann danach verlängert werden. Außer Prof. Tönsmeyer wurden jetzt auch Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg von der Universität Gießen und Prof. Dr. Claudia Kraft von der Universität Siegen zum Herder Chair ernannt. Das Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung wurde 1950 in Marburg gegründet und ist eine der zentralen Einrichtungen der historischen Ostmitteleuropa-Forschung in Deutschland. 1992 wurde das Institut Mitglied in der Leibniz-Gemeinschaft und bietet unter anderem eine Spezialbibliothek sowie umfangreiche Sammlungen (Bilder, Karten, archivalische Materialien mit Schwerpunkt Baltikum).

www.herder-institut.de
www.geschichte.uni-wuppertal.de
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