05.02.2004

Uni-Designer verabschieden Professor Maser

Die Designer der Bergischen Universität verabschieden am morgigen Freitag (6. Februar 2004) Prof. Dr. Dr.h.c. Siegfried Maser, seit 1978 als Designtheoretiker an der Bergischen Universität tätig und ihr Rektor von 1987 bis 1991.

Prof. Maser kam von Stuttgart über Braunschweig nach Wuppertal. Seine Berufungsverhandlungen führte er als amtierender Rektor der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Die Bergische Universität – damals noch in der Gründungsphase – hatte vor, die beiden fachhochschulentsprechenden Studiengänge Grafikdesign und Produktdesign in integrierte Diplomstudiengänge umzubauen. Als Professor für Designtheorie war Maser einer der ersten Bausteine: Die Verbindung von Theorie und Praxis entsprach und entspricht der Wissenschaftstheorie und dem persönlichen Anspruch des Mathematikers und Philosophen.

Der Designtheoretiker Prof. Maser hatte Mathematik, Philosophie und Physik studiert, bei Max Bense in Stuttgart promoviert und sich nach drei Jahren als Wissenschaftlicher Assistent von Bense mit einer Arbeit über Numerische Ästhetik habilitiert. Er erhielt die Venia Legendi für "Logik und Logistik mit besonderer Berücksichtigung der Kommunikationsforschung". Er wurde Dozent für Allgemeine Kommunikationsforschung am Institut für Umweltplanung in Ulm und dann 1971 – im Alter von 33 Jahren - Professor für Systemforschung und Planungstheorie im Fachbereich Experimentelle Umweltgestaltung der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig, wo er fünf Jahre später das Rektoramt übernahm.

Fünf Jahre nach seiner Berufung nach Wuppertal wurde Prof. Maser 1983 als Prorektor für Studium und Lehre ins Rektorat von Prof. Dr. Josef M. Häußling gewählt, vier weitere Jahre später, 1987, zum Rektor der Bergischen Universität.

Zu dem Pfeifenraucher Prof. Maser gehört, dass er unkonventionell auftreten kann. An der Bergischen Universität unvergessen ist seine Rede bei der Rektoratsübergabe 1987, die er – frei nach Shakespeare – unter die Überschrift "Sein oder Design – das ist hier die Frage" stellte. "Gehört das Design zum Wesentlichen oder zum Banalen", fragte er damals und sprach das weit verbreitete Tabu an, ob Design nicht möglicherweise doch nur den "schönen Schein" darstelle. Seine Antwort war: Design sei lebendiger Ausdruck unseres Denkens, Dokumentation unseres Handelns und "Konzeption und Gestaltung unserer Zukunft".

Neben seinen zahlreichen Aktivitäten im Designbereich der Bergischen Universität und in Leitungsfunktionen engagierte sich Prof. Maser in Ägypten, in der slowakischen Partner-Universität in Kosice, die ihm die Ehrendoktorwürde verlieh und in seiner Wahlheimatstadt Wuppertal, hier vor allem für die Patenschaft mit Liegnitz.

Homepage für Prof. Maser
 

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