15.05.2007

Gewaltiger Schub für die Teilchenphysik
Helmholtz-Allianz "Physik an der Teraskala": 2 Millionen für Wuppertal

Der Senat der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren hat heute 25 Millionen Euro für das Projekt "Physik an der Teraskala" bewilligt, das unter Federführung des Deutschen Elektronen-Synchrotrons DESY konzipiert wurde. Von der Förderung der Allianz fließen zwei Millionen Euro in die Teilchenphysik der Bergischen Universität Wuppertal.

 Freuen sich über die finanzielle Förderung: Prof. Dr. Günter Müller, Prof. Dr. Peter Mättig, Prof. Dr. Robert Harlander und Prof. Dr. Christian Zeitnitz.
Klick auf das Bild: Größere Version (1892 x 948 pix; 970 KB)
Foto Friederike von Heyden

Der Wuppertaler Teilchenphysiker Prof. Dr. Peter Mättig ist Vorsitzender des Komitees für Elementarteilchenphysik (KET) und einer der beiden Koordinatoren der Allianz. Zu der Allianz gehören das Forschungszentrum DESY, das Forschungszentrum Karlsruhe, 17 Universitäten und das Max-Planck-Institut für Physik in München. "Physik an der Teraskala" soll erforschen, wie sich Materie verhält, wenn sie in einem winzigen Raum eine Energie von einem Teraelektronenvolt konzentriert – damit entstehen Verhältnisse, wie sie eine millionstel einer millionstel Sekunde nach dem Urknall existiert haben! Die Wissenschaftler erhoffen sich völlig neue Einblicke in den Aufbau der Materie und den Ursprung des Weltalls.

Diese Forschung findet in einem internationalen Verbund an weltweit einmaligen Teilchenbeschleunigern wie dem Large Hadron Collider (LHC) bei der Europäischen Organisation für Kernforschung CERN in Genf statt, dem größten Teilchenphysik-Labor der Welt, und an dem geplanten "Internationalen Linearcollider" (ILC). Mit dem LHC, der in diesem Jahr in Betrieb gehen soll, wird vermessen, wie Materie in einem Raum von einem Millardstel eines Atomdurchmessers aufgebaut ist und welche Kräfte dort herrschen. Damit werden zentrale naturwissenschaftliche Fragen zur Natur von Materie, Energie, Raum und Zeit untersucht.

Mit Hilfe der zwei Millionen Euro der Helmholtz-Gemeinschaft wollen die Wuppertaler Physiker Prof. Dr. Robert Harlander, Prof. Dr. Peter Mättig, Prof. Dr. Günter Müller und Prof. Dr. Christian Zeitnitz grundlegende Beiträge aus dem Grenzbereich von Technologie und Naturerkenntnis liefern. Dabei ist Wuppertal eine der wenigen Universitäten in Deutschland, die zu der Entwicklung der für diese Forschung notwendigen großen Beschleuniger beiträgt.

Mit der Förderung wird insbesondere die starke Rolle der Wuppertaler Physiker im Bereich des "Grid Computings" anerkannt, einer Technologie, mit deren Hilfe in einem weltweiten Verbund Rechnerleistungen und Datenspeicherung gekoppelt werden. Am LHC werden Millionen von Gigabyte an Daten gespeichert, die in den LHC-Experimenten produziert und parallel von Tausenden von Physikern aus der ganzen Welt untersucht werden. Dazu wird an Forschungsinstituten und Universitäten auf allen Kontinenten ein globales Rechenzentrum aufgebaut. Wuppertal wird durch die Helmholtz-Allianz finanziert, um ein wichtiger Stützpunkt in diesem Verbund zu werden.

Besuch beim CERN: Prof. Dr. Peter Mättig (links) und Dipl.-Phys. Dr. Georg Lenzen (Mitte) erklären Rektor Prof. Dr. Volker Ronge hundert Meter unter der Erde in der Kaverne des DELPHI-Detektors die Physik der Teilchen-Beschleunigung.

Klick auf das Bild: Größere Version
(1181 x 792 pix; 736 KB)

"Eine Zusammenarbeit in der Form und Reichweite der Teraskala-Allianz hat es an deutschen Universitäten und Forschungszentren noch nie gegeben", kommentiert Prof. Dr. Peter Mättig. Während des Förderzeitraums werden aus Allianzmitteln allein an der Bergischen Universität sechs Stellen für Wissenschaftler und Ingenieure geschaffen. Insbesondere wird Nachwuchswissenschaftlern eine interessante Perspektive in der Teilchenphysik geboten.

Ein Analysezentrum für Daten vom LHC soll bei DESY eingerichtet werden. DESY wird außerdem seine Anlagen für Tests im Rahmen von Detektor- und Beschleunigerentwicklung zur Verfügung stellen.

Aus NRW sind Forschergruppen der Universitäten Aachen, Bonn, Dortmund, Siegen und Wuppertal an "Physik an der Teraskala" beteiligt.

Kontakt:
Komitee für Elementarteilchenphysik (KET)
Prof. Dr. Peter Mättig, Vorsitzender
Bergische Universität Wuppertal
Fachbereich Mathematik und Naturwissenschaften
Telefon 0202/439-2761, -2733, Fax -2811
maettig@physik.uni-wuppertal.de
peter.mattig@cern.ch

Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY in der Helmholtz-Gemeinschaft
Dr. Thomas Zoufal
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon 040/8998-1666, -3613, Fax -4307
presse@desy.de

www.desy.de
www.helmholtz.de

Informationen über die langjährige Zusammenarbeit der Bergischen Universität mit dem Europäischen Kernforschungszentrum CERN finden Sie hier.

www.cern.de

 

Druckansicht / vorherige / nächste / zur Übersicht