Presse- und Informationsstelle

Medieninformation

12.08.2004

Renate Wald gestorben
Ein Nachruf von Prof. Dr. Volker Ronge

Im Alter von 82 Jahren ist in ihrem oberbergischen Wohnort Wiehl Renate Wald gestorben. Sie war bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 1987 Professorin für Soziologie an der Bergischen Universität Wuppertal und gehörte, 1974 von der PH in Münster, wo sie sich auch habilitiert hatte, berufen, zur Aufbaugeneration des Fachbereichs Gesellschaftswissenschaften der damals noch Gesamthochschule.

In ihrem fachlichen Schwerpunkt, der beruflichen Sozialisation, hat Renate Wald sich vor allem mit Mädchen und Frauen befasst. Auf leise und wissenschaftlich seriöse Weise hat sie, lange bevor dies zum Zeitgeist avancierte, "feministische" Soziologie betrieben. Eine Festschrift, die ihr von Kollegen des Fachbereichs zum 75. Geburtstag gewidmet wurde, trägt deshalb auch anspielungsreich den Titel "Ein bißchen feministisch?"

Ihre Reaktion auf die Festschrift charakterisiert Renate Walds Persönlichkeit: "Ich habe nie gedacht, dass mir als Sozialwissenschaftlerin einmal eine solche Ehrung zugedacht werden könnte. Und ich habe nie gedacht, dass sie in dem mir so gut bekannten Fachbereich zustande kommen würde."

Renate Walds Vater, Robert Ley, war ein hoher Nazi-Funktionär, u.a. Reichsorganisationsleiter der NSDAP und dann Führer der Deutschen Arbeitsfront, der in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen angeklagt wurde und sich im Oktober 1945 das Leben nahm. In ihren noch kurz vor ihrem Tod abgeschlossenen und veröffentlichten Lebenserinnerungen ("Mein Vater Robert Ley – Meine Erinnerungen und Vaters Geschichte") hat sich Renate Wald mit dieser familiären und persönlichen Belastung auseinandergesetzt.

 

 

© Presse- und Informationsstelle Bergische Universität Wuppertal
Gaußstr. 20 – 42119 Wuppertal
Verantwortlich für den Inhalt: Michael Kroemer
Tel.: 0202/439-2405 – E-Mail: presse@uni-wuppertal.de