07.11.2007

Auszeichnung für Ökonom Prof. Dr. Paul J.J. Welfens

Der Wuppertaler Wirtschaftswissenschaftler Prof. Paul J.J. Welfens erhält als erster Deutscher die Silbermedaille der Internationalen Kondratieff Stiftung. Prof. Welfens ist Volkswirtschaftler mit Schwerpunkt Makroökonomische Theorie und Politik im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Bergischen Universität, Inhaber des Jean Monnet Lehrstuhl für Europäische Integration und derzeit Gastprofessor auf einem nach dem Politologen Alfred Grosser benannten Lehrstuhl an der französischen Eliteschmiede Sciences Po.

Prof. Welfens erhält die Auszeichnung "für hervorragende Forschungsleistungen in den Sozialwissenschaften". Die Russische Akademie der Wissenschaften vergibt den nach dem Wirtschafts-forscher Nikolai Kondratieff (1892-1938) benannten Wissenschaftspreis in Verbindung mit der Stiftung zum sechsten Mal. Die Preisverleihung findet am 14. November in Moskau statt.

Kondratieff (1892-1938) zog aus der Beobachtung von Zeitreihen wirtschaftlicher Indikatoren 1926 den Schluss, dass die Wirtschaftsentwicklung der Industriestaaten in etwa 50 Jahre dauernden langen Wellen erfolge. Der Kapitalismus sei deshalb nicht zum baldigen Untergang verurteilt, sondern könne sich in der Aufschwungphase eines solchen Zyklus regenerieren. Diese Auffassung führte mit seiner Kritik an der Kollektivierung der sowjetischen Landwirtschaft dazu, dass er zunächst zu Gefängnis und während der „Säuberung" unter Stalin 1938 zum Tode verurteilt und erschossen wurde. Der Ökonom Joseph Schumpeter (1883-1950) prägte später für lange Konjunkturwellen den Begriff " Kondratieff-Zyklen". Die Ausbreitung der Informations- und Kommunikationstechnologie gilt als sechster europäischer Kondratieff-Zyklus.

Prof. Welfens Reaktion: "Wunderbar! Diese Silbermedaille, die ich gemeinsam mit meinem Team gewonnen habe, ist Ansporn für weitere Spitzenforschung in Wuppertal. Ich hoffe zudem, dass der Preis auch Impuls für weitere Forschungskooperationen zwischen Deutschland und Russland ist – NRW ist ein guter Standort für Exzellenzforschung!"

Prof. Welfens, Mitherausgeber der Zeitschrift "International Economics and Economic Policy", gehört zu den international meistpublizierten deutschen Volkswirten. Das von ihm geleitete Europäische Institut für internationale Wirtschaftsbeziehungen (EIIW) hat zahlreiche Forschungsprojekte im Bereich Internationaler Wirtschaftsbeziehungen, Innovation, Wachstum und IT-Wirtschaft, Systemtransformation und EU-Integration für prominente Auftraggeber bearbeitet, zu denen EU, Europäisches Parlament, Bundes- und NRW-Landesregierung, die Regierung der Niederlande, zahlreiche Unternehmen, aber auch Gewerkschaften, Krupp-Stiftung, Haniel-Stiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung und Volkswagen Stiftung gehören. Sein neuestes Gutachten gilt dem Bergischen Städtedreieck und seinen Innovations- bzw. Wachstumschancen.

www.wiwi.uni-wuppertal.de/welfens
www.euroeiiw.de
 

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