31.10.2007

Lebensmittelchemiker Prof. Petz warnt vor übertriebenen Befürchtungen

Prof. Dr. Michael Petz, Lebensmittelchemiker an der Bergischen Universität und Vorsitzender des Regionalverbandes NRW der Lebensmittelchemischen Gesellschaft, hat vor übertriebenen Befürchtungen im Hinblick auf Pestizid-Rückstände bei Obst und Gemüse gewarnt: "Der Verbraucher sollte wissen, dass seine Furcht angesichts anderer Gefahren, die von Ernährung ausgehen, unangemessen ist", sagte Prof. Petz in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger. So nähmen viele bedenkenlos Alkohol zu sich, obwohl er krebserregend sei. Andere rauchten oder litten an Übergewicht. "Acrylamid oder der in Deutschland weit verbreitete Folsäuremangel sind viel besorgniserregender", betont Petz.

"Verbraucher neigen dazu, die Bedeutung von Pestizidrückständen zu überschätzen und dafür echte Gefahren zu vernachlässigen." Bei der Berechnung von Grenzwerten sind nach Auffassung von Prof. Petz so viele Sicherheitspuffer eingebaut, dass gesundheitliche Konsequenzen auch bei einem Überschreiten hypothetisch sind: "Man muss sich fragen: Ist das wirklich noch gefährlich? Außerdem isst kaum jemand zwei Kilo Paprika pro Tag."

Statt sich wegen der Risiken zu grämen, sollten Verbraucher auf eine möglichst abwechslungsreiche Ernährung achten, betonte der Wuppertaler Wissenschaftler, der mehrere Jahre Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin war und dem Wissenschaftlichen Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Ernährung angehört.

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